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Wildwuchs am Strand darf entfernt werden

Klütz Wildwuchs am Strand darf entfernt werden

Die Stadt Klütz hat die Genehmigung für Arbeiten in Wohlenberg erhalten / Als Ausgleich muss eine Kräuterwiese angelegt werden.

Rechts vom Anleger in Wohlenberg darf wieder eine große Sandfläche geschaffen werden. Pflanzen müssen weichen.

Quelle: Malte Behnk

Klütz. Zumindest auf einer Fläche des Strandes am Wohlenberger Anleger dürfen Pflanzen entfernt werden, die in den vergangenen Jahren dort gewachsen sind, wo einst nur Strandsand war. Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises hat der Stadt Klütz die Genehmigung erteilt. Lange ist hier nichts passiert, da unklar war, welche Eingriffe aufgrund des Natur- und Vogelschutzes erlaubt sind. Jetzt drängt plötzlich sogar die Zeit. Für die Wiederherstellung der Sandflächen werden nämlich Ausgleichsmaßnahmen gefordert. Auf etwa 900 Quadratmetern, einem 120 Meter langen Streifen zwischen der Straße und den Parkplätzen am Wohlenberger Strand, muss eine Wiesenfläche mit hohem Kräuteranteil angelegt werden. Bis zum 28. April 2017 muss sie fertig sein.

Allerdings plant die Stadt Klütz auch eine Umgestaltung dieser Parkplätze und erstellt dafür einen Bebauungsplan. „Wir müssen sehen, ob diese Ausgleichsmaßnahmen mit dem B-Plan kollidieren“, sagte Angelika Palm, Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt (WTU). Kurzfristig soll eine Sondersitzung der Stadtvertretung in Wohlenberg am Strand angesetzt werden. Dazu sollen Vertreter des Landkreises und des Amtes eingeladen werden, um eventuell noch gegen die vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen Widerspruch einzulegen.

Einen Vor-Ort-Termin hat sich auch die Interessengemeinschaft Oberhof/Wohlenberg gewünscht. „Spätestens im Herbst sollten wir uns am Strand treffen, um zu besprechen, was weiter zu machen ist“, hatte Gerd Bade im WTU-Ausschuss geäußert. „Der Strand ist da und bringt Einnahmen durch die Nutzungsgebühr. Aber dann muss er auch attraktiv sein“, fügte er hinzu. Dazu gehöre nicht nur das Entfernen des Wildwuchses, sondern auch die regelmäßige Reinigung. Auch die habe in diesem Jahr zu wünschen übrig gelassen.

Der Kampf um reine Sandflächen am Strand in Wohlenberg dauert schon mehrere Jahre. 2015 wurde das Gebiet auf schützenswerte Pflanzen untersucht, um die jetzt erteilte Genehmigung zu beantragen.

Daraus ergab sich, dass vor allem das Röhricht an der Wasserlinie dem Schutz untersteht, ebenso wie einige Bereiche mit Büschen und Bäumen.

Der Bereich, auf dem der Sandstrand wiederhergestellt werden darf, liegt mit Blick auf die Ostsee rechts vom großen Anleger. Es ist eigentlich der Hauptzugang zum Strand, der aber kaum noch zu erkennen ist. Die Fachleute sprechen von „ruderalem Kriechrasen“, der sich dort ausbreitet, und nun entfernt werden darf. Ebenso dürfen Pflegeschnitte an Gehölzen vorgenommen werden, die an den Sandbereich grenzen. Nachwachsende Pflanzen dürfen auch weiterhin entfernt werden, bis sie durch eine intensivere Nutzung durch Strandbesucher auch ohne weitere Maßnahmen zurückgehalten werden. Die bestehenden Zugänge zum Wasser durch das Röhricht dürfen weiterhin genutzt werden. Die untere Naturschutzbehörde geht davon aus, dass sie sich durch eine Nutzung weiter ausdehnen können.

In Richtung Hohenkirchen ist nur noch wenig Sandstrand erkennbar. Es ist der Stadt aber genehmigt, diesen Bereich regelmäßig zu mähen, damit er als Liegeweise genutzt werden kann. Eine regelmäßige Mahd fördert die typische Vegetation dieses Salzgrünlandes.

Veränderung seit 1953

Von 1953 und von 1990 gibt es Luftaufnahmen vom Strand in Wohlenberg. 1953 war auf der gesamten Länge der Küste in Wohlenberg ein reiner Sandstrand zu sehen. Nur direkt an der Straße standen einige Bäume und Sträucher. Nach dem Bau des Anlegers breiteten sich immer mehr Pflanzen in den Sandabschnitten aus. Das zeigt die Luftaufnahme von 1990.

Rund um den Anleger und auch entlang der Küste in östlicher Richtung gab es noch große Sandbereiche. Eine reduzierte Nutzung des Strandes und die veränderte Strömung durch den Bau des Anlegers haben vermutlich zum heutigen Pflanzenbestand geführt.

Malte Behnk

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