Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg „Wer Fachkräfte will, muss gut zahlen“
Lokales Nordwestmecklenburg „Wer Fachkräfte will, muss gut zahlen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:39 04.01.2018
Will im März mit dem Welcome-Service-Center in Nordwestmecklenburg starten: Martin Kopp von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Quelle: Foto: Nicole Buchmann
Grevesmühlen/Wismar

Manager und Berater für das Welcome-Service-Center in Nordwestmecklenburg gesucht. Die Stelle wurde im November ausgeschrieben. Anfang des Jahres kann Martin Kopp bereits auf einen Stapel mit 15 Bewerbungen blicken. „Und die sind gut“, sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordwestmecklenburg.

Seit Mitte August vergangenen Jahres ist er im Amt. Hat eine Arbeitsgruppe innerhalb der Verwaltung gebildet, die bei Neuansiedlungen oder Erweiterungen etwa Baugenehmigungsverfahren beschleunigen soll. Hat noch im vergangenen Jahr zwei Grundstücke im Gewerbegebiet Upahl verkauft – eines für die Neuansiedlung eines Handwerksbetriebes, eines für die Erweiterung eines Gastronomiegewerbes. In den kommenden Monaten will sich Kopp zudem einen Überblick über die Grundstücke und Immobilien des Landkreises verschaffen. Und er besucht Unternehmen. Die wollen vor allem zwei Dinge: einen zügigen Breitbandausbau und Fachkräfte.

Deshalb nun ein Welcome-Service-Center. Kopp war in Rostock – dort beraten Mitarbeiter des Welcome-Centers bereits potentielle Arbeitnehmer bei Stellengesuchen, bei der Suche nach Wohnungen oder Kita-Plätzen für den Nachwuchs. Von März an soll es dieses Angebot auch in Nordwestmecklenburg geben. „Verweisungsberatungsstelle“ nennt Kopp die zu gründende Institution und grient.

Dabei haben die künftigen Berater sehr viel mehr zu tun als nur auf bestehende Angebote zu verweisen. Die „Eier legende Wollmilchsau“ sei in den Stellenausschreibungen beschrieben, gibt Kopp zu. Aber mit dem Budget seien die Möglichkeiten nun mal begrenzt. 140 000 Euro stehen für das Welcome-Service-Center im ersten Jahr zur Verfügung. Gut 60000 Euro kommen vom Europäischen Sozialfonds, 67000 Euro vom Landkreis und 10000 Euro von der Wirtschaftsinitiative Ostseeraum Wismar (WOW).

Hinter der WOW stehen vor allem die großen Unternehmen der Region. Holzverarbeiter, Unternehmen aus der IT-Branche, Hotellerie oder Firmen aus dem Gesundheitswesen.

Womit aber wollen Kopp und seine künftigen Mitarbeiter examinierte Krankenschwestern, Ingenieure, Köche oder Mechatroniker nach Nordwestmecklenburg locken? Das durchschnittliche Jahreseinkommen in der Region liegt – wie in ganz Mecklenburg-Vorpommern – deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. Selbst dort, wo nach Tarif gezahlt wird, fallen die Gehälter mitunter deutlich niedriger aus als bei Branchenkollegen in den alten Bundesländern. Kopp: „Wir können noch so viel Werbung machen für die Region – wenn die Unternehmen die Löhne langfristig nicht erhöhen, ist der Zug abgefahren.“ Der 36-Jährige hofft, dass die Firmen, die bereits angemessen zahlen, eine Sogwirkung haben und andere nachziehen. Kopp weiß um das Potenzial, das in Pendlern, in Rückkehrwilligen oder gar Urlaubern steckt, die Nordwestmecklenburg zu ihrer Heimat machen wollen. Auch deshalb soll das Welcome-Service- Center eng mit der Rückkehrer-Agentur „mv4you“ zusammenarbeiten.

Mit 30 bis 40 Anfragen pro Monat rechnet Kopp in der Anfangszeit. Und er will auch innerhalb der Unternehmen werben – unter anderem für einen respektvollen Umgang mit potenziellen Arbeitnehmern.

„Dass die nach Eingang ihrer Bewerbung zügig eine Antwort erhalten, gehört zum Beispiel auch dazu.“

Nicole Buchmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bürgermeister lädt Einwohner zu Infogespräch ein.

04.01.2018

Am 17. Januar gibt es im Rathaus Diskussionen und Foren rund um Fragen, die Senioren bewegen.

04.01.2018

Karow ist ein Ortsteil der Gemeinde Dorf Mecklenburg, zwischen der Hansestadt Wismar und Bad Kleinen gelegen. 834 Menschen leben in dem kleinen Dorf.

04.01.2018
Anzeige