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Nordwestmecklenburg Wismarer Brandopfer können wieder lachen
Lokales Nordwestmecklenburg Wismarer Brandopfer können wieder lachen
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00:00 18.10.2012
Holger und Sigrid Jaschinski vor dem Haus, in dem es brannte. Derzeit wird das Gebäude saniert.
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Nordwestmecklenburg

Wismar – Erst standen sie vor dem Nichts, verloren ihre Möbel, ihre Sachen, ihre Wohnung – ihr komplettes Hab und Gut. Jetzt haben Sigrid (59) und Holger Jaschinski (60) wieder ein neues Dach über dem Kopf.Am 21. August brannte eine Dachgeschosswohnung in dem Wismarer Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Bademutter-/ABC-Straße komplett aus (die OZ berichtete). Das war die Wohnung über ihnen. „Der Flur war verraucht, es roch nach Feuer und vom Fenster sah ich schon die metergroßen Flammen aus der Wohnung lodern“, erinnert sich der 60-Jährige schmerzhaft an den Tag zurück. Knapp 70 Einsatzkräfte verhinderten Schlimmeres, löschten das Feuer. Allerdings drang das Wasser in die darunterliegenden Wohnungen ein. Mietparteien von sieben Wohnungen waren sofort obdachlos, sie mussten hilflos mitansehen, wie das Wasser Etage für Etage nach unten lief. Auch drei Geschäfte waren betroffen. Einige Wochen sind seitdem vergangen. Die damalige Traurigkeit ist aus den Gesichtern der beiden Brandopfer gewichen. Ab und zu taucht bei ihnen sogar ein Lächeln auf. Es ist ein Lächeln der Dankbarkeit. „Seit dem Brand haben wir von allen Seiten Hilfe erfahren, um schnellstmöglich wieder ein geregeltes Leben führen zu können“, sagt Sigrid Jaschinski. Ein Mann, der allen Opfern Hilfe anbot, ist der Wismarer Olli Harbst. Er hat ein Bilderrahmengeschäft auf der gegenüberliegenden Seite. Er war gewissermaßen das Hilfszentrum in den folgenden Tagen. „Alle betroffenen Mieter meldeten sich bei ihm, er gab Informationen weiter oder hatte einfach nur ein offenes Ohr für unsere Sorgen“, sprechen Sigrid und Holger Jaschinski mit Hochachtung über den Mann. Ebenso dankbar sind sie ihrer Tochter, die drei Tage vor der Entbindung ihres Kindes anpackte und etwa die Wäsche ihrer Eltern wusch. Bei Heike und Peter Kruschat konnte das Ehepaar ausruhen, wurde mit Essen versorgt und bekam sogar den ersten Einrichtungsgegenstand für seine neue Wohnung – einen Kühlschrank. Deren Sohn Marcel überließ Sigrid und Holger Jaschinski übergangsweise seine Wohnung. Die Schwiegertochter Mandy Reppien übernahm die Organisation für neue Elektrogeräte, während das Ehepaar zusammen mit seinem Sohn Christian und Schwiegersohn Dirk Beyer die zerstörte Wohnung beräumte. Bei dem Wismarer Helmut Mannheimer, Geschäftsführer eines Elektro-Dienstes, luden sie kostenlos den Hausrat auf dem Hof ab. „Auch Mitarbeiter der Firma Montageservice Enrico Krebs halfen uns bei der Beräumung, schleppten die Möbel zur Endlagerung, besorgten Ersatzmöbel für unsere Übergangswohnung, klemmten Lampen an und bohrten und hämmerten, bis alles fertig war“, erzählt die 59-jährige Frau. Sie kann sich noch an zwei Personen erinnern, die einen Hilfe-Aufruf über das Internet verfolgten und sich bei den Aufräumarbeiten beteiligten: „Marie und Philip heißen die beiden, die uns mit viel Einsatz beim Einpacken des Hausstandes geholfen haben.“ Mitglieder der Mittwochsrunde zu Wismar wurden auch hellhörig, als sie von den Brandopfern erfuhren und brachten nur wenige Tage später etwas Geld zur Unterstützung vorbei. Beide werden nicht vergessen, wie rührend sich ihr Vermieter, der Wismarer Peter Manthey, um sie und die anderen Vermieter gekümmert hat. „Trotz aller Verpflichtungen, die er sonst noch so in der Stadt hat, war er bei allen Dingen hilfreich. Er sicherte uns zu, dass wir, sobald die Sanierungsarbeiten fertig sind, wieder in unsere Wohnung einziehen können“, so Holger Jaschinski. „Es ist unglaublich, mit welchem Herzblut und Engagement uns geholfen wurde. Das ist kaum in Worte zu fassen. Auch allen nicht genannten Personen, die uns mit Sachspenden, tröstenden Umarmungen und Worten halfen, das Geschehen zu verkraften, sagen wir ein herzliches Dankeschön“, so Sigrid Jaschinski.

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