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Nordwestmecklenburg „Wir stehen wieder beim Anfang“
Lokales Nordwestmecklenburg „Wir stehen wieder beim Anfang“
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20:21 18.03.2016

In der Stadt Schönberg soll seit 2007 eine neue Kita gebaut werden, damit der Mangel an Betreuungsplätzen endlich ein Ende hat. Am Donnerstag sagte Bürgermeister Lutz Götze (SPD) vor der Stadtvertretung: „Wir stehen wieder beim Anfang.“ Das sei das Fazit der über ein Jahr andauernden Bemühungen um Zuschüsse. Es seien auch Kreis-, Landes- und Bundespolitiker eingeschaltet worden. „Bisher ohne Ergebnis.“

Dabei ist das Kitaprojekt nicht die einzige kommunalpolitische Baustelle, aus der nach immer neuen Beratungen keine reale Baustelle geworden ist. Ronny Freitag (Liberale Wählergemeinschaft Schönberg) betonte in einer Debatte über den Haushalt 2016: „Ich will nicht immer wieder über das Gleiche diskutieren. Vieles wird angefangen, aber wir kommen damit nicht zu Potte.“

„Zu Potte“ gekommen ist Schönberg auch noch nicht mit dem Haus Amtsstraße 8, in das laut einem Beschluss der Stadtvertretung der Jugendklub und die Bücherei einziehen sollen. Der im Sommer 2013 beschlossene Kauf der ehemals bundeseigenen Immobilie ist längst über die Bühne, doch heute steht nicht mehr fest, ob das Haus, wie ursprünglich geplant, saniert und teilweise umgebaut wird. Am Donnerstagabend stellte die SPD-Fraktion einen „Antrag an die Stadtvertretung Schönberg zum Bau einer Unterkunft für den Jugendklub und Bibliothek: 1. Es gilt zu überlegen, mit der Realisierung des geplanten Projektes in der Amtsstraße mit den zurzeit für Verfügung stehenden Mitteln zu beginnen und in Abschnitten zu gestalten. 2. Als Alternative schlägt die SPD-Fraktion der Stadtvertretung vor, die Altbausubstanz auf dem Grundstück zurückzubauen und unter Einbeziehung weiterer angrenzender Flächen, die sich im städtischen Eigentum befinden, einen Neubau zu errichten.“ Die Alternative scheine interessant, weil die Kosten wahrscheinlich geringer seien.

Jugendklub und Bücherei mussten vor elf Monaten aus einer Baracke in der Dassower Straße ausziehen, weil dort eine Obdachlosenunterkunft gebaut wird. Die Abrissarbeiten haben vor wenigen Tagen begonnen. Über die derzeitige Unterbringung des Jugendklubs und der Bücherei in einer kleineren Baracke in der Feldstraße urteilt die SPD-Fraktion: „In dieser Unterkunft ist eine sinnvolle Betreuung von Jugendlichen nicht und der Bibliotheksbetrieb mit Abstrichen möglich.“

Die Stadtvertretung verwies die Diskussion über Bibliothek und Jugendclub schließlich in den Bauausschuss. Die Beratung über den Bau einer neuen Kita wurde bereits in den Ausschuss für Schule, Kultur, Jugend, Senioren und Soziales verwiesen. Bürgermeister Lutz Götze sieht nach dem Stand der Dinge drei Möglichkeiten: Entweder die Stadtvertreter warten auf das Erscheinen einer Förderrichtlinie, oder die Stadt übernimmt den Bau und finanziert ihn über einen Kredit, oder sie schreibt den Bau öffentlich aus. Dabei müsse, so Götze, „klar sein, dass ein möglicher Investor auch der Träger der zu bauenden Einrichtung sein kann, welcher dann auch die zu schaffenden Plätze beansprucht“.

Im August 2013 präsentierte eine Architektin Pläne für einen Kitabau mit 48 Krippen- und 60 Kindergartenplätzen hinter dem Schützenhaus mit Sanierung des historischen Gebäudes. Kostenschätzung nach den damaligen Baupreisen: 2,9 Millionen Euro.

Von Jürgen Lenz

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