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Nordwestmecklenburg Wird Bushaltestelle vom Wismarer Markt verlegt?
Lokales Nordwestmecklenburg Wird Bushaltestelle vom Wismarer Markt verlegt?
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22:08 19.04.2016
Bei schlechtem Wetter stehen die Fahrgäste am Marktplatz im Regen. Quelle: Heiko Hoffmann

Wer Bus fährt, steht sprichwörtlich schnell im Regen. Die Haltestelle am Marktplatz in Wismar ist ohne Überdachung. Die Fraktion FDP/Grüne forderte schon vor zwei Jahren eine überdachte Bushaltestelle, um den Nahverkehr attraktiver zu machen. Bisher ergebnislos.

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Die Verwaltung will das Provisorium mit Glasscheiben als Wetterschutz aufwerten — Doch viele Politiker fordern den Umzug.

Jetzt kommt eine neue Variante ins Spiel, die nicht wirklich neu ist. Vertreter mehrerer Fraktionen haben unlängst im Bauausschuss für die Verlegung der Haltstelle in die Großschmiedestraße plädiert.

„Die Haltstellle am Markt passt da nicht hin. Die Busse verstopfen den Markt, für die Fußgänger ist es zu eng. Ich bin für die Großschmiedestraße , das war früher auch schon so“, fordert Sigfried Rakow (CDU). Der Bauausschussvorsitzende Roland Kargel schloss sich dem an. Michael Tiedke (SPD) befürchtet mit einer vernünftigen Haltestelle einen zu großen Eingriff in den Denkmalschutz und ist daher ebenso für die Großschmiedestraße. Ulrich Litzner (SPD) sieht die Silhouette am Markt gestört, außerdem gebe es mit der Haltestelle Am Schilde eine in der Nähe. Sein Vorschlag lautete, vor dem Lottoladen an der Großschmiedestraße eine Haltestelle einzurichten, weil dort viel Platz sei.

Dagegen erinnerte Hans-Jürgen Leja (Für Wismar) daran, dass es in der Vergangebheit erhebliche Bedenken von Anwohnern gegen die Haltestelle in der Großschmiedestraße gab. Bernd Hilse (Linke) meinte daher, dass dies mit den Anwohnern geklärt werden müsse. Grundsätzlich ist auch er für den Umzug in die Großschmeidestraße. Die Verwaltung verfolgt eigentlich einen anderen Plan. Sie hat sich intensiver mit einer Lösung am Markt beschäftigt. Im Wissen um den Denkmalschutz und in Abstimmung mit der Landesdenkmalbehörde werde eine filigrane Konstruktion mit Überdachung, aber ohne Rück- und Seitenwände und ohne Werbung in Erwägung gezogen, so Bauamtsleiterin Nadine Domschat-Jahnke.

Die Pläne gehen von zwei Bussen aus. Die Haltestelle soll möglichst dicht an die Hausfassade gerückt werden, sodass ausreichend Platz für die Fußgänger wäre.

Bisher war das Bauamt davon ausgegangen, dass keine Abstimmung mit dem Unesco-Sachverständigenbeirat erforderlich ist. Die Mitglieder des Bauausschusses haben da ihre Zweifel. Auf alle Fälle soll sich das Bauamt mit der kreiseigenen Nahbus GmbH zwecks Bushaltestelle in der Großschmiedestraße in Verbindung setzen. Denn ein Alleingang Wismars ist nicht möglich.

Der Fraktion FDP/Grüne ging es mit dem Antrag im Jahr 2014 darum, dass das Warten auf den Bus angenehmer werden soll. „Besonders die Bushaltestelle am Marktplatz ist hoch frequentiert. Besonders im Herbst und Winter ist hier ein Schutz vor Regen und anderen Niederschlägen bisher nicht gegeben, da hier nur eine Sitzbank zum Warten aufgestellt wurde, eine Überdachung aber fehlt“, hieß es damals zur Begründung. Auf Nachfrage teilte die Verwaltung mit, dass in Kürze bei einem Treffen mit Vertretern der Nahbus GmbH eine Standortverlagerung in die Großschmiedestraße ausgelotet werden soll.

Nadine Domschat-Jahnke: „Es ist vorgesehen, das Thema erneut im Bau- und Sanierungsausschuss im Monat Mai zu beraten. Daraus wird sich ein weiteres Vorgehen ableiten.“ Weiter sagt die Bauamtsleiterin: „Die Thematik der Aufstellung einer Bushaltestelle an einem der zentralsten Orte der Hansestadt am Markt berührt mehrere Belange, wie die zentrale und attraktive Erreichbarkeit der Innenstadt durch den öffentlichen Nahverkehr.“ Außerdem gehe es um den Denkmalschutz und die Einhaltung der Verkehrssicherheit. „Diese Belange gilt es hier sensibel zu betrachten und bei einer Realisierung abzudecken“, so Domschat-Jahnke. Derzeit werde eine Beteiligung des Sachverständigenbeirates nicht als notwendig angesehen.

Im Stadtbereich gibt es derzeit 176 Bushaltestellen, die angefahren werden. Davon sind 70 mit Wartehallen ausgestattet, die mit Sitzbänken versehen sind.

Von Heiko Hoffmann

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