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Nordwestmecklenburg Wismarsche Straße: Abstimmung verschoben
Lokales Nordwestmecklenburg Wismarsche Straße: Abstimmung verschoben
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21:54 26.07.2017
Die Wismarsche Straße in Grevesmühlen ist die Haupteinkaufsstraße der Stadt. Quelle: Foto: Michael Prochnow

Die schlechte Nachricht vorweg: Die geplante Abstimmung über den möglichen Aus- und Umbau der Wismarschen Straße im Zentrum von Grevesmühlen im Rahmen der Bundestagswahl am 24. September wird es nicht geben. Die gute Nachricht: Sie wird lediglich verschoben.

 

Politische Diskussionen machen nur Sinn, wenn wir genau wissen, worüber wir sprechen. Lars Prahler (45), Bürgermeister

Wie Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler mitteilte, sei es bis Ende September nicht zu schaffen, zwei Varianten zu präsentieren, über die die Grevesmühlener abstimmen: „Politische Diskussionen machen nur Sinn, wenn wir genau wissen, worüber wir eigentlich sprechen.“

Die Idee, per Abstimmung die Bürger entscheiden zu lassen, wie die Wismarsche Straße künftig aussehen soll, war im Rahmen eines OZ-Forums im März entstanden. Damals hatte CDU-Stadtvertreter Matthias Fett diesen Vorschlag eingebracht, der auf breite Zustimmung gestoßen war. „Ich tue mich schwer damit, eine Entscheidung zu treffen, wenn wir nicht genau wissen, was die Menschen in der Stadt überhaupt wollen“, begründete er seinen Vorstoß. Denn die Debatte um die Wismarsche Straße gibt es bereits seit einigen Jahren. Tatsache ist, dass bei der Sanierung Anfang der 1990er Jahre zwar Fahrbahn und Bürgersteige saniert worden waren. Allerdings mit einigen Mängeln. Die Linden sind mittlerweile ein Störfaktor geworden, der Gehweg auf der Nordseite hat ein erhebliches Gefälle, und die Straßenlampen sorgen unter anderem dafür, dass der Platz auf dem Gehweg weder für Kinderwagen geschweige denn für Rollstühle ausreicht. Sobald die Gewerbetreibenden ihre Auslagen vor die Tür stellen, verschärft sich das Problem weiter. Möglichkeiten für Fußgänger, um sich auszuruhen, gibt es ebenfalls kaum. Radfahrer beklagen sich seit Jahren, dass sie die schmale Fahrbahn mit den Autos teilen müssen. Zumindest darin sind sich Anwohner, Händler und Politiker einig.

Unterschiedliche Auffassungen gibt es hingegen darüber, wie eine Sanierung der Straße aussehen könnte. Von einer reinen Fußgängerzone bis hin zu einer Reduzierung der Parkflächen reichen die Vorschläge. Wobei das Thema Fußgängerzone inzwischen weitestgehend vom Tisch ist. Die Frage ist derzeit, welche Seite der Wismarschen Straße ausgebaut werden soll: Die schmalere Nordseite oder die breitere Südseite? Unter anderem um diese Frage soll es in der Abstimmung gehen.

„Wir bringen jetzt die Planungen so weit voran, dass wir verschiedene Varianten vorlegen können, die auch beschlussfähig sind. Das heißt, die entsprechenden Genehmigungsbehörden haben sich dazu geäußert“, erklärt Lars Prahler: „Wenn der Landkreis sagt, diese oder jene Version ist auch umsetzbar, dann machen wir sie öffentlich.“

Ob es einen Bürgerentscheid oder nur eine Befragung geben wird, steht ebenfalls noch nicht fest. „Ein Bürgerentscheid hat den Nachteil, dass es rechtliche Bestimmungen gibt, die eingehalten werden müssen. Eine Befragung wäre deutlich einfacher zu realisieren, aber sie wäre eben auch nicht bindend für die politischen Gremien“, erklärte der Bürgermeister.

Ein möglicher neuer Termin für eine Abstimmung könnte die nächste Kommunalwahl sein – die wäre allerdings erst 2019. „Die Bundestagswahl im September wäre ein guter Termin gewesen, aber wir sind einfach noch nicht so weit, um eine Entscheidung herbeizuführen.“

 Michael Prochnow

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