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Nordwestmecklenburg „Wir spüren den Aufschwung“
Lokales Nordwestmecklenburg „Wir spüren den Aufschwung“
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10:14 22.02.2018
Rostock/Laage

Mehr Verbindungen nach München, neue Linien nach Stuttgart und am Ende des Jahres erneut ein Rekord: Der Flughafen Rostock-Laage – der größte Airport im Land – bleibt auf Wachstumskurs. Exakt 290654 Fluggäste nutzten 2017 den Flughafen. 2018 soll nun die 300000- Gäste-Marke geknackt werden, sagt Flughafen-Geschäftsführerin Dörthe Hausmann.

Sie setzt dabei auch auf die wachsende maritime Wirtschaft in Mecklenburg – auf Fachkräfte, die auf den Werften arbeiten, Kreuzfahrt-Touristen und Urlauber aus dem Süden.

Frau Hausmann, in den vergangenen Jahren eilte der Flughafen Rostock-Laage von Rekord zu Rekord. Was erwarten Sie für 2018?

Dörthe Hausmann: Unser Ziel ist es, 2018 den positiven Trend zu verstetigen. Vor allem im Bereich der Urlaubs- und Geschäftsreisen wollen wir weiter wachsen.

Wie gelingt es Ihnen und Ihrem Team, die Zahlen zu steigern? Was ist dafür ausschlaggebend?

Wir haben im vergangenen Jahr unser Geschäftsmodell hinterfragt. Alle Flugverbindungen und auch alle zukünftigen Ziele wurden neu bewertet – aus dem Blickwinkel der Kunden: Welcher Reisende in MV braucht welches Produkt? Wir haben Reisebüros, aber auch Unternehmen befragt und haben nun eine gute Zahlenbasis. Diese nutzen wir als Grundlage der Verhandlungen mit Airlines. Denn die Fluggesellschaften wollen von uns vorab wissen, ob eine Route auch rentabel zu fliegen ist und welcher Flugplan den Bedürfnissen der Reisenden entspricht.

Welche Rolle spielt die Lage an der Küste für den Erfolg des Airports?

Die Lage an der Ostsee ist für uns in zwei Segmenten sehr wichtig: einerseits im Bereich des „Incoming Tourismus“. Damit meinen wir jene Gäste, die in MV Urlaub machen und mit dem Flugzeug anreisen. Dieser Bereich ist definitiv aber noch ausbaubar. Andererseits profitieren wir aber auch von den kurzen Wegen zum Hafen in Warnemünde. Unsere Kreuzfahrt-Gäste würden nicht über Laage fliegen, wenn wir nicht so dicht dran wären.

Spüren auch Sie, dass die maritime Wirtschaft wächst – zum Beispiel auf den Werften?

Durch Passagierumfragen wissen wir, dass in der Tat viele unserer Geschäftsreisenden in Unternehmen beschäftigt sind, die Zulieferer oder Teil der maritimen Wirtschaft sind.

Das heißt, der Aufschwung der Werften schlägt sich auch ganz direkt auf die Fluggastzahlen nieder?

Korrekt, die Fluggastzahlen auf unseren täglichen Flügen nach München und Stuttgart entwickeln sich positiv, auch dank der maritimen Wirtschaft in Rostock und auch in Wismar.

Der Kreuzfahrthafen Rostock bleibt auch 2018 die Nummer eins in Deutschland und vermeldet einen neuen Rekord. Inwieweit profitieren auch Sie von dem Wachstum?

Ungefähr 30 Prozent unseres Passagieraufkommens machen Charterflüge der großen Reedereien aus. Wir erwarten in diesem Jahr ein gleichbleibendes Aufkommen zum Vorjahr.

Die Reedereien Costa, MSC und Pullmantur fliegen ihre Gäste über Laage ein. Wie viele Flüge sind geplant?

Derzeit sind bei uns 280 Flüge angemeldet, da ist aber noch viel Bewegung drin. Daher können wir noch keinen Vergleich zum Vorjahr ziehen.

Sind denn auch mit anderen Reedereien solche Kooperationen geplant?

Wir sprechen mit weiteren Reedereien, dort sind die Vorlaufzeiten jedoch sehr lang, da die Routenplanung im Kreuzfahrtgeschäft oft drei Jahre Vorlauf haben. Wir würden uns aber freuen, wenn wir auch als Partner von Aida Cruises stärker in Betracht gezogen würden. Rostocker Reederei, Rostocker Airport – das würde passen.

Und wie sieht es mit Urlaubern aus, die in MV bleiben wollen? Geht der Plan, mehr Urlauber aus Süddeutschland und dem Alpenraum zu locken, auf?

Wir sehen, dass auf den Linienflügen aus Stuttgart und München in den Sommermonaten auch vermehrt Urlauber aus Süddeutschland nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Wir arbeiten bereits an weiteren Verbindungen – neben den Linien nach Linz und Zürich – ab 2019. In diesem Jahr gibt es keine Flugzeuge dafür, da im gesamten Markt nach der Insolvenz von Air Berlin Flugzeug-Kapazitäten fehlen.

Welche Pläne haben Sie für 2018?

Aktuell haben wir mit dem Landestourismusverband allen Urlaubsregionen des Landes die Möglichkeit eröffnet, sich im Flughafen langfristig zu präsentieren. Neun Partner haben diese Chance genutzt.

Damit wird Rostock-Laage Schaufenster des Landes. Insbesondere den internationalen Kreuzfahrt-Passagieren wollen wir zeigen, wie schön unser Land ist. Vielleicht kommt der eine oder andere dann ja wieder. Außerdem investieren wir 2018 verstärkt in die Infrastruktur und Technik des Flughafens. Zudem wollen wir unsere Parkflächen verbessern und erneuern. Dieses Jahr ist zudem das Jahr der Jubiläen: Die Hansestadt wird 800 Jahre alt, wir feiern Ende September dann unseren 25. Geburtstag mit einem großen Tag der Offenen Tür.

Interview: Andreas Meyer

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