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Nordwestmecklenburg Wismars Traditionssegler „Atalanta“ hat abgetakelt
Lokales Nordwestmecklenburg Wismars Traditionssegler „Atalanta“ hat abgetakelt
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18:24 02.11.2013
Der etwas andere Blick auf den Segler: Die „Atalanta“ während des Abtakelns von oben. Deck und Masten sind schon fast leer. Fotos (5): Hans-Joachim Zeigert

Die 112 Jahre alte „Atalanta“ hat Winterpause. Segelfreunde aus nah und fern haben Wismars ältesten Traditionssegler abgetakelt. Der Ablauf hat Tradition: Die sieben Segel müssen von Bord und auch die fünf Bäume von Groß-, Schoner- und Fockmast finden im Winterlager Platz. Dort wird alles überholt.

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Reisefertig: Die verschiedenen Teile wie Tauwerk, Blöcke und Schäkel werden vor dem Abtransport ins Winterlager beschriftet.

Das bedeutet Action bis in die höchste Mastspitze. Andreas Halle (50) aus Beesen-Laublingen, das zwischen Halle und Magdeburg liegt, gehört zu denen, die schwindelfrei in luftiger Höhe agieren. „Ich fühle mich dem Schiff, der Crew und der Tradition verpflichtet“, sagt der 50-jährige Tischler aus einem Familienbetrieb. Seit 2008 hält er dem Förderverein die Treue. Der „Atalanta“-Freund betont, dass er sich auf dem historischen Windjammer mit viel Holz, das gepflegt werden will, richtig wohlfühlt.

„Das geht auch diesmal wieder fix von der Hand“, lobt Bootsmann Klaus Podlech das Abtakeln. Er weiß das Engagement und die Bereitschaft der vielen Helfer zu schätzen. Sie kamen aus nah und fern, aus Rostock, Schwerin und Berlin, aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und sogar aus Frankfurt/Main.

Einer der dienstältesten, segelnden Traditionspfleger ist Dr. Georg Grahlmann, den viele Seeleute noch als Hafenarzt kennen. Der 77-jährige „Atalanta“-Fahrer ist von Beginn an dabei. Sein Resümee:

„Es war ein gutes Seglerjahr, allerdings oftmals mit wenig Wind.“

Doch auch Flauten brachten den Segler voran. Er und seine Crew fanden viel Beachtung bei großen Veranstaltungen. Ob Hamburger Hafenfest, Kieler Woche, Rund um Fünen oder die Rostocker Hanse Sail, Schiff und Besatzung wurden überall herzlich empfangen. Peter Schurbaum, Vorsitzender des Fördervereins, der inzwischen 220 Mitglieder hat, wartet mit einer beeindruckenden Zahl auf: „Ohne Mast- und Schotbruch und immer mit einer Handbreit Wasser unterm Kiel hat unser Schiff gut 3700 Seemeilen zurückgelegt.“ Das sind umgerechnet mehr als 6800 Kilometer.

Auch der Jugendkutter, der mit vielen zusätzlichen Sponsorleistungen der „Atalanta“-Jugend zugute kommt, habe die erste Saison sehr gut gemeistert, sagt der Vereinsvorsitzende. Der Kutter wurde ebenfalls abgetakelt.

Winterpause bedeutet für die Freunde des einstigen Lotsenschoners aber nicht, dass sie sich ausruhen. Mit Jahresbeginn starten die Arbeiten an der gesamten Takelage. Das bedeutet, dass Blöcke, Schäkel, Tauwerk und sonstiges Zubehör mit viel Handarbeit überholt werden müssen. Im März folgt ein Erste-Hilfe-Lehrgang, an den sich die Ausbildungsfahrten mit Sicherheitstraining anschließen.

Zudem soll die „Atalanta“ vorher auch noch einmal ins Dock.

Aus der Geschichte
1901Bau auf der Peterswerft in Wewelsfleth und Einsatz als Lotsenschoner „Cuxhaven“ in der Elbmündung.

1930 Außerdienststellung und Umbau mit Yachttakelage, Motor und neuer Inneneinrichtung. Das Schiff erhält den Namen „Atalanta“.

1950 erwirbt die Warburg Bank aus Hamburg die „Atalanta“ und nutzt sie über 40 Jahre für repräsentative Zwecke.

1994 der Förderverein Schoner „Atalanta“ e.V. gründet sich in Wismar, und ein Jahr später wird das Schiff Eigentum des Fördervereins durch eine Schenkung der Warburg-Bank.

2001 Feier zum 100. Geburtstag, Abschluss der achtjährigen Restaurierung und erster Einsatz als Jugendschiff.

Hans-Joachim Zeigert

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