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Nordwestmecklenburg Was kosten eigentlich die neuen Lampen?
Lokales Nordwestmecklenburg Was kosten eigentlich die neuen Lampen?
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20:23 02.07.2013
Bauamtsleiter Lars Prahler
Grevesmühlen

Seit 2012 werden in Grevesmühlen die Straßenlampen umgerüstet. Die stromsparende LED-Technik soll nicht nur für besseres Licht sondern auch Einsparungen sorgen — 25 000 Euro pro Jahr. Bei einer Investitionssumme von insgesamt 1,2 Millionen Euro würde es — rein rechnerisch — 42 Jahre dauern, bis die Investitionskosten sich amortisiert hätten. Die Rechnung geht für die Stadt nur deshalb auf, weil es Fördermittel und zinsgünstige Kredite gibt und die Anwohner sich daran beteiligen müssen. Doch genau das stößt jetzt einigen Grevesmühlener Bürgern sauer auf.

Eine Zahl von 900 Euro pro Grundstücksbesitzer kursiert derzeit in der Stadt. „Die Anwohner der Wasserturmstraße fühlen sich überrumpelt“, beschwert sich Dirk Grimm aus Grevesmühlen. Mit den Leuten in dieser und in der Wismarschen Straße sei nicht gesprochen worden. In der Entscheidungsfindung seien die Bürger außen vor geblieben.

„Wenn die Stadt Energie und Kosten sparen will, stellt sich die Frage, warum die Anzahl der Laternen erhöht wird“, fragt Grimm. In der Wasserturmstraße beispielsweise würden statt bisher fünf nun sieben Laternenmasten neu aufgestellt. Zudem würden gleichzeitig die Erdkabel neu verlegt. Die seien jedoch erst in den 1990er-Jahren verlegt worden. „Kabel können durchaus 30 bis 40 Jahre genutzt werden“, sagt Grimm. Jetzt sollen sie bereits nach knapp 20 Jahren ausgetauscht werden.

Bislang sind nach Auskunft der Stadtwerke 868 Leuchten umgerüstet worden, 602 davon allein im vergangenen Jahr. Insgesamt sollen bis Ende dieses Jahres 1100 Lampen auf LED umgestellt werden. Rund 700 000 Euro nehmen die Stadtwerke dafür in die Hand. Darüber hinaus lässt die Stadt in einigen Straßen die Beleuchtung neu bauen, unter anderem auch in der Sandstraße, in der Wismarschen Straße, in der Wasserturmstraße und im AWG-Viertel. Grimm bemängelt gleichzeitig, dass „doppelt unnötig öffentliche und private Kassen geschröpft“ werden.

Die Stadt selbst nennt auf Anfrage keine genauen Zahlen und verweist auf die Straßenausbaubeitragssatzung, in der geregelt ist, wann und wie sich Grundstückseigentümer an Straßenbaumaßnahmen finanziell beteiligen müssen. „Durchschnittliche Beiträge sind nicht pauschal zu benennen, da die tatsächlichen Beiträge für den Grundstückseigentümer von zahlreichen Rahmenbedingungen abhängen, die sich aus der Satzung ergeben“, so Bauamtsleiter Lars Prahler. Beitragsbescheide, in denen Anwohner zur Zahlung aufgefordert werden, seien noch nicht verschickt worden. Das geschehe erst nach Abschluss der Umrüstung.

Dirk Grimm allerdings zweifelt grundsätzlich an der Erhebung der Beiträge. Laut Satzung dürfen nur Straßenausbaubeiträge erhoben werden, wenn den Betroffenen „durch die Möglichkeit der Inanspruchnahme dieser Einrichtung Vorteile erwachsen“. Direkt profitieren würden die Anwohner in der Wasserturmstraße laut Grimm nicht von der Umrüstung, schließlich gab und gibt es vorher wie nachher dort eine Straßenbeleuchtung. Die Stadt begründet die Beitragserhebung folgendermaßen: „Wir gehen davon aus, dass die Grundvoraussetzungen für die Beitragserhebung gegeben sind, da in diesem Falle die vorhandenen Anlagen technisch abgeschrieben sind und zudem nicht mehr dem Stand der aktuellen Technik entsprechen.“

Die Stadt hat rund 127 000 Euro als Zuschuss über das Bundesumweltministerium eingeworben. Ein Investitionskredit über 240 000 Euro wurde zinsgünstig über die KfW-Bank bewilligt.

Umrüstung in Zahlen

1700 Lampen werden teilweise auf LED-Technik umgerüstet, teilweise neu gebaut.

1,2 Millionen Euro kostet die gesamte Maßnahme. Die Wartung, Reparatur und Sanierung des Laternennetzes übernehmen anschließend die Stadtwerke. Dafür zahlt die Stadt rund 200 000 Euro jährlich. Zuvor hätten allein die Stromkosten den Stadthaushalt mit jährlich rund 225 000 Euro belastet.

Mit der Fertigstellung endet auch die Ära der Nachtabschaltung in Grevesmühlen. Die Lampen leuchten künftig die ganze Nacht, werden dafür gedimmt.

Robert Niemeyer

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