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Nordwestmecklenburg Weil die Winter zu warm sind: Preise für Brennholz fallen
Lokales Nordwestmecklenburg Weil die Winter zu warm sind: Preise für Brennholz fallen
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21:17 19.02.2016
Ingo Krebs vom Forstamt Grevesmühlen bei der Holzernte im Steinbrink nördlich von Grevesmühlen. Quelle: Fotos: Karl-Ernst Schmidt (2), Archiv (2)

 Gründe für den Preisverfall gibt es mehrere. Zum einen existiert ein Überangebot von Holz auf dem Markt, zum anderen haben die milden Winter in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viele Kaminbesitzer weniger Holz verfeuert haben, als sie geplant haben. Die privaten Holzmieten sind immer noch gut gefüllt.

Die Ansprechpartner für Brennholz gibt es unter der Internetadresse www.wald-mv.de. Dort sind sämtliche Revierförster zu finden. Forstamt Grevesmühlen: 03881/7599 0

„Es ist schon zu merken, dass die Nachfrage gesunken ist“, so Peter Rabe, dessen Behörde auf die Situation reagiert hat. Das Forstamt bietet auch in diesem Winter wieder Brennholz an. Allerdings verweist der Forstamtsleiter darauf, dass die genannten Preise für Drei-Meter-Stämme, die an den Waldrändern liegen, gelten. Personen, die einen sogenannten Sägeschein besitzen, können auch direkt in den Wäldern in Absprache mit den Revierförstern Holz machen. Dort beginnen die Preise dann bei 15 Euro pro Raummeter. „Aber wir empfehlen die Stämme an den Waldrändern, auch weil die Wege in den Wäldern zurzeit schlecht zu befahren sind.“

Dem Forstamt ist auch daran gelegen, dass der Brennstoff aus den Wäldern in der Region bleibt. Daher ruft Peter Rabe die Interessenten auf, sich bei Bedarf bei den Förstern zu melden. „Und zwar sollten sie sich jetzt melden, denn die Waldarbeiter und Lohnunternehmen sind derzeit in den Wäldern unterwegs, um Bäume zu fällen.“ Bei größeren Mengen vermittelt das Forstamt auch den Kontakt zu Logistikunternehmen. „Alles kein Problem, wenn jemand Hilfe benötigt, dann finden wir auch eine Lösung“, so Peter Rabe.

Derzeit herrscht Hochbetrieb in allen Wäldern des Forstamtes Grevesmühlen. Der Winter ist traditionell die Zeit, in der Holz geerntet wird. Nur in der kalten Jahreszeit können die schweren Maschinen in die Wälder. Doch genau da liegt derzeit das Problem. „Es ist einfach zu warm, die Böden sind vollkommen durchweicht, die Spuren der Fahrzeuge nicht zu übersehen“, erklärt Forstamtsleiter Peter Rabe. Immer wieder hagelt es Beschwerden über zerfurchte Wander- und verdreckte Radwege. „Das bleibt nicht aus bei diesem Wetter, wir können nur um Verständnis bitten. Natürlich werden die Spuren beseitigt, aber bis dahin dauert es noch eine Weile.“

Der Holzeinschlag ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Forstamtes. „Das Fällen der Bäume gehört nunmal dazu, der Rohstoff wird gebraucht, zudem ist es auch eine Pflegemaßnahme für den Wald“, erklärt Peter Rabe die Arbeiten in der Wintersaison. „Natürlich wäre es für den Boden schonender, wenn die Stämme mit Rückepferden aus dem Wald geholt werden würden. Aber bei den Mengen, die wir ernten, würde das ewig dauern. Und der Preis für das Holz wäre auch deutlich höher.“

Also erledigen moderne Maschinen den Job. Die sind aufgrund der weichen Böden inzwischen größtenteils mit Ketten anstatt mit Rädern ausgerüstet. Rabe: „Das verringert die Bodenbelastung etwas, sorgt aber dafür, dass eine Menge Erde auf den Wegen landet.“

Wölfe in Nordwestmecklenburg

Im März 2014 schlugen die Einwohner von Redewisch Alarm, als ein gerissenes Reh nahe der Dorfstraße entdeckt wurde. War es ein Wolf? Drei Wochen später meldete ein Lkw-Fahrer, dass er bei Lübseerhagen einen Wolf beobachtet habe, wie er ein Reh angriff. In dieser Woche gab es eine Meldung über einen angeblichen Wolf bei Stove. „Solche Meldungen gibt es immer wieder“, sagt Grischa Mai, Revierleiter in Selmsdorf und Wolfsbeauftragter des Forstamtes Grevesmühlen. „Nur Bestätigungen gibt es bisher nicht.“ Der Fachmann geht durchaus davon aus, dass Wölfe durch den Nordwestkreis ziehen. Schließlich gibt es in Schleswig-Holstein nachweislich Wölfe. „Aber in 95 Prozent der Fälle, die bei uns auflaufen, stellt sich heraus, dass es sich um Hunde handelt.“ So ranken sich weiter Mythen um das Raubtier und seine Rolle in der Region. Nach wie vor ungeklärt ist auch der Fall aus dem Jahr 2009 als sogar Fotos von Tieren gemacht wurden, die Experten als Wölfe beziehungsweise Mischlinge aus Wolf und Hund bezeichneten. Versuche, die Tiere einzufangen, scheiterten. Vermutlich wurden sie erschossen und vergraben.

Michael Prochnow

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