Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Wismar setzt auf bewährte Säulen
Lokales Nordwestmecklenburg Wismar setzt auf bewährte Säulen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:21 16.12.2015
Petra Steffan und Thomas Beyer kleben das erste Plakat an die neue Kultursäule. Quelle: Vanessa Kopp

Sie ist rund, informativ und hält sich wacker — die Litfaßsäule. Die Hansestadt Wismar stellt zwei der knapp vier Meter hohen Zylinder den lokalen Vereinen und Verbänden als Werbefläche zur Verfügung, um dort Veranstaltungen anzupreisen. „Das ist ein kostenloser Service“, sagt Petra Steffan, Mitarbeiterin in der Stadtverwaltung. „Die Interessenten müssen sich bei uns anmelden. Dann wird eine Nutzungsvereinbarung für die sogenannten Kultursäulen abgeschlossen.“ Denn nicht jedes Plakat sei im Sinne des Stadtmottos „Neugierig. Tolerant.

Weltoffen.“ Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) beklebte Petra Steffan die neue Säule vor der Volkshochschule mit dem ersten Plakat: Werbung für das Fest der Demokratie am 28. Mai 2016.

Eine weitere Säule steht am Friedenshof in der Hans-Grundig-Straße.

Für Jens Petersson vom Unternehmen Stöer Deutsche Städte Medien GmbH ist das erst der Anfang: „Ich könnte mir auf jeden Fall noch mehr Litfaßsäulen in Wismar vorstellen. Dieses Medium hat nach seinen 160 Jahren noch nicht an Bedeutung verloren.“ Insgesamt gibt es in der Hansestadt derzeit 25 Stück. Die Firma Stöer, die auch das neue Leitsystem durch die Altstadt entwickelt hat und allgemein für die städtischen Werbeflächen zuständig ist, kümmert sich um die Säulen und die geeignete Standortwahl. „Die Ecke Badstaven/Dahlmannstraße ist natürlich ideal“, erklärt Petersson, Niederlassungsleiter in MV. „Hier kommen viele Schüler, Besucher der Volkshochschule und weitere Passanten vorbei.“ Große, rote Lettern am oberen Rand der Säule zeigen deutlich, dass es sich bei den Plakaten um kulturelle Informationen aus der Hansestadt handelt.

Das Projekt Kultursäule wurde im Altstadtforum geboren. Dadurch soll unter anderem auch dem verbotenen Bekleben von Stromverteilerkästen, Hauswänden und Türen vorgebeugt werden. „Wir haben, seitdem wir diese Möglichkeit bieten, weniger wilde Plakatierung in der Stadt“, stellt Thomas Beyer fest. Eine weitere Maßnahme gegen Vandalismus sei die bunte Gestaltung der grauen Stromkästen. „Ich hoffe, dass viele Vereine unser Angebot nutzen und diese noch weiße Säule schnell beklebt wird“, sagt Beyer. Petra Steffan ergänzt: „Mit der Bereitstellung der Kultursäule wird den Bedürfnissen Wismarer Vereine und Verbände nach Werbefläche entsprochen. Ich wünsche mir, dass die Vereine das kreativ, geschmackvoll und vielfältig nutzen.“ Sie freue sich auf eine Vielzahl von Ankündigungen, die Lust auf Kultur und Bildung machen.

Auch Grevesmühlen soll bald um eine Litfaßsäule reicher sein: Das Pressehaus in Grevesmühlen plant eine eigene in der August-Bebel-Straße zu platzieren, vermutlich im Frühjahr. Dort sollen dann alle wichtigen Informationen und Nachrichten der Stadt zu lesen sein.

Die Litfaßsäule
15. April 1855: Die erste Litfaßsäule Deutschlands wird in Berlin-Mitte errichtet. Erfinder ist Ernst Theodor Amandus Litfaß, Druckereibesitzer und Verleger aus Berlin. Angeblich störte ihn das wilde Plakatieren im lebendigen Berlin.


Heute gibt es in Deutschland 67000 Litfaßsäulen, wovon etwa 50000 zur Werbung für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

Vanessa Kopp

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Gewerbeverein des Ostseebads Boltenhagen hat bei seiner Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt.

16.12.2015

Gestern erfolgte der erste Spatenstich / Bau des Projektes kostet rund 30 000 Euro.

16.12.2015

Erhöht die Stadt Schönberg ihren Zuschuss für das ortsansässige Volkskundemuseum in den nächsten fünf Jahren um jährlich 10000 Euro? Darüber berät heute Abend die Stadtvertretung.

16.12.2015
Anzeige