Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Warnower unzufrieden
Lokales Nordwestmecklenburg Warnower unzufrieden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:10 23.12.2017
Warnow

Auf der letzten Gemeindevertretersitzung im Jahr – so ist es Tradition in Warnow – wird nicht nur über aktuelle Themen gesprochen, sondern die Gelegenheit für ein gemütliches Beisammensein zum Jahresende genutzt.

„Ich hatte ungefähr 20 Leuten dazu eingeladen“, berichtet Lothar Kacprzyk, Bürgermeister von Warnow, „dann kamen überraschenderweise so um die 30.“ Was, so Kacprzyk, auch an dem wieder einmal mit um die 500 Besuchern reichlich frequentierten Weihnachtsmarkt der Gemeinde lag.

Gemütliche Stimmung allerdings – zumindest, was die kommunalen Belange in der Gemeinde angeht, kam bei den Gemeindevertretern und an der Sitzung teilnehmenden Gästen nicht auf. Und das lag nicht nur daran, dass es beim Warnower Reizthema – Bau einer neuen Straße durch das Dorf versus Erhalt der alten Alleebäume – nicht vorangeht.

„Die Angelegenheit belastet unsere Gemeinde in mehrfacher Hinsicht“, sagt Kacprzyk, deutlich geladen. „Es spaltet die Einwohner , menschlich gesehen, nach wie vor in Befürworter und Gegner. Mal abgesehen von dem unhaltbaren Zustand der Straße, deren Schlaglöcher gerade bei dieser Witterung wieder voller Wasser stehen.“ Was die Gemeindevertreter und viele Bürger von Warnow offenbar aber am allermeisten stört – und was nur zu einem, wenn auch nicht unerheblichen Teil mit dem Allee-Problem zusammenhängt, sind die generellen kommunalpolitischen Bedingungen in Landkreis und Land. „Es geht doch nicht nur darum, dass es nicht vorangeht mit dem Planfeststellungsverfahren zum Bau der neuen Straße.“, Kacprzyk. „Dieses Projekt ist letztlich so symptomatisch dafür, wie es im Landkreis und im Land generell läuft.“

Seit 17 Jahren beschäftige man sich in Warnow nun bereits mit dem Projekt „Neue Dorfstraße“, so der Bürgermeister. Vier verschiedene Landräte habe man in dieser Zeit in Nordwestmecklenburg regieren sehen – und alles sei von Jahr zu Jahr immer komplizierter geworden. „Gesetze, Richtlinien, Verordnungen, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Entscheidungen, die nur noch wenig nachvollziehbar sind und dazu noch ewig auf sich warten lassen, die häufig ganz klar nicht im Interesse von Gemeinden liegen, die dringend Zuwachs brauchen und ihn auch haben könnten.“, so Kacprzyk. Viele Warnower, sagt er weiter, vermissten die in Wahlzeiten immer wieder so wortreich versprochene Bürgernähe. „Tatsächlich wissen Politker und Verwaltungsbeamte oft doch gar nicht mehr, wie die Realität wirklich aussieht.“

Deshalb hat sich Lothar Kacprzyk auch Luft gemacht in einem Brief an den Landkreis. Im Januar soll es nun ein Treffen mit Landrätin Kerstin Weiss (SPD) geben. Doch wirklich Hoffnung darauf, dass sich irgendetwas verbessert, beziehungsweise schnell löst im kommenden Jahr, sagt Lothar Kacprzyk, haben sie in der Gemeinde nicht mehr. Trotzdem machen die Gemeindevertreter weiter, sagt er dann. Denn, was bliebe ihnen auch anderes?

Annett Meinke

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der SV 77 lädt am Donnerstag in die Ploggenseehalle in Grevesmühlen.

23.12.2017

Und das mit einem Bus des Vereins „Stadt ohne Watt“ / Mehr als 5600 Euro sind im Topf.

23.12.2017

Auch in diesem Jahr gibt es zu Silvester den Stadtlauf Grevesmühlen, organisiert von der AG Stadtlauf. Der Start erfolgt am Sonntag, dem 31.

23.12.2017
Anzeige