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Was wird aus dem ehemaligen Versorgungszentrum?

Grevesmühlen Was wird aus dem ehemaligen Versorgungszentrum?

Es war selbst für DDR-Verhältnisse ein gewaltiges Bauwerk, das im Mai 1976 in Grevesmühlen eröffnet wurde.

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Der Platz vor dem Versorgungszentrum am Eingang zur damaligen Ernst-Thälmann-Straße, der heutigen Wismarschen Straße.

Grevesmühlen. Es war selbst für DDR-Verhältnisse ein gewaltiges Bauwerk, das im Mai 1976 in Grevesmühlen eröffnet wurde. Das Versorgungszentrum beinhaltete neben der Kaufhalle noch ein großes Restaurant im Obergeschoss sowie eine Kegelbahn im Keller. Und eine Bar befand sich ebenfalls in dem Gebäude, das den gesamten Bereich zwischen Lustgarten und Ernst-Thälmann-Straße (heute Wismarsche Straße) neu gestaltete. Das VZ, wie das Versorgungszentrum kurz genannt wurde, war Teil eines Planes für die Umgestaltung von Grevesmühlen. Der Plan sah vor, die alte Bausubstanz abzureißen und ein neues, vollkommen modernes Zentrum zu schaffen. Aus Geldmangel allerdings wurde das Konzept nie umgesetzt.

LN-Bild

Es war selbst für DDR-Verhältnisse ein gewaltiges Bauwerk, das im Mai 1976 in Grevesmühlen eröffnet wurde.

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Stattdessen entwickelte sich das VZ zum kulturellen Zentrum der Stadt. Die Kegelbahn im Keller, der Springbrunnen davor, das Kino nur zehn Meter entfernt — neben dem Markt und der August-Bebel-Straße war der Bereich rund um das neue Gebäude ein beliebter Treffpunkt.

Das änderte sich auch mit der Wende nicht. Allerdings schloss nach wenigen Monaten die Kellerbar, die Kegelbahn hielt sich noch einige Jahre, ebenso wie das Restaurant (Kreihnsdörper Hof).

Inzwischen hat mit Markant auch der Lebensmittelhandel das ehemalige VZ verlassen. Das ursprünglich als Kaufhalle konzipierte Erdgeschoss erwies sich als zu klein für die heutigen Ansprüche, eine Erweiterung schlossen Eigentümer und Mieter aus. Im Obergeschoss befinden sich heute medizinische Einrichtungen, eine adäquate Nutzung wäre auch für das Erdgeschoss denkbar. Doch noch ist völlig unklar, was mit den leerstehenden Räumen, immerhin knapp 800 Quadratmeter, passieren soll. Gespräche laufen, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung, die beim Eigentümer, einer TLG-Nachfolgegesellschaft, regelmäßig nachfragt. Nur Ergebnisse gibt es bislang nicht.

Und die wird es wohl auch in absehbarer Zeit nicht geben, wie die OZ-Anfrage bei der TLG ergab. Unternehmenssprecher Christoph Wilhelm: „Wir prüfen derzeit die Strategie des gesamten Objektes und werden dann anschließend entscheiden, wie damit und mit der Fläche weiter verfahren wird.“ Daher könnten Fragen zur Zukunft des Gebäudekomplexes derzeit nicht beantwortet werden.

Das Versorgungszentrum in Zahlen

27 . September 1974: An diesem Tag erfolgte die Grundsteinlegung, am 3. Mai 1976 die Eröffnung. Das Restaurant wurde fünf Tage später, am 8. Mai, eingeweiht. Errichtet wurde das Gebäude vom VEB Kreihnhorst. Objektleiter war und blieb Harry Thiele, nach der Wende übernahm er das Restaurant im Obergeschoss, den Kreihnsdörper Hof. Der Brunnen entstand ab Ende 1976.

Die Kaufhalle wurde damals von Horst Thiessen geleitet, 33 Frauen gehörten zu seinem Kollektiv. Später wuchs die Zahl auf 40, inklusive der Lehrlinge.

Zum Restaurant gehörten damals 45 Kellner und Köche sowie 20 Lehrlinge. Zu den Aufgaben der Einrichtung gehörte nicht nur die Dienstleistung als Restaurant, sondern auch die Produktion und Ausgabe der Speisen für die Arbeiterversorgung, inklusive der Schichtarbeiter in Grevesmühlen.

Die Bar im Kellergeschoss bot 55 Gästen Platz und war mittwochs bis sonntags ab 19 Uhr geöffnet.

Musik wurde regelmäßig im Restaurant angeboten, ab September 1979 spielten die „Flamingos“, zu ihnen gehörten unter anderem Eckhard Bomball, Ronald Gross, Manfred Ludwig, Edwin Plescher, Heinrich Wienkeh und Horst Gierke.

Die Kegelbahn war eines der Highlights der Anlage und auch nach der Wende Treffpunkt für die Kegler in Grevesmühlen. Doch die Personalkosten waren auf Dauer nicht zu finanzieren.

Der SV Blau-Weiß als zwischenzeitlicher Betreiber der Bahn beendete das Kapitel Ende der 1990er Jahre.

Von Michael Prochnow

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