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Nordwestmecklenburg Wirtschaftsförderung: Landrätin setzt auf neues Konzept
Lokales Nordwestmecklenburg Wirtschaftsförderung: Landrätin setzt auf neues Konzept
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20:23 09.01.2016
Im Gewerbegebiet Lüdersdorf sind etwa 1,25 Hektar an Restflächen insgesamt noch verfügbar. Quelle: Jürgen Lenz

Grevesmühlen Rund 40000 Euro kostet der Unterhalt der Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises pro Jahr. Einnahmen gibt es kaum, seit Jahren wurden keine Grundstücke verkauft. Jetzt soll die GmbH neu ausgerichtet werden. Landrätin Kerstin Weiss (SPD) beantwortet die Fragen zur Gesellschaft und den Strukturen:

Wie viele Flächen gibt es überhaupt im Nordwestkreis?

Kerstin Weiss: Die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises bietet aktuell rund 13,35 Hektar eigene Gewerbe- und Industrieflächen im Gewerbegebiet Upahl an. Die Vermarktung erfolgt unter andere über den Investguide des Wirtschaftsportals der Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH. Die Quadratmeterpreise bewegen sich zwischen 15 und 20 Euro. Weitere Flächen in Nordwestmecklenburg, die sich nicht im Eigentum der WFG befinden, sind unter anderem in:

Lüdersdorf: 1,25 Hektar

Schönberg: etwa 5,8 Hektar

Selmsdorf: Erweiterung geplant

Dassow: keine freien Flächen Warum wird die WFG, die nur Defizite einfährt und deren Wirtschaftsplan für Kritik sorgt, nicht einfach aufgelöst, die Vermarktung an private Unternehmen übergeben?

Weiss: Seit Jahren lebt die WFG von der Substanz, verbraucht ihr Stammkapital und es war absehbar, dass sie das Darlehen ihrer Mutter, dem Landkreis, nicht zur Mitte des Jahres 2016 zurückzahlen kann, ohne „pleite“ zu gehen. Die WFG wurde auch durch Entscheidungen des Kreistages dahin gefahren, wo sie heute ist. Es wurde kein hauptamtliches Personal mehr mit den Aufgaben betraut, sondern die Geschäftsführung wird von Mitarbeitern der Kreisverwaltung erledigt. Die Vorgängerin von Heiko Boje im Amt des Geschäftsführers hat Anfang 2015 gebeten, von ihren Aufgaben entbunden zu werden. Boje müht sich seitdem, neben seinen eigentlichen Aufgaben die Geschäftsführung zu erledigen und ist zugegeben mit den Zahlen in den einzelnen Spalten etwas durcheinander gekommen. Diese Kritik ist berechtigt. An dem geplanten Gesamtergebnis im Plan für 2016 ändert sich dadurch jedoch nichts.

Was muss passieren, um die Wirtschaftsförderung wieder zu einer Förderung zu machen?

Weiss: Meine Aussage ist ganz klar: Der Landkreis macht in der Wirtschaftsförderung viel zu wenig, verglichen mit anderen Landkreisen eigentlich so gut wie nichts. Wir lassen die Gemeinden allein und außer Wismar hat keine Kommune eine hauptamtliche Wirtschaftsförderung. Und: Wirtschaftsförderung kostet zunächst immer Geld, wenn man es richtig machen will, und rentiert sich erst später für die Region, nämlich wenn Arbeitsplätze entstehen oder erhalten bleiben, wenn Steuern in die Gemeindekassen fließen und es den Städten und Gemeinden gut geht. Deshalb bin ich für die Wiederbelebung der Wirtschaftsförderung für den gesamten Landkreis, auch gern in Form der GmbH, denn die ist flexibler als eine Verwaltung und sie denkt wirtschaftsnäher.

Bedeutet das, dass die WFG noch mehr Geld benötigt?

Weiss: Die WFG muss konzeptionell neu aufgestellt und mit den erforderlichen Mitteln ausgestattet werden. Dazu gehört auch hauptamtliches Personal. Wir sind derzeit mit dem Unternehmerverband, mit dem Wirtschaftsbeirat und mit der Wismarer Wirtschaftsgemeinschaft im Gespräch, die den Ideen sehr aufgeschlossen gegenüberstehen und sprechen über die wichtigsten zukünftig erforderlichen Maßnahmen.

Interview: Michael Prochnow

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