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Von nicht handelnden und fliegenden Brandschützern

Grevesmühlen Von nicht handelnden und fliegenden Brandschützern

Wie arbeiten die Feuerwehren in anderen Ländern? Von futuristisch bis hinterweltlerisch ist alles dabei / In Deutschland gibt es vier Pflichtwehren.

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Michael Retzlaff (39) von der Klützer Zahntechnik spendet 100 Euro für die aktuelle Weihnachtsaktion.

Quelle: Anne Kubik

Grevesmühlen. Andere Länder, andere Sitten? Was die Feuerwehr betrifft, eher nicht. Auch andernorts wird gelöscht, wenn es brennt. Es sei denn, man lebt in den USA und hat die Brandschutzgebühr nicht gezahlt. Die Ausstattung der Fahrzeuge in Afrika zum Beispiel lässt zu wünschen übrig. Hier eine kleine Übersicht:

USA

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten müssen Hauseigentümer in einigen Gemeinden jährlich eine Brandschutzgebühr zahlen, die umgerechnet etwa 55 Euro beträgt. Damit ist garantiert, dass das Eigentum, sollte es brennen, auch gelöscht wird. So geschah es vor fünf Jahren im Bundesstaat Tennessee, dass die Feuerwehr nicht handelte, weil Hausbesitzer Gene Cranick nicht zahlte. Die Kameraden schützten nur das durch die Flammen bedrohte Nachbarhaus, dessen Eigentümer die jährliche Gebühr überwies. Ausgestattet sind die Fahrzeuge in den USA großzügig. An jedem Platz im Fahrzeug ist ein Atemschutzgerät angebracht. Ausgenommen ist der Fahrersitz. In Deutschland sind zwei Geräte pro Fahrzeugkabine üblich. Drehleitern in den USA sind mit Wasser an Bord ausgestattet. 70 Prozent der Feuerwehrleute sind Freiwillige. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 95 Prozent.

Afrika

In vielen Vierteln gibt es keine zentrale Wasserversorgung. Ein Beispiel: In der etwa vier Millionen Einwohner zählenden Stadt Dar-es-Salaam in Tansania gibt es nur 14 funktionierende Hydranten, von denen jedoch nur zwei einen Druck von mehr als vier Bar abgeben. Die Löschwasserversorgung ist ein großes Problem. Auf dem schwarzen Kontinenten gibt es eine strickte Trennung. Die Feuerwehren verlassen nur selten ihr Einsatzgebiet, um ihren Kollegen zu helfen. Am internationalen Standard gemessen, befinden sich die meisten Fahrzeuge in einem erschreckend desolaten Zustand. Ein Notrufsystem wie in Deutschland (☎ 112) ist fast nicht existent, ebenso wenig zentrale Leitstellen, die Großeinsätze koordinieren.

Dubai

Futuristisch geht es in der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate zu. Die Brandbekämpfer sollen bald sogenannte Jetpacks bekommen. Diese schnallen sie sich auf den Rücken und können damit bis zu 1000 Meter in die Luft gehen. Der Pilot kann etwa 120 Kilogramm Ausrüstung mitnehmen. Das höchste Gebäude in Dubai ist mit 828 Metern auch das höchste auf der Welt. Im Brandfall bringt das für Feuerwehren große Herausforderungen — zuletzt im Februar 2015, als ein 352 Meter hoher Wolkenkratzer in Flammen stand.

Australien

Wie fast überall auf der Welt ist es auch in Australien üblich, dass überwiegend das männliche Geschlecht Feuer löscht. Verheerende Buschbrände in den vergangenen Jahren haben aber zum Umdenken geführt. Städte und Gemeinden sind bemüht, mehr Frauen für den Beruf zu begeistern. Das Land braucht jede Hand im Kampf gegen die Buschbrände. Vorzeigedorf der neuen Entwicklung ist das verschlafene Murrurundi im Bundesstaat New South Wales. Hier ist mittlerweile von 14 Kameraden fast die Hälfte weiblich.

Österreich

Gemeinden in Österreich, die keine Freiwilligen Feuerwehren haben, können eine Pflichtfeuerwehr einrichten lassen. Soll heißen: Die Kommune kann geeignete Personen mittels Bescheid zum Feuerwehrdienst verpflichten. Niederösterreich und die Steiermark sind dabei ausgeschlossen. Da kommt die Betriebsfeuerwehr oder die Nachbarwehr zum Einsatz.

Schweiz

Bis vor drei Jahren basierte der Feuerwehrdienst in nur wenigen Kantonen auf Freiwilligkeit. Für Frauen und Männer im Alter von 24 bis 40 Jahren bestand vielerorts eine gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur Dienstleistung, der sie sich nur durch eine finanzielle Ersatzabgabe entziehen konnten. Dadurch nahmen Kantone Millionen ein. Eine entsprechende Gesetzesänderung ist im Sommer 2012 beschlossen worden. Die Feuerwehrpflicht sei ungerecht, befand die Mehrheit im Großen Rat. Die Vorstellung, dass jeder eigenhändig Brände mitlöschen muss, sei veraltet, hieß es.

Deutschland

Eine Pflichtwehr ist auch im deutschen Feuerwehrgesetz verankert. Die Pflicht ermöglicht, Einberufungsbescheide an Bürger im Alter zwischen 18 und 55 Jahren zu verschicken und diese als Feuerwehrmitglieder zu verpflichten. Der Pflicht entgeht nur, wer einen triftigen Grund wie gesundheitliche Bedenken oder mangelnde Kinderbetreuung aufweisen kann. Wer sich weigert, muss mit Ordnungsgeldern in Höhe mehrerer Hundert Euro rechnen. In Deutschland gibt es vier Pflichtwehren: in Altwarp (Mecklenburg-Vorpommern), in List auf Sylt und Burg (Schleswig-Holstein) sowie in Pietzpuhl (Sachsen-Anhalt).

Spenden werden geteilt
Mit der LN-Weihnachtsaktion „Hilfe im Advent“ können die Leser unter anderem die Jugendfeuerwehren in Grevesmühlen, Kalkhorst und Schönberg unterstützen.
Der Grevesmühlener Nachwuchs will eine Berufsfeuerwehr in Berlin besuchen und für einige Stunden den Alltag miterleben. Verbinden wollen sie das mit einer Stadtrundfahrt und einem gemütlichen Grillen. In Kalkhorst und Schönberg soll Ausrüstung angeschafft werden, unter anderem Wettkampfschläuche. Kalkhorst spart weiterhin für ein großes Zelt, dass für die Jugendarbeit genutzt werden soll.
Die Hälfte aller eingegangenen Spenden — bisher 5057 Euro — wird für die genannten Jugendwehren gedrittelt, die andere Hälfte geht an die Grevesmühlener Flüchtlingshilfe bleib.mensch. 52
Ehrenamtler haben sich in diesem Jahr zusammengefunden, um Flüchtlingen vor allem in Grevesmühlen und Mallentin als Paten im Alltag zu unterstützen. So fahren sie sie unter anderem zu Ärzten und Behörden. In Grevesmühlen ist außerdem ein Begegnungscafé eingerichtet worden, in dem Flüchtlinge und Einheimische in Kontakt kommen können. jf
Klützer Zahntechniker steuern 100 Euro bei
/Klütz. In den Vorjahren habe Manfred Retzlaff immer wieder von der Spendenaktion den LN gelesen und gehört. In diesem Jahr will er sich mit seiner Firma, der Klützer Zahntechnik, aber erstmals daran beteiligen. „Denn ich finde die Kombination aus Unterstützung für die Wehren und die Initiative bleib.mensch in diesem Jahr sehr gut. Flüchtlinge sind ein aktuelles Thema. Aber auch die eigenen Ehrenamtler vor Ort werden dabei nicht vergessen“, begründet der 39-Jährige. Daher steckte er am Montag zwei Fünfziger in die transparente Spendenbox im Grevesmühlener Pressehaus. „Feuerwehren brauchen schließlich immer Geld“, weiß er. ak
Spendenkonten:







IBAN DE38140510001006017050

Empfänger: Flüchtlingsrat
Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Verwendung: „Hilfe im Advent“



IBAN DE85140613082424242424
Empfänger: Weihnachtsaktion
Verwendung: „Hilfe im Advent“

Jana Franke

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