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Nordwestmecklenburg Wismarer Familie erfüllt Sohn besondere Wünsche
Lokales Nordwestmecklenburg Wismarer Familie erfüllt Sohn besondere Wünsche
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20:15 15.04.2017

Wenn Marina Hamer einen Roman schriebe, wären Tapferkeit und Kampfgeist wohl die Hauptfiguren ihres Buches. Und eines der Kapitel erzählte vom 30. Geburtstag ihres Sohnes.

Marina Hamer mit Geschenken für ihren Sohn. Quelle: Foto: Nicole Buchmann

Zweimal ist der dem Tod von der Schippe gesprungen. Hat im Stillen gejammert und im Stillen gekämpft. Seit zwölf Jahren sieht er zu, wie seine Träume einer nach dem anderen zerplatzen – weil die Krankheit so oft die Oberhand behält. Und dann träumt er neu. „Ich bin so stolz auf ihn, weil er nicht aufgibt“, sagt Marina Hamer vor einem Berg aus Geschenken.

Was Steffen Hamer sich heute zum Geburtstag wünscht, hat er aufgeschrieben. Ein DIN-A 4-Blatt, beschrieben mit 30 Möglichkeiten, ihm eine Freude zu machen. „Dabei sind viele Wünsche gar nicht für ihn“, sagt Marina Hamer und beginnt zu lesen: dass alle nachhaltiger und umweltbewusster werden, mehr Frieden, dass die Familie gesund bleibt. „Das muss komisch klingen für die, die Steffen nicht kennen – aber er hat sich immer für andere eingesetzt“, sagt Marina Hamer und erzählt, wie Steffen als Neunjähriger eines Abends viel zu spät nach Hause kam – in Feuerwehrkleidung, Nummern zu groß. Er war zehn, als er dann endlich offiziell in die Freiwillige Feuerwehr durfte. Bis auch dieser Traum an einer schweren Krebserkrankung zerplatzte.

Frieden, Umweltbewusstsein – Vieles hätten sie nur symbolisch erfüllen können, sagt Marina Hamer. Doch Mutter, Schwester und Vater wollten Steffen jeden der dreißig Wünsche erfüllen. Den Frieden hängten sie als Tauben in eine Girlande. Die Schildkrötenpatenschaft haben sie in Rostock gefunden. Das nach ihm benannte spektakuläre Gebäude – ein Blumenturm. Und die Mini-Kreuzfahrt nach Oslo.

Die stand nicht auf dem Zettel. Aber sie ist der Wunsch mit der größten Symbolkraft.

Als Marina Hamers Sohn vor drei Jahren die Diagnose Krebs erhielt, waren Mutter und Tochter auf eben jener Mini-Kreuzfahrt. „Wir kamen zurück, glücklich, erholt. Steffen ließ uns erzählen von der wunderbaren Reise. Und erzählte dann von der Diagnose.“ Wenn Hamers dann im Mai gemeinsam in See stechen gen Norwegen, soll das das Ende sein dieser schweren Zeit. Eine Ansage an den Krebs: „Wir haben Dich besiegt.“

nb

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