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Wismarer Luchse wandern nach Texas aus

Wismar Wismarer Luchse wandern nach Texas aus

Zwei der vier Jungluchse, die im vorigen Jahr im Wismarer Tierpark das Licht der Welt erblickten, gingen gestern Abend vom Köppernitztal aus auf ganz große Reise in die USA. Ihre neue Heimat ist die Kleinstadt Krum in Texas.

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Jungluchs und Alttier noch in trauter Zweisamkeit. Gestern wurde ein Pärchen des jüngsten Nachwuchses von den Elterntieren getrennt. Die Luchse traten per Flugzeug die Reise nach Texas an. Fotos (2): Hans-Joachim Zeigert

Wismar.  Dass sich die Amerikaner in diesem Ort, wo sich einst eine Eisenbahngesellschaft während der Blütezeit der dampfenden Stahlrosse ansiedelte, für den Nachwuchs einer besonders geschützten Tierart aus Wismar interessiert, erfüllt die Mitarbeiter und Mitglieder des Tierparkvereins mit Stolz.

Wenig spektakulär, aber durchaus aufwendig gestaltete sich die Aktion am gestrigen Abend. Deren Auftakt war eigentlich schon viel früher und brachte einen erheblichen Aufwand an Formalitäten mit sich. Außerdem waren der Größe der Tiere entsprechende Kisten für den Luftfracht-Transport anzufertigen. „Der Tag des Abtransportes bildete für uns schon den Höhepunkt, bevor ein für den Transport beauftragter Fahrer die Tiere endlich abholen konnte“, sagte Tierpflegemeister Mirko Daus.

Doch bevor das etwa ein Dreivierteljahr alte Pärchen den weiteren Weg zum Berliner Flughafen antrat, hieß es zunächst, alle Tiere kurzzeitig zu betäuben. „Erst dann ist es anhand der implantierten Chips möglich, sicherzustellen, dass die beiden richtigen Tiere anhand ihrer Transpondernummern, einem internationalen Code entsprechend, zum Versand kommen“, schildert Daus. Dies alles geschah in Anwesenheit des Amtstierarztes.

Natürlich ist es ungewöhnlich, dass sich eine Einrichtung im fernen amerikanischen Bundesstaat Texas ausgerechnet für Tiere aus einem kleinen Tierpark an der deutschen Ostseeküste interessiert. Doch ein nationales und auch europäisches Netzwerk für Tierparks und Zoos macht es mittels Tiertauschlisten möglich. Darüber sind die vier Großkatzenbabys angeboten worden, die am 12. und 18. Mai des vergangenen Jahres und jeweils von unterschiedlichen Muttertieren zur Welt kamen. „Alle haben sich inzwischen prächtig entwickelt“, weiß Tierpark-Chef Michael Werner zu berichten. Letztendlich, so Mirko Daus, sei der Tieraustausch ins ferne Amerika durch eine Kontaktperson in Tschechien zustande gekommen. Denn der besondere Status als geschützte Art macht die Luchse auch auswärts interessant, sogar über den Großen Teich bis in die Vereinigten Staaten.

In Deutschland habe sich inzwischen eine gute Luchs-Reproduktion in freier Wildbahn entwickelt, deshalb können die Tiere durchaus nach Übersee abgegeben werden, teilt die Tierpark-Leitung weiter mit.

Die trägt daher nur vorbereitende Kosten, zum Beispiel für amtsärztliche Voruntersuchungen, nicht aber für den aufwendigen Weitertransport und den Flug. „Das Thema Verkauf und Erlöse steht bei solchen Tierarten nicht zur Debatte, sondern es wird in der Regel getauscht“, bestätigt Tierpark-Mitarbeiterin Marina Welsch. „Sollten sich daraus allerdings Kontakte ergeben, um zu erfahren, wie es dem Luchsnachwuchs aus Wismar im Texas ergeht, freuen wir uns natürlich darüber.“

Die Luchse im Wismarer Tierpark

Die Luchsanlage wurde 2008 als völlig neue Anlage in Betrieb genommen. Ihr erste Besetzung: ein Kater und zwei Katzen.

2014 kam in der Anlage erstmals ein Jungtier (männlich) zur Welt. Im Jahre 2015 bekamen zwei Luchskatzen jeweils zwei Junge. Damit erhöhte sich der Gesamtbestand auf acht Tiere, von denen im Februar 2016 zwei Jungtiere (einmal männlich, einmal weiblich) über das Netzwerk der Tiervermittlung in eine amerikanische Einrichtung im Bundesstaat Texas abgegeben wurden.

Aufsehen erregte am 6. November 2009 die dreiwöchige Flucht der Luchsdame „Dorothea“. Diese konnte erst am 1. Dezember 2009 wieder auf einem Gehöft in Eggerstorf (Nordwestmecklenburg) eingefangen werden. Sie wurde dabei Opfer des Köders ihres zuvor selbst gerissenen Schafes. Aufgrund weiterer Ausbruchsversuche wurde der Ausreißer schon bald in eine andere Einrichtung vermittelt.

Hans-Joachim Zeigert

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