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Nordwestmecklenburg Wirtschaft mit guten Aussichten
Lokales Nordwestmecklenburg Wirtschaft mit guten Aussichten
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20:24 23.12.2015

Die Wirtschaft in Westmecklenburg ist weiter auf Wachstumskurs. Das ergab eine gemeinsame Bilanz der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin. Beide Institutionen haben 2015 fast durchweg positive Entwicklungen melden können.

Das Handwerk war im Frühjahr zunächst mit einer leichten Abschwächung gestartet. Bau- und Ausbaubetriebe haben sich unverändert in bester Verfassung gezeigt, heißt es. Eintrübungen gab es in der Kfz-Branche und bei Zulieferbetrieben. Der Sommer und der Herbst fielen bei allen wieder positiv aus: 95 Prozent der Betriebe haben ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend und mehr als 60 Prozent sich als voll ausgelastet bezeichnet. Und: 94 Prozent rechnen damit, dass ihre Geschäftslage weiterhin gut bleibt.

Auch Industrie, Handel und Dienstleistungen im Bezirk der IHK zu Schwerin melden eine gute Geschäftslage. 90 Prozent der Unternehmen gaben an, dass ihre wirtschaftliche Lage gut beziehungsweise befriedigend sei. Die Geschäftserwartungen gehen zwar leicht zurück, bleiben aber insgesamt auf gutem Niveau. Insbesondere hohe Arbeitskosten und eine schwächere Inlandsnachfrage wurden als Gründe angeben. „Westmecklenburg hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt und präsentiert sich als attraktiver Wirtschaftsstandort“, sagte Siegbert Eisenach, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Schwerin.

Beschäftigung

Die gute Konjunktur spiegelt sich auch in der Beschäftigungssituation im Handwerk wider. Insgesamt 94 Prozent haben ihre Belegschaft gehalten oder sogar aufgestockt. Nach Einschätzung der Handwerkskammer übersteigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften das Angebot auf dem Arbeitsmarkt. „Wir schauen auf alle Potentiale“, sagte Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin. „Wir werben um Abiturienten und Studienabbrecher. Wir widmen uns aber auch den Jugendlichen mit schlechten schulischen oder sozialen Voraussetzungen. Wir unterstützen mit Qualifizierungen, um ältere Beschäftigte länger in den Betrieben zu halten. Aktuell sind auch Flüchtlinge mit einer guten Bleibeperspektive in den Fokus gerückt.“ Auch die IHK zu Schwerin unterstützt ihre zugehörigen Unternehmen bei der Integration von ausländischen Arbeitnehmern. Rund die Hälfte der Unternehmen benennt den Mangel an geeigneten Auszubildenden und Fachkräften als den bedeutendsten Risikofaktor ihrer wirtschaftlichen Entwicklung.

Ausbildung

Die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge im Handwerk konnte gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent auf 679 Verträge gesteigert werden. Zur Unterstützung der Ausbildungsbetriebe bei der Nachwuchsgewinnung setzt die Handwerkskammer vor allem auf ihren Tag der Offenen Tür im Januar, die Nachwuchswerbung an Schulen sowie die Präsenz der Handwerkskampagne in den sozialen Netzwerken im Internet.

Mit 1308 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen blieb die Zahl im Bezirk der IHK zu Schwerin im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Region ist auch für ausländische Jugendliche interessant. Derzeit absolvieren 230 junge Menschen aus 26 Nationen in 23 Berufen ihre Ausbildung. Für 2016 deuten sich maximal 256 weitere Ausbildungsstellen in Westmecklenburg an. Über die IHK-Lehrstellenbörse können interessierte Jugendliche ihren Ausbildungs- oder Praktikumsplatz finden.

Ausblick

Für das Handwerk erwartet Hauptgeschäftsführer Hummelsheim im kommenden Jahr eine positive Geschäftsentwicklung. Der Zentralverband des Handwerks in Berlin hat für das Jahr 2016 ein Wachstum von zwei Prozent vorausgesagt. Damit würde das Handwerk stärker wachsen als die Gesamtwirtschaft.

Die IHK zu Schwerin geht für das Jahr 2016 von einer weiterhin positiven Entwicklung für Industrie, Handel und Dienstleistungen in Westmecklenburg aus. Den Export der hier hergestellten Waren zu stärken, ist eine wichtige Aufgabe. Des Weiteren bedarf es eines flächendeckenden schnellen Internets sowie einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Infrastruktur. Im Vordergrund stehen insbesondere der Lückenschluss der A14 und die Vertiefung des Seehafens Wismar auf 11,50 Meter. Die IHK will auch die Erschließung neuer Märkte vorantreiben. Insbesondere Skandinavien, die USA, Russland sowie der Iran stehen im Fokus.

Mit Blick auf den sich verschärfenden Fachkräftemangel und den Ausbildungsnachwuchs müsse es gelingen, so die beiden Hauptgeschäftsführer, den Blick von Jugendlichen, Eltern und Lehrern auf die Chancen einer dualen Ausbildung zu lenken. Zu viel Akademisierung gefährdet unser Wirtschaftssystem und unseren Wohlstand, sind sich Hummelsheim und Eisenach einig.

LN

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