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Nordwestmecklenburg Wenn sich eine alte Scheune mit Sammelgut füllt
Lokales Nordwestmecklenburg Wenn sich eine alte Scheune mit Sammelgut füllt
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21:15 01.09.2016
Udo Suhrbier ist dieser Tage auch mit dem Aufarbeiten einer alten Weinpresse beschäftigt. Fotos (2): Karl-Ernst Schmidt

Wer historische landwirtschaftliche Geräte sammeln will, der muss Platz haben. Udo Suhrbier hat ihn, denn der heute 46-Jährige hat eine Scheune geerbt. Nach dem Tod seines Vaters 2013 stand er vor der Frage, was mit dem alten Gebäude passieren soll, das zuvor als Lagerscheune genutzt worden war. Der Roggenstorfer hat sich für’s Sanieren entschlossen und fortan erwachte auch seine Sammelleidenschaft.

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Udo Suhrbier aus Roggenstorf sammelt historische Gerätschaften aus der Landwirtschaft und dokumentiert Dorfgeschichte.

Die ohnehin schon aus dem Bestand der alten Bauernstelle stammenden Utensilien aus der Landwirtschaft bekamen und bekommen Zuwachs. Und: Auch vieles darüber hinaus mit historischem Wert und Bezug zu Roggenstorf findet nach wie vor Aufnahme. So ist es denn auch kein Wunder, wenn sogar eine alte Kartenpresse aus der ehemaligen Gastwirtschaft im Ort – diese wurde irgendwann ein Raub der Flammen – Eingang in die Sammlung gefunden hat. Aber ansonsten kann Udo Suhrbier mit mechanischen Hilfsmitteln zur Rübenaussaat oder der Kartoffelernte genauso aufwarten wie mit drei Dezimalwagen, einem Milchkannentrichter oder dem Handrasenmäher. Auch eigene Kreationen wie der Maiskolbenkronleuchter haben unter dem Scheunendach Platz gefunden. Die Wände zieren zudem auf großen Leinwänden aufgebrachte Fotos, die Udo Suhrbiers Vater mit einer Pferdekutsche oder auch beim Pflügen zeigen. Mehrere dieser alten Werkzeuge zur Ackerbearbeitung hat der Sohn inzwischen auch auf seinem Grundstück draußen platziert.

Selbst wenn der Sammler, seines Zeichens Tischler von Beruf, sagt, er muss aufpassen, dass das alles nicht zu viel wird, will er noch einen alten Rübenschneider aufarbeiten, hat er sich gerade vier Holzwagenräder von Drillmaschinen vorgenommen und auch noch mit der Weinpresse zu tun.

Ach ja, und dann sammelt der Mann, der Geschichte nicht einfach Geschichte sein lassen kann, außerdem noch alte Ansichten von Roggenstorf. Er hat schon viele historische Fotos bei Einheimischen fürs Kopieren ausgeliehen. Sogar Bücher stellt er zusammen. Fotos und andere Zeitdokumente legen Zeugnis ab zum Beispiel von den Feierlichkeiten anlässlich des 200. Geburtstages von Fritz Reuter im Jahr 2010 in Roggenstorf oder dem Dorffest im Vorjahr unter dem Motto „Kunst trifft Fritz Reuter“. Je ein Exemplar von den Dokumentationen, die für den Eigengebrauch bestimmt sind, bekam auch immer die Kirchengemeinde Sankt Johannes Roggenstorf und das Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen fürs Archiv. 2017 feiert Roggenstorf Luise Reuters 200 Geburtstag . . . vielleicht gibt es dann wieder ein Buch?

Cornelia Roxin

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