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Nordwestmecklenburg Weil Frau und Frau jetzt auch Eheleute werden dürfen
Lokales Nordwestmecklenburg Weil Frau und Frau jetzt auch Eheleute werden dürfen
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18:20 04.11.2017
Heike Meyer (l.) und Elke Unger mit ihrer Eheurkunde. Quelle: Foto: Daniel Heidmann

Auch wenn es 2004 schon hieß, „Erste Frauen-Hochzeit in Grevesmühlen“, wirklich verheiratet sind Elke Unger und Heike Meyer erst seit dem 26.

Oktober 2017. War es am 30. April vor 13 Jahren lediglich ihre Lebenspartnerschaft, die sie sich offiziell haben bescheinigen lassen, so konnten sie das Rathaus diesmal mit einer Eheurkunde verlassen.

Seit dem 1. Oktober ist Gesetz, was der Bundestag im Juli beschloss: die Ehe für homosexuelle Paare und damit die Ehe für alle. Auch Schwule und Lesben dürfen heiraten. Ihre eingetragene Lebenspartnerschaft daraufhin auch in die Ehe umzuwandeln, das haben Elke Unger und Heike Meyer für sich nie infrage gestellt. „Wir wollten mit diesem Schritt zeigen, wie ernst wir es auch damals schon gemeint haben“, erklärt Elke Unger, was sie und ihre Frau zu dieser neuerlichen Entscheidung füreinander veranlasst haben.

Die heute 59-Jährige und ihre 57-jährige Partnerin haben zwar nie zu jenen gehört, die auf die Straße gingen und für die Homosexuellen-Ehe demonstrierten, doch viele andere hätten das getan.

„Sie haben so sehr gekämpft dafür, darum sollten wir dieses Recht auch in Anspruch nehmen“, fordern Heike Meyer und Elke Unger auf, es ihnen gleichzutun. Das auch unter dem Aspekt, dass Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe denken, dass mit der Lebenspartnerschaft zuvor wäre ja wohl nicht so ernst genommen worden. Seit 2001 war es gleichgeschlechtlichen Paaren möglich, sich ihre Lebenspartnerschaft amtlich eintragen zu lassen. Vor dem Grevesmühlener Standesamt waren es bis dato acht. Geheiratet hat seit dem 1. Oktober ein homosexuelles Paar. Ihre Lebenspartnerschaft in eine Ehe umgewandelt haben bisher lediglich Heike Meyer und Elke Unger.

Den beiden Rankendorferinnen waren zudem die damit gesetzlich verankerten rechtlichen Dinge wichtig: Jetzt sicher zu wissen für den anderen, was sie sich aufgebaut haben, wenn einer mal nicht mehr ist. Auch die Witwenrente sei so ein Aspekt. Bei der Namenswahl gingen sie pragmatisch vor. „Weil es praktischer ist, behält jede ihren Mädchennamen“, erklärt Heike Meyer. Wichtig für beide Frauen sei es, jetzt eine Ehe eingegangen zu sein. „Auch wenn es nur ein formeller Akt war“, das jüngste Treffen vor dem Standesamt wurde doch zu einem emotional hoch angebundenen Ende der ehelosen Zeit. Groß gefeiert worden wie eine Hochzeit war schon der Eintrag als Lebenspartnerschaft.

Die in Leipzig geborene Elke Unger und die gebürtige Lübeckerin Heike Meyer haben sich 1992 kennengelernt. Erstere, einst als Informationstechnikerin diplomiert, leitet heute den Kundenservice eines mittelständischen Unternehmens. Die Zahntechnikerin Heike Meyer kann für sich in Anspruch nehmen, schon 40 Jahre lang in einer Firma zu arbeiten.

Cornelia Roxin

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