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Windkraftanlage bei Upahl: Aus klein wird groß?

Upahl Windkraftanlage bei Upahl: Aus klein wird groß?

Sieben Windräder stehen am Rand von Groß Pravtshagen / Sie wurden bereits in den 1990-er gebaut / Jetzt möchte der Investor sie durch vier größere ersetzen.

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Am Rand von Groß Pravtshagen stehen die 84 Meter hohen Windräder. Werden dort bald 119 Meter hohe Anlagen stehen?

Quelle: Annett Meinke

Upahl. Das öffentliche Interesse hielt sich in Grenzen, 18 Einwohner erschienen zur Einwohnerversammlung in Upahl, zu der Bürgermeister Steve Springer eingeladen hatte.

LN-Bild

Sieben Windräder stehen am Rand von Groß Pravtshagen / Sie wurden bereits in den 1990-er gebaut / Jetzt möchte der Investor sie durch vier größere ersetzen.

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Thema: Windkraft.

Konkret ging es um sieben Windkrafträder, die sich schon seit 17 Jahren drehen. Sie stehen am Rand von Groß Pravtshagen, sind 84 Meter hoch mit einer Leistung von jeweils 600 Kilowatt. Die Einwohner von Groß Pravtshagen und Boienhagen haben sich an sie gewöhnt. Mehr oder weniger, wie an diesem Abend klar werden sollte.

Investor möchte 1,5 Millionen in größere Windräder investieren

Herbert Fleßner aus Groß Schenkenberg in Schleswig-Holstein hat einst die Upahler Anlage entwickelt. „Ich möchte eine leistungsfähigere Anlage an diesem Standort errichten. Statt der sieben sollen dann nur noch vier oder fünf Windräder dort stehen. Sie wären auch weiter weg, als jetzt die sieben.“ Dafür allerdings deutlich größer. 119 Meter um genau zu sein, die Leistung würde 2,3 Megawatt betragen. Nach der Investitionssumme vom 1. stellvertretenden Bürgermeister, Hans-Peter Voß, befragt, sagte Fleßner: „Die Investitionskosten betragen 1,5 Millionen Euro. Die Möglichkeit einer Bürger- oder Gemeindebeteiligung in Höhe von jeweils 150 000 Euro besteht.“Das hatte bereits zuvor auch der Bauamtsleiter der Stadt Grevesmühlen, Lars Prahler, den Einwohnern dargelegt. Doch dieser Punkt weckte kaum Interesse.

Stattdessen wurden Beschwerden laut. Es ging um Geräusche, um Schattenwurf, um die Warnlichter an höheren Anlagen, die weitere Schallausbreitung. Wut kam bei einigen Anwohner erst angesichts eines Missverständnisses auf. Einige fragten, warum der Investor, wenn er denn schon neue Anlagen aufbauen will, nun nicht den gültigen Mindestabstand von 1000 Metern zu einer Wohnanlage einhalten würde.

Eine der aktuellen Anlage steht gerade einmal 300 Meter von einem Wohnhaus entfernt.

Neuer Mindestabstand gilt für alte Anlagen nicht

Dass die 1000 Meter Abstand im Fall der Upahler Anlage nicht möglich sind, hatte Lars Prahler versucht zu erklären. „Wenn der Regionale Raumentwicklungsplan (RREP), der derzeit fortgeschrieben wird, rechtsgültig ist, hat Upahl keine ausgewiesenen Windeignungsgebiete mehr.“ Das bedeutet, der Eigner und Investor ist an das durch den alten Bebauungsplan definierte Gebiet gebunden. Eine flächenmäßige Ausdehnung ist nicht möglich. Die wäre aber nötig, um die von den Einwohner auch für diese Anlage geforderten 1000 Meter zu gewährleisten. Aufgrund des Bebauungsplanes braucht der Investor auch die Zustimmung der Gemeinde zu seinem neuen Investitionsvorhaben. Denn mit den moderneren, höheren Windräder verändern sich die im Bebauungsplan geltenden Standorte und Windradtypen.

„Das einzige, was der Eigner“, so Prahler, „komplett ohne Zustimmung der Gemeinde tun kann, ist die bereits vorhandenen sieben Windräder, so wie sie sind, dort,wo sie jetzt stehen, zu modernisieren.“

Zwei Anwohnerinnen bekundeten, dass sie sich von der derzeitigen Anlage nicht gestört fühlten – und auch nicht grundsätzlich gegen das Anliegen des Investors seien. Zumindest eine Verschiebung um 100 Meter wäre für die am dichtesten an der Siedlung liegenden Windräder doch möglich. Alle anderen Anwesenden – einer davon der Bürgermeister der angrenzenden Gemeinde Testorf-Steinfort, der die Gelegenheit nutzte, um einiges zum Thema Windkraftanlagen und Menschenrechte loszuwerden – waren nicht von dem Vorhaben des Investors zu überzeugen.

Gemeindevertretung betont Pro-Windkraft-Einstellung

Bürgermeister Steve Springer versuchte, die sich zunehmend erhitzenden Gemüter der Einwohner ein wenig zu beruhigen. Er erklärte: „Genau deshalb haben wir zu dieser Einwohnerversammlung eingeladen.

Damit wir die Meinung derer hören, die mit den Auswirkungen der Anlage leben müssen, um einen entsprechenden Beschluss fassen zu können.“ Allerdings schienen einige der Gemeindevertreter doch ein wenig überrascht von der ablehnenden Einstellung der Einwohner. Springer wies noch einmal darauf hin, dass die Gemeinde sich schon vor vielen Jahren eindeutig Pro-Windkraft positioniert habe. „Wir gehören damit in Upahl zu den ersten, die die Energiewende bereits eingeleitet haben, noch bevor es sie offiziell gab.“ Springer machte auch deutlich, dass die Negativ-Auswirkungen von Atomkraft nicht vergleichbar mit denen von Windkraft seien.

Und wahr sei auch, gab Springer zu, dass die Gemeinde von einer neueren, effektiveren Anlage profitieren würde. „Wir können, wenn wir das wollen, zum einen mit investieren und Rendite erwirtschaften, zum anderen steigen natürlich auch unsere Einnahmen , wenn der Investor rentabel wirtschaftet.“

Beschluss zum Antrag des Investors soll vertagt werden

Die Einwohnerversammlung endete mit der übereinstimmenden Einschätzung der Gemeindevertreter, einen Beschluss zum Antrag des Investors auf „Re-Powering“ der Anlage (so nennt man den Ersatz älterer Windräder durch leistungsstärkere), der bereits auf der Tagesordnung für die morgen stattfindende Gemeindevertretersitzung steht, in der Sitzung auszusetzen.

Annett Meinke

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