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Nordwestmecklenburg Wohnung zu teuer: 34-Jährige lebt aus Umzugskartons
Lokales Nordwestmecklenburg Wohnung zu teuer: 34-Jährige lebt aus Umzugskartons
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22:55 25.09.2013
Jeanett Ressel und ihre neunjährige Tochter können ihre Sachen nicht auspacken. Noch fehlt eine geeignete Wohnung. Quelle: Foto: Maik Freitag

Seit dem 1. Juli sitzt Jeanett Ressel auf gepackten Kartons. Die sind in der Wohnung ihres Nachbarn aufgestapelt, dem derzeitigen Wohnraum der 34-Jährigen.

Eigentlich wollte die arbeitslose Mutter mit ihrer neunjährigen Tochter von Hanshagen nach Grevesmühlen umziehen, um ihrem Nachwuchs den täglichen Schulweg mit dem Bus zu ersparen. Doch daraus wurde nichts. Das Jobcenter erkannte die vier von ihr vorgelegten Mietangebote aus der ehemaligen Kreisstadt nicht an. „Zu teuer“, hieß es vonseiten des Jobcenters.

335,40 Euro für eine bis zu 60 Quadratmeter große Wohnung können einer alleinstehende Mutter mit Kind für die Kaltmiete inklusive kalten Nebenkosten zur Verfügung gestellt werden. Etwas zu voreilig hatte Jeanett Ressel ihre Wohnung zur Jahresmitte gekündigt, doch noch gab es für den Umzug kein Einverständnis des Jobcenters. Jetzt wohnt sie in der Wohnung des Nachbarn, der solange zu Bekannten gezogen ist.

„Ich würde ja auch den Rest der Miete selbst zahlen. Aber ich möchte auch gerne eine Drei-Raum-Wohnung haben, damit meine Tochter und ich nicht immer im gleichen Zimmer schlafen müssen“, ärgert sich die 34-Jährige. 352 und 355 Euro kosten die beiden Wohnungen der Wohnungsgesellschaft Wobag. Das sind rund 17 beziehungsweise 20 Euro zu viel. „Was anderes war nicht zu bekommen. Ich vestehe nicht, warum man sich so schwer tut im Jobcenter. Zumal ich von meinem Hartz IV-Geld den Rest dazugeben würde“, versichert die Frau aus Hanshagen. „Was mich aber noch mehr stört, ist, dass die Umzugskosten und Betriebskosten nicht übernommen werden würden“, weiß die junge Mutter.

„Für einen Umzug müssen zwei wichtige Gründe erfüllt sein“, erklärt Arge-Bereichsleiterin Annerose Viehstaedt: „Zum einen muss ein wichtiger Grund vorliegen, zum anderen ein angemessenes Wohnungsangebot . Zumindest bei einem gibt es klare Vorgaben“, sagte die Bereichsleiterin.

„Meine Tochter geht in die zweite Klasse. Nach der Schule ist sie im Hort. Während der erste Schulbus um 14.30 Uhr über eine Stunde braucht, um in Hanshagen anzukommen, ist der zweite erst um 17 Uhr zu Hause. Ich will meiner Tochter weder täglich eine Stunde Busfahrt, noch eine so späte Rückkehr nach Hause zumuten“, ist sich Jeanett Ressel sicher, zumindest einen wichtigen Grund zu erfüllen. Arge-Chefin Annerose Viehstaedt verspricht. „Wir werden die Sache noch mal prüfen.“

mata

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