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Nordwestmecklenburg Wohngebiet im Seebad Wendorf bleibt umstritten Median-Klinik und Privatleute kritisieren das Vorhaben / 80 Bauplätze sind in Ostseenähe geplant / Bürgerschaft ebnet den nächsten Schritt für die Planung
Lokales Nordwestmecklenburg Wohngebiet im Seebad Wendorf bleibt umstritten Median-Klinik und Privatleute kritisieren das Vorhaben / 80 Bauplätze sind in Ostseenähe geplant / Bürgerschaft ebnet den nächsten Schritt für die Planung
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18:21 24.12.2015
In bester Lage am Wäldchen und nur wenige Schritte von der Ostsee entfernt soll das neue Wohngebiet entstehen. Foto/Gestaltung: Uli Jahr/Benjamin Barz

Eingriff in Natur und Umwelt, Zersiedelung, steigende Lärmbelästigung für Patienten der Klinik und der Anwohner entlang der Zufahrtsstraßen, angespanntes Verhältnis mit der Median-Klinik: Das geplante Wohngebiet im Seebad Wendorf ist umstritten.

Dennoch ist nach jetzigem Stand davon auszugehen, dass es realisiert wird. Die Bürgerschaft hat in ihrer letzten Sitzung der Änderung des Flächennutzungsplanes mehrheitlich zugestimmt. Es ging um die „Umwandlung von Sondergebiet Klinik und Fläche für die Landwirtschaft in Wohnbaufläche und Grünfläche im Bereich Seebad Wendorf“.

Behörden und Privatleute konnten im Vorfeld ihre Hinweise und Bedenken vorbringen. Davon wurde mehr als üblich Gebrauch gemacht. Doch letztlich führen die Einwände nicht dazu, dass sich am Vorhaben grundsätzlich etwas ändert. Der Antrag von Gerd Zielenkiewitz (Für Wismar) auf Vertagung, um den Bürgern „Aufmerksamkeit zu schenken“, fand keine Mehrheit. So gab es trotz der Einwände von FDP/Grüne wie zuvor im Bauausschuss ein klares Votum für die Änderung des Flächennutzungsplanes.

Das neue Wohngebiet soll in exponierter Lage in Wismar-Wendorf entstehen (siehe Karte). Aus 14 Hektar Ackerfläche werden etwa 80 Bauplätze. Die Grundstücke sind mit einer Größe von mindestens 1000 Quadratmetern üppig bemessen. Maximal zwei Wohneinheiten sind jeweils möglich. Investor ist die LGE Landesgrunderwerb M-V GmbH. Die Zufahrt zum Wohngebiet soll über die Ernst- Scheel-Straße erfolgen.

Da die öffentliche Nutzung der privaten Zufahrtsstraße zur Median-Klinik von der Klinik untersagt wurde, muss ein Teil des vorderen Wäldchens für eine neue Zufahrt geopfert werden. Die Rede ist von 34 Bäumen unterschiedlicher Stärke. Diese, so Bausenator Michael Berkhahn (CDU), werden in der Nähe wieder aufgeforstet.

Die Median-Klinik ist von dem Bauvorhaben alles andere als begeistert. Deutliches Zeichen dafür ist, dass sie die Zufahrt zum Wohngebiet über ihre Privatstraße untersagt hat. Das ärgert die Stadt.

„Wir wollen uns nicht weiter behindern lassen. Wir hatten auf ein Einlenken gehofft“, so der Bausenator. Die Klinik hatte ihrerseits in der Stellungnahme zur Änderung der Flächennutzungsplanes über ihre Anwälte mehrere grundsätzliche Bedenken angeführt. Diese reichen von Belastungen für Natur, Umwelt und Patienten der Klinik bis zur erheblichen Wertminderung des Grundstücks. So heißt es beispielsweise: „Expansionsmöglichkeiten, die durch das Sondergebiet Klinik gerade langfristig gesichert werden sollten, sind ihr auf Dauer verwehrt. Hinzu kommen spürbare Umsatzeinbußen, die sowohl während der voraussichtlich mehrjährigen Bauphase als auch dauerhaft aufgrund der Wohnbebauung in unmittelbarer Nachbarschaft zu erwarten sind.“

Die Median-Klinik öffnete im Oktober 1996. Weil die Klinik-Erweiterung nicht stattgefunden hat, wird nun die Optionsfläche umgewandelt für den Bau von Eigenheimen.

Bausenator Michael Berkhahn und Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) führen den zusätzlichen Bedarf von 250 Wohneinheiten in Wismar ins Feld, sprechen von Handlungsbedarf und Nachfragen von Interessenten für das neue Wohngebiet. Da das Verfahren rechtmäßig abgelaufen sei, sah die Verwaltungsspitze keine Notwendigkeit, dies nun hinauszuzögern. Tino Schwarzrock (FDP/Grüne) zweifelte den Bedarf an, warf Konzeptionslosigkeit vor und unterstellte, dass die als Erweiterungsfläche für die Klinik angedachte Fläche umgewandelt werde, weil es jemanden gibt, der mit Scheinen wedele.

Heiko Hoffmann

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