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Nordwestmecklenburg Weiterhin keine Körbe am Strandaufgang 8
Lokales Nordwestmecklenburg Weiterhin keine Körbe am Strandaufgang 8
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20:48 31.05.2016
Die Saison läuft, doch die Strandkorbvermietung für den Aufgang 8 in Boltenhagen ist immer noch nicht geregelt. Quelle: Malte Behnk

Üble Panne im Hauptausschuss von Boltenhagen: Am Montagabend haben sich die Mitglieder des Gremiums mit der Vergabe der Strandkorbvermietung am Strandaufgang 8 beschäftigt. Dafür hatten sich bis zur Frist am 25. Mai insgesamt 27 Bewerber gemeldet. Doch die Entscheidung, wer den Zuschlag bekommt, musste vertagt werden. „Im Nachgang hat sich herausgestellt, dass sich jemand ordnungswidrig verhalten hat“, berichtet Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU).

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Boltenhagen muss die Ausschreibung ein weiteres Mal wiederholen / Swen Bertram stimmt als Bewerber mit ab.

Gemeint ist damit Gemeindevertreter Swen Bertram (WIR). Er war bei der vorangegangenen Hauptausschusssitzung am 9. Mai an den Beschlüssen mitbeteiligt, die die vertraglichen Bedingungen der Ausschreibung abgesteckt haben. Dabei hat er sich selbst als Strandkorbvermieter beworben. Diese Befangenheit hätte er dem Ausschussvorsitzenden mitteilen müssen. Denn Bertram unterlag laut Kommunalverfassung einem Mitwirkungsverbot und hätte nicht mitberaten und mitentscheiden dürfen.

Nun muss die Gemeinde die Ausschreibungsprozedur wiederholen. „Uns wurde vom Anwalt dazu geraten“, sagt Schmiedeberg. „Das Verfahren soll sauber über die Bühne gehen.“ Die Verwaltung wurde beauftragt, die Bewerber zu informieren. Bei der nächsten Hauptausschusssitzung am 22. Juni soll endlich eine Entscheidung fallen. „Es ist richtig ärgerlich. Bis dahin werden am Strandaufgang 8 keine Strandkörbe aufgestellt“, so der Boltenhagener Bürgermeister. Er spricht von einer peinlichen Außendarstellung für die Gemeinde.

Übeltäter Swen Bertram versteht die ganze Aufregung nicht. „Ich hatte angenommen, dass hier kein Mitwirkungsverbot gilt“, sagt er. Denn: „Der Zuschlag sollte per Los entschieden werden. Ich habe da keinen Vorteil für mich gesehen“, erklärt er. Laut Schmiedeberg spiele das für ein Mitwirkungsverbot keine Rolle. Zumal in der Ausschreibung lediglich stand, dass der Zuschlag bei mehreren, gleichwertigen Angeboten „gegebenenfalls“ per Losentscheid fallen kann. Die Entscheidung liege letztlich beim Hauptausschuss. Er kann auch darüber abstimmen, wer den Zuschlag bekommt. „Die Wahl muss schriftlich gerechtfertigt werden“, erklärt das Gemeindeoberhaupt.

Bertram sieht in der Entwicklung etwas Positives. „Es ist richtig, dass wir für dieses Verfahren Öffentlichkeit herstellen. Es fehlt an Transparenz.“ Er fordert, dass die Vergabe öffentlich durchgeführt wird. „Auch das entscheidet der Hauptausschuss“, betont Schmiedeberg.

Bei den übrigen Gemeindevertretern ist der Ärger über den Fauxpas derweil groß. „Wir tun uns sehr schwer damit“, sagt Olaf Claus (BFB). Er könne das Verhalten von Bertram nicht nachvollziehen. Denn sein Gremiumskollege hätte wissen müssen, dass er als Bewerber unter dem Mitwirkungsverbot steht. „Wir hatten zuvor schon Ausschussmitglied Mirko Klein angesprochen, zu dem es das Gerücht gab, er hätte sich beworben. Herr Bertram hat daraufhin noch Fragen gestellt“, berichtet Claus. Er halte es zusätzlich für schwierig, dass sich auch die Frau von Bertram beworben hat. Claus spricht dabei von „schlechtem Stil“. Er meint: „Wir machen uns als Gemeinde in dieser Sache lächerlich.“

Denn schon zuvor hatte Boltenhagen die Bewerbung einmal wiederholen lassen. Zunächst war die Stelle nur für ein Jahr ausgeschrieben worden. Es folgte ein Protest der 18 Strandkorbvermieter, die einen Verein gründeten und die übliche Vertragslaufzeit von fünf Jahren forderten. Nach Beratung mit der Amtsverwaltung, der Kurverwaltung und dem neuen Verein erneuerte Boltenhagen die Ausschreibung. Nun geht die Vergabe in die dritte Runde. Dass mindestens drei weitere Wochen am Strandaufgang 8 keine Körbe stehen werden, stelle laut Olaf Claus auch einen finanziellen Schaden für die Kurverwaltung dar. Kurdirektorin Claudia Hörl spricht von 60 bis 100 Strandkörben, die im vergangenen Jahr im betroffenen Bereich gestanden hätten – bei jeweils 30 Euro Standgebühr pro Tag. Doch trotz der entgehenden Gebühren sehe die Kurverwaltung der Sache gelassen entgegen. „Wir warten ab, was bei der Ausschreibung herauskommt. Es kann auch ein strandkorbfreier Abschnitt werden“, so Hörl.

Daniel Heidmann

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