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Nordwestmecklenburg Wenn Männer am Herd sind und Frauen Wellness machen
Lokales Nordwestmecklenburg Wenn Männer am Herd sind und Frauen Wellness machen
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20:18 12.03.2016

Die Sanitätskästen waren aufgefüllt, die Krankenhäuser in Grevesmühlen und Wismar informiert. Dann konnte der Kochkurs der Männer im Seehotel Großherzog von Mecklenburg in Boltenhagen ja starten.

„Männer an den Herd“ hieß das Motto, unter dem der Tag lief. Während sich die Herren der Schöpfung um ein fünfgängiges Menü für den Abend kümmerten, konnten die Frauen die Seele mal so richtig baumeln lassen. Ein Team aus sieben Frauen und einem Mann warteten mit einem Wellnessprogramm auf: Yoga, Aquagymnastik, Sauna, Massage, Schminken, Frisieren. Aber irgendwie waren sie dann doch ab und an mit den Gedanken bei ihren Männern und fragten sich, wie diese sich in der Küche so schlagen.

Gut. Das kann unumwunden gesagt werden. Am Ende des Tages landeten — ohne Verletzungen — ein Speckkuchen mit Gelbzwiebeln an Salat von allerlei Wildgewächsen und Nussbalsam, eine Suppe von der „roten Murmel“ mit Ziegenfrischkäse, geschmorte Lammkeule aus dem Thymiantee mit Wirsingbällchen und Kartoffel-Kürbiskernküchlein, eine Art Tiramisu und Pralinen auf dem wunderschön eingedeckten Tisch. Der Weg bis dahin war aber hart. „Im vergangenen Jahr musste ich sechs Kilogramm Kartoffeln schrubben“, erinnert sich Harald Ball, der aus Berlin angereist war und den Kurs vom vergangenen Jahr nun dank seines 75. Geburtstages noch einmal erleben durfte. Dieses Mal war er für die Vorsuppe zuständig — ohne Kartoffeln. Dafür musste er Ravioli herstellen. Derweil versuchte sich Peter Riehl (56) aus Berlin am Hauptgang. Mit einem Kettenhandschuh und einem scharfen Messer bewaffnet, löste er die Knochen von der Lammkeule. „Alles, was mit Buletten zusammenhängt, kann ich machen.

Dann hört es aber auch schon auf“, gab der Berliner zu. Dass seine Frau sich heute mal so richtig verwöhnen lassen kann, gönnte er ihr von Herzen. Auf die Frage, ob sie nach seinem Kochkurs zu Hause auch öfter mal die Beine hochlegen darf und er für sie in der Küche steht, antwortete er keck: „Im Haus gibt es noch genug zu tun.“

Zwölf Paare zählte Hoteldirektor Rainer Kress, der die Idee des Männerkurses aus Lübeck mitbrachte, am Sonnabend. Jahrelang hatte er in der Hansestadt gearbeitet und dort bereits 20 solcher Kurse veranstaltet. In Boltenhagen war es der zweite. „So nah kommt man den Gästen nicht wieder“, begründete er die Ambitionen. Und: Die Gäste wiederum würden so schnell nicht wieder sehen können, wie es hinter den Kulissen so abläuft.

Von Jana Franke

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