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Nordwestmecklenburg Wegen baulicher Mängel: Flüchtlingsunterkunft geschlossen
Lokales Nordwestmecklenburg Wegen baulicher Mängel: Flüchtlingsunterkunft geschlossen
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21:58 08.03.2016
Das DRK-Gebäude in Wismar: Der Landkreis nutzt es nicht mehr als Unterkunft für Flüchtlinge. Quelle: Peter Preuß

Der Landkreis hat den Mietvertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) für die Flüchtlingsunterkunft in der Hans-Grundig-Straße in Wismar überraschend gekündigt. Das Gebäude in der Nähe der Sporthalle in der Bürgermeister-Haupt-Straße sollte bis Ende Juni für die neu ankommenden Flüchtlinge bereitstehen. „Der Landkreis benötigt die Unterkunft nicht mehr“, bestätigte Kreissprecherin Petra Rappen auf Anfrage der Lübecker Nachrichten. „Die dort untergebrachten Flüchtlinge sind in Wohnungen eingezogen.“

Als Grund für die Kündigung des Vertrages zwischen dem DRK-Kreisverband und dem Landkreis nennt Petra Rappen fehlende Brandschutzmaßnahmen in dem Gebäude. „Es hätte investiert werden müssen.“  Seit Anfang September fungierte das ehemalige Kindergarten-Gebäude als Übergangsunterkunft.

Zum 1. März sind die zuletzt noch 35 Bewohner nun dezentral untergebracht worden. Sie haben insgesamt sechs Wohnungen in Wismar, Bad Kleinen, Mallentin und Warin bezogen. „Die Kurzfristigkeit ist schon ein wenig überraschend“, sagte DRK-Geschäftsführer Ekkehard Giewald. Er hatte erst vor zwei Wochen die Nachricht von der Schließung erhalten.

Doch er versteht die Entscheidung. „Der Schritt ist nachvollziehbar. Es handelt sich um bauliche Mängel. Die Sicherheit geht vor“, betonte Giewald. Außerdem seien in der aktuellen Situation nicht mehr Notunterkünfte, sondern vielmehr Wohnungen gefragt. 

Auch Björn Griese, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag, begrüßte die Entwicklung: „Das ist ein Zeichen dafür, dass allmählich alles in geregelten Bahnen läuft.“ Für ihn sei der Kontakt der Flüchtlinge mit den einheimischen Menschen ein wichtiger Bestandteil für Integration.

Er betonte aber auch, dass die Wohnungssuche für Flüchtlinge in enger Absprache mit den Gemeinden stattfinden müsse. Außerdem dürfe es nicht zum Geschäft für private Wohnungsanbieter werden, die auf diese Weise versuchen, zum Teil veraltete Wohnfläche zu vermieten. 

Die fünf Räume in der Hans-Grundig-Straße hatten eine Wohnfläche von etwa 400 Quadratmetern geboten. Ende 2015 lebten hier bis zu 55 Menschen zusammen. Neben vielen ehrenamtlichen Helfern hatte das DRK hier auch zwei Mitarbeiter mit befristeten Verträgen beschäftigt.

Von Michael Prochnow und Daniel Heidmann

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