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Nordwestmecklenburg Weitere EHEC-Kranke in Klinik - Verdächtige Gurken in Mecklenburg-Vorpommern
Lokales Nordwestmecklenburg Weitere EHEC-Kranke in Klinik - Verdächtige Gurken in Mecklenburg-Vorpommern
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16:32 30.05.2011
AusAngst vor EHEC lassen Verbraucher die Finger von Gurken, Tomaten undSalat. Quelle: dpa
Schwerin

In Nordrhein-Westfalen sind zwei Menschen Opfer der Darmseuche EHEC geworden. Im Kreis Gütersloh starb am Montagmittag eine Frau, teilte der Kreis mit. Ihr Alter wurde mit 40 bis 50 Jahren angegeben. Sie litt nach der Infektion unter EHEC-Komplikationen, dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS). Zuvor hatte der Kreis Paderborn mitgeteilt, dass eine 91-jährige Frau aus Bad Lippspringe am Sonntag der Krankheit erlegen ist. Es sind die beiden ersten Todesfälle durch EHEC außerhalb Norddeutschlands. In Nordrhein-Westfalen war zuletzt im Jahr 2005 ein Mensch im Zusammenhang mit EHEC gestorben. Auch zuvor hatte es schon EHEC-Tote gegeben.

Insgesamt sind inzwischen mindestens zehn Menschen an der

lebensgefährlichen Komplikation HUS gestorben, die als schwere Folge

einer EHEC-Infektion auftreten kann. In Mecklenburg-Vorpommern sind weitere infizierte Gurken aufgetaucht.

Bistro: Weniger Salat-Bestellungen

Selbst die Erdbeeren bleiben liegen

Hat der EHEC-Erreger Ihre Ernährungsgewohnheiten verändert?

In Mecklenburg-Vorpommern sind

bislang keine Todesopfer zu beklagen. Doch nimmt die Zahl der

Infizierten, die sich in ärztliche Behandlung begeben, zu. Wie der

Epidemiologe Emil Reisinger auf sagte, wurden in Rostock drei

weitere Erwachsene stationär aufgenommen. Somit sind landesweit mehr

als 50 Fälle bekannt, bei denen eine Infektion mit dem Durchfall-

Erreger diagnostiziert wurde.

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock will erst am

Montag wieder exakte Zahlen für das Land bekanntgeben.

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge mittlerweile mehr als 1000

bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert. Normalerweise gibt es

im ganzen Jahr etwa 900 gemeldete Infektionen mit den Bakterien.

Mecklenburg-Vorpommerns Verbraucherschutzminister Till

Backhaus (SPD) ließ unterdessen vorsorglich die Reste verdächtiger

Gurkenlieferungen aus dem Verkehr ziehen und entsorgen. Wie er am

Sonntag mitteilte, hatten die zuständigen Kontrollbehörden des Landes

bei drei Gurken, die in Lebensmittelläden und Gaststätten

Mecklenburg-Vorpommerns sichergestellt wurden, mögliche Hinweise auf

den gefährlichen EHEC-Erreger gefunden.

Für eine endgültige Bestätigung seien aber weitere Untersuchungen

nötig, deren Ergebnisse erst Mitte der Woche zu erwarten sind. „Wir

sind auf diese Gurken im Zusammenhang mit der Auswertung der

Fragebögen von erkrankten Patienten gestoßen. Insofern kann ein

Zusammenhang mit der Erkrankung bestehen“, erklärte Backhaus. Zur

Herkunft der Gurken machte er keine Angaben.

Bei den Überprüfungen von Ziegenfrischkäse, Erdbeeren, Tomaten,

Eisbergsalat, Paprika, Kerbel, Fenchel, Wildkräutersalat und Ruccola

durch das Landesamt für Lebensmittelsicherheit habe es bislang keine

Beanstandungen gegeben. Backhaus mahnte aber erneut, Gemüse und Obst

vor dem Verzehr gründlich zu reinigen oder gegebenenfalls zu kochen

und die Regeln der Hygiene streng zu beachten.

In einer Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ gaben 58 Prozent der

Befragten an, derzeit auf ungekochte Gurken, Tomaten und Salat zu

verzichten. Die Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und

Gemüse (BVEO) lässt unterdessen das Gemüse seiner Mitglieder im Labor

untersuchen. Bislang seien keine EHEC-Bakterien gefunden worden,

berichtete der Verband in Bonn.

Nach wie vor treten Erkrankungen vor allem in Norddeutschland auf.

Der Höhepunkt der EHEC-Welle ist offensichtlich noch nicht erreicht.

„Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahl der Schwererkrankten noch

weiter steigt“, sagte ein Sprecher des niedersächsischen

Sozialministeriums. Auch Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister

Heiner Garg (FDP) erwartet eine weitere Zunahme. Zwischen einer

Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit könnten bis zu zehn Tage

liegen, betonte er. „Wir hoffen jeden Tag, dass es abebbt“, sagte der

Rostocker Mediziner Reisinger. Ein Trend lasse sich ablesen, wenn am

Montag die neuen Zahlen für das Land vorliegen. Allein von Donnerstag

zum Freitag war im Nordosten die Zahl der Erkrankten um 17 auf 49

gestiegen, wie das Landesgesundheitsamt mitgeteilt hatte.

Nach Angaben der EU-Seuchenkontrollbehörde ECDC in Kopenhagen

handelt sich um einen der weltweit schwersten Ausbrüche solcher

EHEC-Varianten, die HUS auslösen können - und um den bislang größten

beobachteten Ausbruch in Deutschland. Von den mittlerweile zehn

EHEC-Toten bundesweit sind neun Opfer Frauen. Bislang stammen alle

Todesopfer aus Norddeutschland. Allein in Hamburg liegt die Zahl der

EHEC-Patienten bei mehr als 400, rund 90 werden in Kliniken behandelt

Deutschlands Bauern klagen indes über starke Absatzeinbrüche.

Der

Vizechef des schleswig-holsteinischen Bauernverbands, Hans-Peter

Witt, sieht „irrsinnige Schäden“. Salat sei praktisch nicht zu

verkaufen, sogar bei Erdbeeren sei der Verkauf mancherorts um 50

Prozent zurückgegangen. Dies sei für viele Bauern existenzgefährdend.

Auch sein Schweriner Amtskollege Backhaus hatte über akute

Absatzprobleme der Gemüse- und Obstanbauer im Land berichtet.

LN

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