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Nordwestmecklenburg Windräder: Dassow will mehr Schutz für Bürger
Lokales Nordwestmecklenburg Windräder: Dassow will mehr Schutz für Bürger
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20:13 12.04.2016
Über neue Kriterien für Windeignungsgebiete berät der Dassower Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Tourismus. Quelle: Jürgen Lenz

Vor der Genehmigung neuer Windparks muss sichergestellt sein, dass die Anlagen die neuesten Schutzbestimmungen für alle Wohngebiete — auch Splittersiedlungen — erfüllen und sie so kompakt aufgestellt werden, dass sie das Landschaftsbild möglichst wenig stören. Das fordern Kommunalpolitiker in Dassow über die Grenzen aller Fraktionen hinweg. Sie wollen, dass zu den bisherigen Kriterien zur Auswahl von Windeignungsgebieten in Westmecklenburg weitere hinzukommen. Auch fordern sie eine klare Aussage, dass die optischen Beeinträchtigungen durch Windparks durch den Einsatz neuester Technologien so gering wie möglich gehalten werden und dass neuere Erkenntnisse zur Verträglichkeit von Infraschall in die Genehmigung von Windparks einfließen. Das ist bisher nicht der Fall. Eine weitere Forderung: Die Genehmigung neuer Windparks soll auch davon abhängig gemacht werden, dass der produzierte Strom auch in Spitzenzeiten tatsächlich genutzt wird.

Die Kriterien sollten ergeben, dass es in dem Gebiet keine Windkraftanla-

gen geben darf.“Karl-Hermann Hey (WGO)

Hintergrund der Forderungen ist ein 72 Hektar großes Eignungsgebiet für Windenergieanlagen, das der Entwurf zur Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms für Westmecklenburg auf den Territorien der Stadt Dassow und ihrer Nachbargemeinde Roggenstorf vorsieht. „Die Kriterien sollten ergeben, dass es in dem Gebiet keine Windkraftanlagen geben darf,“ sagt Karl-Hermann Hey (Wählergemeinschaft Ostseestrand). Er ist Mitglied des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Tourismus.

Mit dessen Beratung über eine Stellungnahme zum künftigen Regionalen Raumentwicklungsprogramm ist die Debatte um den umstrittenen Bau von Windenergieanlagen unweit der Dassower Ortsteile Groß

Voigtshagen und Holm in eine neue Runde gegangen. Wie berichtet, kritisierten im vergangenen Jahr zahlreiche Bürger das Vorhaben. Nun sagt der Ausschussvorsitzende Gerd Matzke (SPD): „Ich glaube, wir haben aus den Diskussionen im vorigen Jahr viel gelernt — gegenseitig.“

Jürgen Scherrer von der „Bürgerinitiative für die Erhaltung der Gesundheit und der Naturlandschaft in Dassow“ lobt, die Hinweise des Ausschusses würden viel von dem aufnehmen, was im vorigen Jahr diskutiert worden sei. Es sei aber mit Blick auf ein mögliches Windeignungsgebiet unweit von Groß Voigtshagen und Holm auch noch nötig, stärker auf den Naturschutz einzugehen.

Gerd Matzke erläutert zum Prozedere: „Alles, was später im Regionalen Raumordnungsprogramm drinsteht, ist einklagbares Recht. Werden Kriterien nicht berücksichtigt, ist das ein verfahrensrechtlicher Schritt, der angefochten werden kann.“ Daraus folge: „Man muss jetzt voll auf Kriterien setzen, die es zu erfüllen gilt.“

Von Jürgen Lenz

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