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Nordwestmecklenburg Wenn aus Recherchen und lustigen Ideen Filme werden
Lokales Nordwestmecklenburg Wenn aus Recherchen und lustigen Ideen Filme werden
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20:21 25.01.2016
Verfilmten das Märchen „Rapunzel“: (v.l.) Lea Ostermann, Justus Böhringer,Dajana Schwarzer, Paul Fett und Christian Kranz. Quelle: Filmstudio

Wie viel schauspielerisches Talent Kinder und Jugendliche haben, und wie gut sie mit einer Filmkamera umgehen können, zeigten sie jetzt im Grevesmühlener Rathaussaal.

Mädchen und Jungen der fünften bis zehnten Klasse waren ein Jahr lang mit Dieter Kowalski und Jan Kadura vom Kinder- und Jugendfilmstudio Grevesmühlen unterwegs, um an vielen Drehorten Märchen, Kriminalfilme oder Dokumentationen entstehen zu lassen.

„Diese Möglichkeit existiert in Grevesmühlen schon seit 1952, damals noch als Pionierfilmstudio“, erklärte Filmstudioleiter Dieter Kowalski. Hier steht er seit 35 Jahren hinter der Kamera und kann aus einer unendlichen Erfahrung schöpfen. „Wenn man so lange hier arbeitet, kennt man natürlich viele Ecken und Winkel in der Region, an denen gedreht werden kann. Allerdings wird es auch immer schwieriger, Orte zu finden, an denen bisher kein Film entstanden ist“, erklärte der 60-Jährige. Oft muss daher die ehemalige Kreisstadt Grevesmühlen selbst als Kulisse dienen. So auch bei den Filmen der Grevesmühlener Mosaikschule „Rapunzel“ und „Handy und Einsamkeit“. Sowohl die Schule selbst als auch historische Gebäude dienten als Kulisse. „Es hat riesigen Spaß gemacht. Ich mache das schon seit mehreren Jahren. Auch 2016 bin ich wieder dabei“, erzählte Tobias Haase aus Bad Kleinen. Zusammen mit 15 weiteren Schülern seiner Schule wirkte er bei Szenen in der St.-Nikolai-Kirche oder in der Schule mit. Zum letzten Mal war hingegen Herta Mahler dabei. Die 19-jährige Grevesmühlenerin hatte jahrelang an den Filmprojekten teilgenommen. „Im Sommer gehe ich aus der Schule. Dann ist es leider vorbei“, sagte sie.

Mit einem immer noch aktuellen Thema begann das Kurzfilmfestival in diesem Jahr. „Muss das heute noch sein“ fragten sich Schülerinnen und Schüler des Grevesmühlener Gymnasiums und forschten über den Untergang des Luxusdampfers „Cap Arcona“ am 3. Mai 1945. Damals kamen in der Ostsee 7000 Menschen bei einem britischen Bombenangriff ums Leben. Zeitzeugen berichteten in einem 14-minütigem Film. „Wir sind auch in das Konzentrationslager Wöbbelin gefahren und haben dort geforscht. Es war schon ziemlich spannend“, erklärte Lara Schimanski aus Grevesmühlen. Die 14-Jährige war dabei und freute sich, Erfahrungen vor und hinter der Kamera gemacht zu haben. „Es ist schon toll zu sehen, wie am Ende ein Film aus unseren Recherchen geworden ist“, sagte sie. In diesem Jahr war sie zwar auch wieder dabei, doch wären aus der zuvor zehnköpfigen Gruppe nur noch drei Mitwirkende übrig geblieben. „Die wachsenden Anforderungen im Gymnasium lassen nicht mehr so viel Zeit zu“, erklärte Lara Schimanski.

Trotzdem wird das Grevesmühlener Kinder- und Jugendfilmstudio auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Kurzfilme drehen. „2015 haben wir elf Filme gedreht, die zwei bis 14 Minuten dauern. Ich denke, ähnlich werden wir uns auch 2016 bewegen“, schaute Dieter Kowalski voraus, der sich auf dem Kurzfilmfestival bei allen Beteiligten mit einer Urkunde und einer Tafel Schokolade bedankte.

Zahlen und Fakten
Das damalige Pionierfilmstudio Grevesmühlen wurde im Jahr 1952 von Horst Meyer, dem damaligen Landfilmvorführer der Kreisbildstelle, gegründet. Wie auch heute, filmten schon damals Kinder für Kinder.
Mehrere im Pionierfilmstudio entstandene Werke waren national und international erfolgreich.
1990 wurde aus dem Pionierfilmstudio das Kinder- und Jugendfilmstudio. Ab dem Zeitpunkt wurde auch die Technik eine andere: das Video hielt Einzug.
Kontakt: ☎ 03881/22 03

Maik Freitag

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