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Nordwestmecklenburg Wer kriegt Stolzenbergs Wähler? Stichwahl zwischen Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau (SPD)
Lokales Nordwestmecklenburg Wer kriegt Stolzenbergs Wähler? Stichwahl zwischen Kathrin Weiher (parteilos) und Jan Lindenau (SPD)
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20:10 06.11.2017
Lübeck

Die zehn lübschen Stadtteile teilen sich die beiden Favoriten: Weiher holt fünf Stadtteile und 35,2 Prozent. Sie ist die Kandidatin von CDU, BfL, FDP, Grünen und Linken. SPD-Kandidat Lindenau holt ebenfalls fünf Stadtteile und kommt auf 29,5 Prozent. Die beiden Konkurrenten liegen dabei entweder auf Platz eins oder zwei – nur nicht in Travemünde und Kücknitz.

Dort hat Detlev Stolzenberg (parteilos) den zweiten Rang erkämpft. Kurios dabei: Kücknitz ist eine SPD-Hochburg – da holt Stolzenberg Platz zwei. Travemünde geht traditionell an die CDU – da liegt Stolzenberg ebenfalls auf Platz zwei. Damit sind seine Wähler schwer einem Lager zuzuordnen.

Das gute Abschneiden des parteilosen Kandidaten überrascht beide Favoriten. „Ich hätte nicht gedacht, dass Stolzenberg so viele Stimmen holt“, sagen Weiher und Lindenau unisono. Deswegen gehen sie jetzt auf Stimmenjagd bei den Stolzenberg-Wählern. „Sie haben eine größere Schnittmenge mit mir“, sagt Lindenau selbstbewusst. Das sieht Weiher genauso: „Bei den grünen Themen vertreten wir dieselben Positionen.“

Doch wer sind Stolzenbergs Wähler? Man kann sie am ehesten als akademische Freigeister umschreiben. „Es sind keine Protestwähler“, findet Stolzenberg, „sie sind sehr an Inhalten interessiert.“ Er selbst spricht bislang keine Wahlempfehlung aus. Ob die Wähler eher zu Weiher oder zu Lindenau wechseln, wird auch an der Strategie der beiden Konkurrenten liegen – und daran, welche Themen sie von Stolzenberg in ihr Programm aufnehmen. Der parteilose Stadtplaner hat vor allem auf Bürgerbeteiligung und den Dialog mit den Lübeckern gesetzt. Seine Forderungen: mehr Kultur, mehr Radwege, mehr Sicherheit – und vor allem mehr Stadtteilbüros. Das wird eines der beherrschenden Themen in den zwei Wochen Wahlkampf sein. „Die Lübecker müssen entscheiden, ob sie einen Bürgerservice mit einem kleinen Köfferchen oder wieder richtige Stadtteilbüros wollen“, sagt Lindenau. „Der mobile Bürgerkoffer ist auch für alle Stadtteile – das müssen wir deutlicher machen“, kontert Weiher.

Und was raten die anderen Kandidaten ihren Wählern? Die Unterstützer von Thomas Misch (Freie Wähler) tendieren eher zur SPD. Misch hat 7,5 Prozent geholt und damit sein selbstgestecktes Ziel von sechs Prozent übertrumpft. Am Donnerstagabend berät der Kreisvorstand der Freien Wähler über eine Wahlempfehlung. Festgelegt hat sich Joachim Heising (parteilos), der nur auf 2,7 Prozent gekommen ist und seinen Wählern empfiehlt, Weiher zu wählen. Ali Alam von der Satire-Gruppe „Die Partei“ hat 4,9 Prozent gekommen – und gibt keine Empfehlung ab.

Wahrscheinlich wird es ein enges Rennen zwischen Weiher und Lindenau. In den SPD-Hochburgen hat Lindenau die Nase klar vorn – er hat Moisling und Buntekuh geholt. Allerdings ist die Wahlbeteiligung dort erschreckend niedrig. In Kücknitz und in St. Lorenz Süd ist er der klare Sieger. In St. Lorenz Nord hingegen ist ihm Kathrin Weiher dicht auf den Fersen – der Unterschied beträgt nur 1,1 Punkte.

In den CDU-Stadtteilen hat indes Weiher die Nase vorn: Ganz klar gewinnt sie in Travemünde und St. Jürgen. In St. Gertrud indes sitzt ihr Lindenau im Nacken. Da liegt sie nur 2,2 Punkte vor dem Konkurrenten. Weiher wird auch von den Grünen unterstützt. Das hat ihr viele Stimmen in der Innenstadt beschert – stets ein Stadtteil, in dem die Öko-Partei stark ist. Außerdem hat Weiher in Schlutup gepunktet. Dort liegt mal die SPD ein paar Punkte vorne, mal die CDU.

Von Josephine von Zastrow und Kai Dordowsky

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