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Nordwestmecklenburg Von rasenden Beats und schleudernden Beinen
Lokales Nordwestmecklenburg Von rasenden Beats und schleudernden Beinen
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00:00 12.10.2012
Schüler starteten auf der Bürgerwiese. Quelle: Jana Franke
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Nordwestmecklenburg

Grevesmühlen – Der erste Ton erklingt, und schon geht es los: Rhythmisches Gehopse sagen die einen, Tanz-Choreografie sagen die anderen, die Kenner eben. Die Rede ist vom neuen Tanztrend Jumpstyle, der auch in Grevesmühlen Einzug hält. Im Rhythmus der rasenden Beats aus den Lautsprechern der Musikanlage schleudert Oliver Deich seine Beine abwechselnd nach vorne und hinten. Der 22-jährige Auszubildende trainiert die Jumpcrew, die sich im April 2010 zusammenfand. Mittlerweile ist sie auf acht Mitglieder angewachsen, darunter drei Mädels, die den männlichen Jumpstylern in nichts nachstehen. Beobachter kommen nicht umhin, vor der Kondition der Performer respektvoll ihren Hut zu ziehen. Die Drehungen sind mal schnell, mal langsam. Beide Füße berühren nur selten zeitgleich den Boden. Sie jumpen bis der Arzt kommt – und das auch schon mal im wahrsten Sinne des Wortes. „Bei einem Auftritt in Gadebusch bin ich umgeknickt“, erinnert sich Oliver Deich. Diagnose: Sehnenanriss. „Ein halbes Jahr bin ich ausgefallen“, erklärt der Konstruktionsmechaniker, der zusammen mit Co-Trainer Fabian Lang (21) die Choreografien für das Training austüftelt. Beide packte das Fieber bereits vor mehreren Jahren. Das Duo hat sich immer am Ploggensee getroffen, das Autoradio aufgedreht und ihrer Tanzfantasie freien Lauf gelassen. Schließlich wollten sie es mit einem Auftritt auf dem Stadtfest in Grevesmühlen wagen. So kam der Kontakt mit dem Sportverein Blau-Weiß zustande. Die Werbetrommel wurde gerührt und die Jumpcrew geboren. Und das mit Trainern, die bereits einen fünften Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Jumpstyle in Göttingen vorweisen können.Jüngstes Mitglied ist Shawn Luca Blossey. Mit seinen zwölf Jahren „jumpt“ er über das Parkett der kleinen Halle am Tannenberg – der Trainingsstätte der Jungs und Mädels. Nach seiner Performance scheint der Grevesmühlener keineswegs aus der Puste zu sein. „Es macht einfach nur Spaß“, resümiert er und legt wieder los – die Arme und Beine wild und dennoch cool durcheinander schmeißend. Mit geneigtem Kopf beobachtet Lea Maretzke die Schrittfolge. Die 13-Jährige ist erst seit drei Monaten dabei. Auf einem Workshop in Neukloster fing sie sofort Feuer und schloss sich der Grevesmühlener Truppe an.Es ist nicht zu übersehen: Die Jumpcrew ist eine tolle Truppe, die sich auch ohne viele Worte versteht. Für weitere Jumpstyler ist das Team stets offen. „Wir suchen nicht nur Mitglieder, sondern auch Sponsoren“, sagt Oliver Deich geradeheraus. So werden unter anderem noch Shirts benötigt. Und: Die Fahrten zu Auftritten zahlt die Gruppe aus eigener Tasche. Auf Dauer wird das teuer!Die Beats aus den Boxen der Musikanlage verstummen. Nun ist es doch zu hören, das schwere Atmen. Platt sind sie nach dem harten Training. Dennoch können sie das nächste Training kaum erwarten.Einen Auftritt hat die Jumpcrew am Sonnabend beim Integrativen Sportfest in der Sport- und Mehrzweckhalle, ein weiterer steht am 3. November am selben Ort an. Kontakt knüpfen können Interessierte über 0 38 81/71 10 57. Trainiert wird immer mittwochs.

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