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Nordwestmecklenburg Weißdornwurzeln brechen Radweg auf
Lokales Nordwestmecklenburg Weißdornwurzeln brechen Radweg auf
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20:10 18.08.2015
Einige Zentimeter hoch wölbt sich der Asphalt im Radweg an der Mecklenburger Straße. Radler müssen vorsichtig fahren. Quelle: Malte Behnk
Boltenhagen

Der Bürgermeister des Ostseebades Boltenhagen ist verärgert. Im asphaltierten Fuß- und Radweg an der Mecklenburger Allee, die zum Dorfhotel an der Weißen Wiek führt, haben sich dicke Beulen gebildet.

Faustgroß und höher hat sich der Asphalt gewölbt und ist auf den Kuppen aufgerissen. „Das ist eine Gefahr für die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern“, sagt Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU). Familien, die mit dem Fahrrad vom Hotel an der Weißen Wiek kommen, reagieren erstaunt auf die Knubbel im Asphalt.

Die Gemeinde hat die beschädigten Stellen zunächst mit Warnschildern markiert, um Unfälle zu vermeiden, muss aber kurzfristig handeln. „Ich werde mit dem Amt veranlassen, dass die Hubbel erstmal abgehobelt werden“, sagt Schmiedeberg. Er geht davon aus, dass die an der Straße und am Radweg gepflanzten Weißdornbüsche für die Aufwölbungen verantwortlich sind. Das befürchtet auch Bauamtsleiterin Maria Schultz im Amt Klützer Winkel. Sie kennt ähnliche Schäden durch Wurzeln vom Kolonnenweg entlang der Steilküste im Westen des Klützer Winkels. „Die Wurzeln des Weißdorn sind so hartnäckig, die drücken sich durch die Asphaltschicht. Da kann man höchstens an den Fahrbahnrändern senkrecht eine Barriere einbringen“, sagt sie.

Das sowie die kurzfristigen Reparaturen zur Gefahrenabwehr kosten Geld. „Es muss geklärt werden, wie nach vier oder fünf Jahren schon solche Schäden auftreten können.“ Auch in der Fahrbahn der Straße würden sich schon Wellen bilden, weil der Weißdorn sich darunter ausbreitet.

„Ich sehe die Verantwortung dafür bei denen, die gebaut und geplant haben“, sagt Schmiedeberg. Er hat bereits Kontakt zum damaligen Planungsbüro aufgenommen. Die Gemeinde habe Straße und Radweg vom Erschließungsträger, der Marina-Gesellschaft, fertig gebaut übernommen. „Es hilft ja langfristig auch nicht, einfach nur zu flicken“, sagt der Bürgermeister. „Wir können es kurzfristig abfräsen, aber dann sieht es erstens scheußlich aus und zweitens kann Feuchtigkeit eindringen und dem Unterbau schaden“, erklärt Christian Schmiedeberg.

Er versteht nicht, dass beim Bau der Straße direkt am Rand Weißdornbüsche gepflanzt wurden. Eigentlich sei bekannt, dass sich deren Wurzeln massiv ausbreiten. Es müsse jetzt geklärt werden, ob es für den Bau und die Anpflanzung der Weißdornbüsche eine Form der Gewährleistung gibt oder ob die Gemeinde die Kosten für eine Aufwendige Reparatur mit einem Schutz gegen neue Schäden durch Wurzeln selber tragen muss. „Dann muss das in den zuständigen Gremien wie Bau- und Finanzausschuss besprochen werden, bevor in der Gemeindevertretung ein Beschluss dazu gefasst werden kann“, sagt Schmiedeberg.

Dementsprechend könnte es bis in den Oktober oder November dauern, dass diese Entscheidung fällt. Damit könnte frühestens im kommenden Jahr mit einer umfassenden Sanierung an der Mecklenburger Straße begonnen werden.

Malte Behnk

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