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Wie steht es um die Bildung im Nordwestkreis?

Grevesmühlen Wie steht es um die Bildung im Nordwestkreis?

Die Zahl der Schüler im Landkreis steigt kontinuierlich an.

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Im Vordergrund die Grundschule am Ploggensee in Grevesmühlen, links oben die Regionalschule.

Quelle: Foto: Ronald Gross

Grevesmühlen. Fast 15000 Schüler gibt es im Landkreis Nordwestmecklenburg. Sie werden in insgesamt 58 Einrichtungen beschult. Diese teilen sich auf in 39 Grund- und Regionalschulen, sechs Gymnasien, zwei Gesamt-, neun Förderschulen sowie eine Waldorfschule und ein Förderzentrum. 1999 waren es noch insgesamt 85 Schulen in Wismar und Nordwestmecklenburg.

Soweit zu den Zahlen, die der Bildungsbericht des Landkreises auf insgesamt 113 Seiten auflistet und erläutert. Die Nachricht dahinter lautet: Die Zahl der Schüler steigt, die Anforderungen ebenfalls. Denn 2012 waren es gerade einmal 13324 Jungen und Mädchen, die im schulpflichtigen Alter waren, 2016/17 waren es 14470 – Tendenz weiterhin leicht steigend. Als Grundlage für die Prognose gelten die Geburtenraten in der Region.

Auch deshalb müssen Städte wie Wismar und Grevesmühlen ihr Schulkonzept völlig umkrempeln. Während in der Kreisstadt sogar über einen Neubau nachgedacht wird, arbeitet Grevesmühlen an einem Konzept für einen Schulcampus, der bis 2030 fertig sein soll. Auch wenn der Bildungsbericht ein reiner Zahlenspiegel ist, so zeichnet er doch ein deutliches Bild von der Schullandschaft sowie der Kinderbetreuung.

Kitaplätze fehlen

Denn nicht nur die Schulen stehen vor einem Umbruch. Auch die Kindertagesstätten stehen vor einem Problem. Besser gesagt vor zwei grundlegenden Problemen: Denn mittlerweile fehlen in einigen Regionen die entsprechenden Plätze, zum anderen sind die Platzkosten in den vergangenen Jahren explodiert. Das schwer zu durchschauende Finanzierungssystem aus Zuschüssen von Land und Landkreis sowie den Gebühren für die Kommune und die Eltern hat dazu geführt, dass in einigen Städten die Krippenplätze bei über 400 Euro liegen – Essengeld noch nicht mitgerechnet. Eltern, die ihre Kinder in eine „örtlich nicht zuständige Einrichtung“ bringen müssen, weil in ihrem Wohnort die Kita belegt ist, müssen teilweise noch tiefer in die Tasche greifen.

Apropos Zahlen: Zum 31. Dezember 2015 lebten in Nordwestmecklenburg 14035 Kinder im Alter bis zu elf Jahren, davon waren 9998 (71 Prozent) in Betreuung, bei den Drei- bis Siebenjährigen lag die Betreuungsquote gar bei 99,5 Prozent.

Immer weniger Tagesmütter

Insgesamt gibt es 105 Kindertagesstätten in Nordwestmecklenburg, dazu kommen 123 Tagespflegepersonen, die sogenannten Tagesmütter – Stichtag September 2017. Zum Vergleich: 2012 waren es 182 Tagesmütter, die zwischen Herrnburg und Warin ihre Dienste angeboten haben.

Dabei sind es gerade die Tagesmütter, die den Mehrbedarf über viele Jahren hinweg abdecken konnten. Der kommt zustande, weil Nordwestmecklenburg inzwischen eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten der Region hat. Das hat zur Folge, dass immer mehr Eltern ihre Kinder in die Kitas geben – nur übersteigt die Nachfrage den Bedarf. Und das, obwohl zwischen 2012 und 2017 die Plätze ausgebaut worden sind. Der Bildungsbericht zählt im August 2017 insgesamt 1819 Krippenplätze (331 mehr als fünf Jahre zuvor), 5276 Kitaplätze (+432) und 3819 Hortplätze (+345). Ebenfalls gestiegen ist in den vergangenen Jahren der Bedarf an Integrationsgruppen, das heißt an Kindertagesstätten, die sich mit Jungen und Mädchen beschäftigen, die ein Handicap haben. 40 solcher Integrationsgruppen mit insgesamt 160 Plätzen gab es 2016 im ganzen Landkreis, weist der Bericht aus.

Jeder 20. Schüler hat keinen Abschluss

Die Zahl der Schüler, die jedes Jahr die Einrichtung ohne Abschluss verlässt, ist nach Aussage des Bildungsberichtes konstant. Von den 1225 Schulabgängern im Jahr 2016 hatten 4,9 Prozent keinen Abschluss, das heißt, dass jeder 20. Schüler keine Aussicht auf eine Ausbildung hat. Weitere 4,9 Prozent erhielten einen Förderschulabschluss. Zum Vergleich: 2013 gingen 3,69 Prozent der Schüler ohne Abschluss ab, 7,17 Prozent immerhin mit einem Förderschulabschluss.

Deutlich schlechter sieht es bei den Abschlüssen an den Berufsschulen aus, dort liegt die Quote derjenigen, die im ersten Anlauf keinen Abschluss schaffen, bei über 20 Prozent.

Neuer Schulcampus bis 2030

In diesem Frühjahr soll die Machbarkeitsstudie zur Schulentwicklung in Grevesmühlen vorliegen. Ein externes Unternehmen erstellt die Vorlage, die anschließend dazu dienen soll, die Zukunft des Schulstandortes Grevesmühlen neu zu definieren.

Geplant ist ein Neubau auf der Bürgermeisterwiese – das ist das Grundstück zwischen der Regionalschule am Wasserturm und dem Komplex der Diakonie. Ursprünglich sollte der Beschluss über den Campus bereits vor der Sommerpause 2017 gefällt werden. Doch die SPD-Fraktion zog die Notbremse in der Stadtvertretung. Trotz massiver Kritik an der Verzögerung einigten sich die Stadtvertreter auf die Erstellung einer Machbarkeitsstudie.

Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler (parteilos) räumte anschließend ein, dass die Studie zwar Zeit koste, im Endeffekt aber der richtige Weg sei. Denn auf diese Weise erhalte die Stadt eine fundierte Vorlage, auf deren Grundlage ein Beschluss gefasst werden könne. Langfristiges Ziel sei es, bis 2030 einen kompletten Neubau auf der Bürgermeisterwiese zu errichten, der neben der Grund- und Regionalschule auch das Thema Inklusion aufgreifen soll.

Auslöser für die Debatte um den Neubau ist die Forderung der Regionalschule nach mehr Räumlichkeiten. Der DDR-Bau verfügt zwar über zahlreiche Klassenräume, eine Aula oder einen Speiseraum gibt es nicht. Rückzugsmöglichkeiten für die Schüler sind ebenso Mangelware. Ein Anbau an die bestehende Schule war anfangs diskutiert aber später verworfen worden. Die Grundschule am Ploggensee in direkter Nachbarschaft hat ähnliche Probleme. Der Alternativvorschlag, die Aula der nahegelegenen Förderschule zu nutzen, stieß bei Schülern und Lehrern auf wenig Zustimmung. M. Prochnow

Michael Prochnow

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