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Nordwestmecklenburg Wismar: Zwölf Varianten für neue Hochbrücke
Lokales Nordwestmecklenburg Wismar: Zwölf Varianten für neue Hochbrücke
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18:30 21.10.2017
Die Hochbrücke über den Mühlenteich ist verschlissen, ihre Zeit läuft ab. Eine neue Brücke soll gebaut werden. Quelle: Foto: Heiko Hoffmann

. Die verschlissene Hochbrücke in Wismar muss noch einige Jahre halten, eine Variante für den Neubau ist noch nicht gefunden. „Das Straßenbauamt Schwerin arbeitet weiterhin an der Variantenuntersuchung“, so Renate Gundlach, Sprecherin des Schweriner Verkehrsministeriums.

Verschlissene Brücke wird ersetzt.

Mittlerweile werden zwölf Varianten untersucht. Anfangs waren es sechs. Gundlach: „Aufgrund der komplexen Gesamtsituation müssen für die Varianten finanzielle, verkehrliche, städtebauliche, umweltfachliche sowie Konstruktionsaspekte untersucht werden.“ Zur Festlegung der Vorzugsvariante werden alle diese Punkte gewichtet. „Derzeit kann noch nicht gesagt werden, wann die Variantenuntersuchung abgeschlossen sein wird“, so die Sprecherin. Daher gebe es auch noch keine Aussagen zur Anzahl der Fahrspuren, Baubeginn und auch über die tatsächlichen Kosten des Brückenneubaus.

Im Jahr 2012 wurde die erste Grobplanung für die Hochbrücke vorgestellt. Damals hieß es, dass sie wegen der Baumängel noch mindestens zehn Jahre nutzbar ist. Gundlach: „Daran hat sich nichts geändert.“

Ist die Vorzugsvariante gefunden, lauten die nächsten Schritte: Vorentwurfsplanung, anschließend die Planfeststellung, die Ausführungsplanung und dann der eigentliche Bau. Das wird sich noch Jahre hinziehen. Eine zeitliche Überschneidung mit dem Bahn-Projekt in der Poeler Straße in Wismar, wo es voraussichtlich zu einer Vollsperrung 2019/2020 kommen wird, ist daher nicht zu befürchten. Die Sprecherin des Verkehrsministeriums sagt dazu: „Die Projekte sind zeitlich aufeinander abgestimmt. Es ist geplant, erst nach der Realisierung des Bahn-Projekts Poeler Straße mit den Arbeiten an der Hochbrücke zu beginnen.“ Ob während der Bauphase die vorhandene Hochbrücke vollständig und zeitweilig genutzt werden kann oder ob mit einer Vollsperrung zu rechnen sein wird, dies hänge von der Variante ab, so Renate Gundlach. Beim Neubau der Hochbrücke ist das Land in der Vergangenheit von Kosten um 20 Millionen Euro ausgegangen. Die Bauzeit wird bei rund zwei Jahren liegen. Im letzten Jahr war davon die Rede, dass die Brücke mit zwei Fahrspuren und jeweils beidseitig einem kombinierten Geh- und Radweg geplant wird. Im Wismarer Rathaus wird mit Interesse verfolgt, welche Variante den Vorzug erhalten wird. Auch Anwohner und Pendler sind gespannt. Mit der Werft entstehen in Wismar zusätzliche Verkehre. Ein im Sommer 2017 erstelltes Verkehrsgutachten hat aufgezeigt, dass in der Stadt mit erheblich mehr Verkehr zu rechnen ist. Bereits im vergangenen Jahr hat die Stadt gegenüber dem Verkehrsministerium mitgeteilt, „dass Varianten, die eine Vollsperrung der Hochbrücke während der Bauzeit von bis zu drei Jahren hervorrufen würden, aus Sicht der Stadt nicht denkbar sind“. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) hatte auf die erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung der Stadt hingewiesen und eine möglichst geringe Beeinträchtigung angemahnt.

Der Neubau ist erforderlich, weil die 47 Jahre alte Brücke verschlissen ist. Aus Sicht der Hansestadt kommen nur einige der zwölf Varianten infrage. Vorzugsvarianten wären ein relativ paralleler Verlauf einer neuen Brücke, weil dann die alte Brücke während des Baus lange genutzt werden könnte.

Die Variante über die alte Rostocker Straße wird von der Stadt konsequent abgelehnt.

Denkbar ist auch der jetzige Verlauf der Brücke. Vorhandene Fundamente etwa könnten mit einbezogen werden. Aber: Bei einer Bauzeit von rund zwei Jahren muss eine ortsnahe Alternative her. Das wird schwierig. Das trifft auch bei den Varianten zu, die die jetzige Hochbrücke kreuzen. Bei Parallelvarianten könnte dies entfallen. Als problematisch könnte sich die neue Führung über den Mühlenteich erweisen. Der Naturschutz spielt dabei eine gewichtige Rolle.

Alte Brücke ist 47 Jahre alt

Am 7. August 1970 wurde das

400 Meter lange Bauwerk als damals längste Spannbetonbrücke der DDR eingeweiht. Die gesamte Baulänge war über einen Kilometer. Die Brücke kostete 15,3 Millionen DDR-Mark.

Die Hochbrücke ist Teil einer

Landesstraße, darum trägt das

Land Mecklenburg-Vorpommern

Verantwortung und Kosten. Von

der Kreuzung Philosophenweg

bis zur Kreuzung Dr.-Leber-Straße misst sie 600 Meter.

Rund 19000 Fahrzeuge rollen

täglich über die Hochbrücke.

Im September 2011 wurde sie für

den Schwerlastverkehr über zwölf Tonnen – bis auf Busse, Rettungs- und Müllautos – gesperrt.

Heiko Hoffmann

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