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Nordwestmecklenburg Wohnungs-Check: Enge Türen, steile Treppen
Lokales Nordwestmecklenburg Wohnungs-Check: Enge Türen, steile Treppen
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00:00 25.10.2012
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Nordwestmecklenburg

„Enge Türen, durch die weder Rollator noch Rollstuhl passen, fehlende Aufzüge, Schwellen“, zählt Institutsleiter Matthias Günther auf. Viele ältere Menschen müssten früher oder später ihre Wohnungen verlassen, weil sie nicht seniorengerecht umgebaut wurden. Ein Beispiel dafür sind auch Manfred Meier (78) und seine Ehefrau Erika (78) aus Grevesmühlen. Er ist auf einen Rollator angewiesen, sie auf den Rollstuhl. Um in ihre Wohnung zu kommen, müssen sie steile Treppen meistern. Ein Krampf. Deshalb zieht das Ehepaar nun in die altersgerechte Wohnstätte der Awo in der Puschkinstraße.

Während die Wohnungsbaugesellschaft (Wobag) in Grevesmühlen über altersgerechte Wohnungen verfügt – 7,2 Prozent ihrer insgesamt 1794 Wohn- und Gewerbeflächen, Tendenz steigend – gibt es bei der Wohnungsgenossenschaft eG keinen Wohnblock mit Aufzug. „Auf Wunsch bauen wir Bäder um, entfernen Türschwellen oder installieren zusätzliche Handläufe in Treppenhäusern“, erklärt Vorstandsmitglied Sabine Moll.

In seiner Studie moniert das Pestel-Institut zudem viel zu hohe Nebenkosten der Wohnungen im Landkreis: „Das Problem der Haushalte mit geringem Budget ist nicht die Kaltmiete. Wesentlich stärker aufs Portemonnaie drücken die steigenden Heizkosten“, erklärt Matthias Günther. Längst nicht alle Mietwohnungen würden energetisch saniert sein.

In Grevesmühlen nachgefragt, sieht es recht gut aus. Zumindest bei der Wobag und der Wohnungsgenossenschaft eG gibt es kaum Miethäuser mit Energielöchern. 85 Prozent der vermieteten Objekte der Wobag würden laut Geschäftsführer Dieter Mennerich energetisch saniert sein. „76 Prozent der Wohnungen haben einen Energieverbrauch von weniger als 100 Kilowatt pro Stunde pro Quadratmeter im Jahr“, erklärt er auf Anfrage. Nur 1,79 Prozent des Wohnungsbestandes seien noch nicht saniert.

Die Wohnungsgenossenschaft vermietet 469 Wohnungen. Alle seien energetisch saniert, berichtet Vorstandsmitglied Sabine Moll und ergänzt: „Auf die steigenden Betriebskosten können wir kaum Einfluss nehmen. In den vergangenen Jahren sind die Kosten für Strom, Gas und Fernwärme stetig gestiegen. Es gab auch eine kräftige Erhöhung der Grundsteuern.“ Außerdem würden tarifbedingte Lohnerhöhungen für Dienstleistungsunternehmen ebenfalls die Betriebskosten beeinflussen. Hinzu kämen Kosten, die der Gesetzgeber einfordert. Dazu zählen die Installation von Rauchmeldern oder für die beabsichtigte Trinkwasserbeprobung auf Legionellen.

Das Pestel-Institut untersuchte zudem die Situation der öffentlich geförderten Wohnungen. „Für Menschen mit schmalem Geldbeutel wird das Wohnen in Nordwestmecklenburg zu einem Problem. Besonders betroffen sind Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner“, sagt Matthias Günther. So sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass rund 20 560 Haushalte im Landkreis Anspruch auf eine Sozialwohnung hätten. „Zu diesen Haushalten mit niedrigem Einkommen gehören Hartz-IV-Empfänger und Wohngeldbezieher, ebenso Erwerbsunfähige und ältere Menschen, die von der staatlichen Grundsicherung leben“, so Günther. Landesweit hätten laut Günther gerade einmal 13 Prozent dieser Haushalte die Chance, eine Sozialmietwohnung zu bekommen. Der Grund: Seit Jahren schrumpft der soziale Wohnungsbau. „Wir vermieten derzeit 162 öffentlich geförderte Wohnungen“, erklärt dazu Wobag-Geschäftsführer Dieter Mennerich.

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