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Nordwestmecklenburg Wenig Resonanz auf das Bürgerforum zum Nahverkehr
Lokales Nordwestmecklenburg Wenig Resonanz auf das Bürgerforum zum Nahverkehr
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20:17 24.02.2016
Thomas Grothe, CDU

Nicht nur Landrätin Kerstin Weiss (SPD) reagierte ein wenig überrascht auf die überschaubare Anzahl der Bürger, die sich Dienstagabend in der Malzfabrik einfanden, um mit der SPD- Kreistagsfraktion über das neue Verkehrskonzept zu diskutieren. Gerade einmal elf Gäste zählte das Forum. „Das kann doch nur bedeuten“, hoffte die Landrätin, „dass zumindest in und um Grevesmühlen herum die Probleme nicht derartig groß sind.“ Wolfgang Glaner, SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender, berichtete von neun Mails, die bei der Fraktion zum Thema eingegangen waren. „In den meisten ging es um den Schülerverkehr“, so Glaner.

Auch fünf der anwesenden Bürger stellten Fragen, die mit dem Schülertransport zu tun hatten. Im Fall der Eltern von Kindern aus Stofferstorf stellte sich heraus, dass sie sich über das neue Verkehrskonzept gefreut hatten — mit den Nachbesserungen, die zum 15. Februar vorgenommen worden waren, nun aber Probleme haben. „Unsere Kinder“, so Vater Ingo Axel (45), „konnten seit dem 1.

Januar zum ersten Mal ohne Anstrengungen zu ihrer Schule kommen. Jetzt wurde die Linie wieder eingestellt und wir haben dieselben Probleme wie früher.“

Jörg Lettau, Geschäftsführer der Nahbus GmbH, verstand genau, wo der Schuh drückt: „Das ist einer dieser Effekte, mit denen wir derzeit umgehen. Auf der einen Seite haben wir mit den zügigen Nachbesserungen massive Probleme gelöst, auf der anderen Seite tun sich nun vereinzelte Baustellen auf.“ Lettau sprach in diesem Zusammenhang von dem Versuch eine „eierlegende Wollmilchsau“ zu züchten. Dennoch versprach er den Stofferstorfern, sich ihres Problems anzunehmen und eine Lösung zu finden.

Anderen Eltern aus Sievershagen konnte einfacher geholfen werden. Ihr Sohn besucht eine Berufsschule in Wismar, kommt morgens gut hin, strandet nachmittags aber in Grevesmühlen, weil der letzte Bus Richtung Sievershagen die Stadt verlässt, bevor der Junge dort ankommt.

An diesem Punkt kommt das Prinzip Anrufbus zum Tragen. Jörg Lettau erklärte den überraschten Eltern, dass es genau für solche Probleme den Anrufbus gibt. Mit dem kann der Schüler problemlos nach Hause gelangen. Manfred Görtz aus Bülow konfrontierte die Politiker gleich mit mehreren Anfragen aus seinem Dorf und Umgebung, die er stellvertretend für andere Bürger vortrug. „Großes Unverständnis“, so der 67-Jährige, „herrscht bei älteren Bürgern, die einfach mit dem Fahrplan nicht klarkommen.“ Des Weiteren ging es um die Verbindung nach Lübeck, das Problem der Pendler und der Tarifgrenze an der Landkreisgrenze, um fehlende Koordination mit den Zeiten der privaten Bahn ODEG und der Bundesbahn.

Evelin Eichler-Wißner aus Schwerin äußerte in diesem Zusammenhang die Bitte, das Thema der verschiedenen Zuständigkeiten von Landkreis, Land und Bund für Bus- und Bahnverkehr noch einmal nachdrücklich in den Landtag einzubringen. „Es kann nicht sein, dass es verschiedene Nahverkehrskonzepte gibt, die nebeneinander und gegeneinander arbeiten.“ Landrätin Weiss und Landtagsabgeordnete Martina Tegtmeier (SPD) versprachen, auch diese Anregung mitzunehmen. Ebenso versprachen sie, das Problem des Schülertransportes in örtliche und nichtörtliche Schulen und des Preises der Schülerfahrkarte noch einmal im Kreistag zu beraten.

Anrufbus: ☎ 0800/634 62 87

Seriös und nicht übereilt handeln

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kreistag, Thomas Grote, erklärte zum Beschluss des Kreistages, das neue ÖPNV-Konzept erst im September zu bewerten: „Das Konzept ist ein wichtiger Schritt hin zu einem echten Nahverkehr für den ganzen Landkreis, der mehr als nur der Schülerbeförderung dient. Erstmals wird allen Einwohnern die Möglichkeit gegeben, von jedem Ort im Landkreis eine verlässliche Nahverkehrsverbindung zu jedem Ort im Landkreis in Anspruch zu nehmen.“ Viele der nun möglichen Verbindungen, so Grothe weiter, gab es bis zur Einführung des neuen Konzeptes gar nicht. Auch die Nutzer müssten erst über das neue System und seine Möglichkeiten informiert werden und sich an die Umstellungen gewöhnen. Aus diesem Grund sei es wichtig, dem Konzept eine Erprobungzeit in der Praxis zuzugestehen. Mit Kritik am Konzept müsse man seriös umgehen, dürfe nicht übereilt handeln.

Auch die CDU-Fraktion im Kreistag sieht die Bürger als wichtige Partner. „Ich bitte alle Einwohner im Landkreis“, so Grothe, „uns auch weiterhin mitzuteilen, wenn etwas nicht ganz so klappt.“ Aber auch diejenigen, die durch das neue Konzept erstmalig den Nahverkehr für sich oder besser nutzen könnten, sollten sich zu Wort melden. Die Kreispolitik würde allen Hinweisen nachgehen und sie berücksichtigen.

Annett Meinke
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