Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Widerstand gegen Nazi-Aufmarsch
Lokales Nordwestmecklenburg Widerstand gegen Nazi-Aufmarsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 17.10.2012
Nordwestmecklenburg

Wismar – Gegen den Aufmarsch der Jungen Nationaldemokraten am Sonnabend formiert sich Widerstand. Die demokratischen Kräfte aus Wismar und der Region rufen zur Gegendemonstration unter dem Motto „Kein Leben ohne Freiheit – NPD und Junge Nationaldemokraten bekämpfen“ auf. Barbara Borchardt, linke Landespolitikerin, hat dafür 500 Teilnehmer angemeldet. Treff ist um 10 Uhr auf dem Parkplatz Kopenhagener Straße.Der Aufmarsch der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD beginnt um 12 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz. Er soll bis 20 Uhr dauern. Beim Landkreis als Genehmigungsbehörde sind 300 Teilnehmer angemeldet. „Oberstes Ziel ist es, dass beide Demonstrationen friedlich ablaufen“, erklärte Landrätin Birgit Hesse (SPD). „Ordnung und Sicherheit sollen jederzeit gewährleistet sein.“ Das sei nur möglich, wenn beide Demonstrationen räumlich voneinander getrennt verlaufen. Deshalb hat die Behörde zwei Routen festgelegt (siehe Kasten) und Auflagen verfügt. So dürfen die Demonstranten keine Waffen und keine über 1,50 Meter großen Transparente tragen. Es sind Ordner bereitzustellen, einer pro 30 Teilnehmer. Eine Namensliste ist vorher vorzulegen. „Wir werden die Demonstrationen begleiten und Entscheidungen treffen, wenn gegen die Auflagen verstoßen wird“, sagte Margret Rudolph, Leiterin des Fachdienstes Ordnung, Sicherheit und Straßenverkehr. Auch die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor. Sie wird mit rund 400 Beamten vor Ort sein, informierte Dr. Michael Peters, Leiter der Polizeiinspektion Wismar. Nach seiner Erfahrung sollte schon ein Sichtkontakt von Teilnehmern beider Lager vermieden werden, damit es nicht zur Konfrontation kommt. Bürgern, die an der Demonstrationsstrecke wohnen, empfiehlt er, ihr Auto umzuparken und Mülltonnen wegzustellen. Der Fahrzeugverkehr wird in der Zeit der Demonstrationen um- bzw. abgeleitet, sodass es zu Verkehrseinschränkungen kommen kann. Die Landrätin, Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) und die Polizei demonstrieren „einen engen Schulterschluss. Wir sind alle nicht glücklich darüber, dass die Rechtsextremen hier demonstrieren“, sagte Birgit Hesse. „Aber das Grundrecht der Versammlungsfreiheit gilt auch für die NPD.“ Gestern wurde eine dritte Demonstration beim Landkreis mit 100 Personen angemeldet: von der Wismarerin Katrin Henke. Es soll sich um die Antifa handeln, die an einem Standort Flyer und Informationsmaterial verteilen will. Eigentlich hat sich die Gruppe dem Aktionsbündnis „Wismar nazifrei“ angeschlossen. Es ruft alle demokratischen Bürger auf, am Demonstrationszug gegen den Naziaufmarsch teilzunehmen sowie an der Kundgebung auf dem Parkplatz Am Weidendamm. Hier findet ab 12 Uhr unter dem Motto „Gesicht zeigen“ eine mehrstündige Kundgebung statt. Das Aktionsbündnis will seinen Protest lautstark, fröhlich und vielfältig fortsetzen, heißt es. Einwohner, die hier erst dazu kommen wollen, können ihre Ablehnung gegenüber der neonazistischen Ideologie zum Ausdruck zu bringen. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) wird dabei sein. „Wismar ist nicht rechts“, macht er deutlich, „auch wenn wir wissen, dass hier Menschen mit rechter Haltung leben.“

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rainer Kress sieht sich als Team-Player. Dass er Direktor des Seehotels in Boltenhagen wurde, nennt er einen Glücksfall.

17.10.2012

Telse und Rolf Becker betreiben in Menzendorf ein Gehege mit Rot- und Damwild.

17.10.2012

Logopädin appelliert an Eltern, sich aktiv an der Förderung ihrer Kinder zu beteiligen.

17.10.2012
Anzeige