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Nordwestmecklenburg Wehrführer Olaf Abel kritisiert Gemeindevertreter
Lokales Nordwestmecklenburg Wehrführer Olaf Abel kritisiert Gemeindevertreter
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20:18 19.05.2016

Kein Feuerwehrgerätehaus, ein museumsreifes Fahrzeug und Kleidung, die schimmelt – in der Gemeinde Lüdersdorf arbeiten einige Feuerwehren unter fragwürdigen Bedingungen. Sehr zum Ärger von Schattins Wehrführer Olaf Abel, der die Zustände kritisiert. Seiner Meinung nach hat die ständig wachsende Gemeinde in den vergangenen zwei Jahrzehnten vieles beim Thema Brandschutz versäumt. Das habe vor zwei Jahren auch schon der Brandschutzbedarfsplan ans Tageslicht gebracht. „Den einen oder anderen Gemeindevertreter hätten die Ergebnisse die Schamesröte ins Gesicht treiben müssen“, so Abel über die Missstände.

Schattins Wehrführer sitzt für die CDU auch in der Lüdersdorfer Gemeindevertretung. Er fordert die Lokalpolitiker aller Fraktionen auf, sich „endlich um die wahren Probleme“ in der Gemeinde zu kümmern. Das heißt für ihn, der Feuerwehr höchste Priorität einzuräumen. „Fangt an, euren Verpflichtungen, dem Brandschutz, gerecht zu werden und ausreichend und zeitnah Mittel bereitzustellen, so dass eine Behebung der Missstände zu erkennen ist“, so Abel.

Wie berichtet, haben die Gemeindevertreter im März mehrheitlich beschlossen, die Bedingungen zu verändern. Bis 2022 soll in Lüdersdorf, Schattin und Palingen jeweils ein Feuerwehrgerätehaus gebaut werden. In Neuleben ist zudem eine Garage für die Feuerwehr geplant. Für Olaf Abel kommt die Entscheidung viel zu spät. Schließlich seien die fragwürdigen Zustände bei vier der fünf Ortswehren schon seit mehr als zwei Jahren bekannt. Geld für den Eigenanteil, um von Kreis und Land Fördermittel für den Bau der Gerätehäuser zu bekommen, hat die Gemeinde aber noch nicht gespart. „Das hätte doch schon längst passieren müssen“, sagt Abel. Vor allem, angesichts der angespannten Haushaltslage und der Kosten.

Pro Gerätehaus plant die Gemeinde Lüdersdorf mit 350000 Euro. Für Olaf Abel viel zu wenig. Das sieht Gemeindewehrführer Michael Schinke ähnlich: „Ich glaube, da muss man Realist sein und sagen, dass man damit nicht hinkommt.“ Eine Aussage, der Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) nicht widerspricht: „Wir wissen, dass andere Vorhaben schon teurer geworden sind. Hier muss man unterscheiden zwischen unseren Wunschvorstellungen und dem, was wir brauchen.“

Ein Feuerwehrgerätehaus in Schattin gibt es nicht. Das Einsatzfahrzeug steht deshalb in einem Nebenraum einer Scheune. In dem Raum hängt auch die Einsatzkleidung. Abel sagt: „Das heißt, wenn das Fahrzeug rausfährt, sind die Klamotten erstmal dieselbestäubt und stinken.“ Ebenfalls ärgerlich für die Schattiner Brandschützer: In dem Raum neben der Scheune ist es nicht nur eng und stinkig, sondern auch noch feucht. „Die Klamotten sind dadurch klamm und drohen zu schimmeln“, sagt Abel und schüttelt mit dem Kopf.

Für einige Helme der Schattiner Wehr kommt bereits jede Hilfe zu spät. „Die Ledereinsätze sind spackig und schimmelig“. Kritik gibt es auch am Fahrzeug. Laut Abel ein echter Oldtimer. „Den können wir ins Museum bringen.“ Doch das ist noch nicht alles. Es kommt noch schlimmer: Denn die Feuerwehrleute in Schattin haben laut Abel nicht einmal eine Möglichkeit, um auf die Toilette zu gehen. Der Wehrführer sagt: „Wenn wir pinkeln müssen, gehen wir in einen Knick. Am besten zu zweit, damit einer Schmiere steht.“

Steffen Oldörp

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