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Nordwestmecklenburg Wonnemar: Toter wird heute obduziert
Lokales Nordwestmecklenburg Wonnemar: Toter wird heute obduziert
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23:46 11.11.2013
In diesem Außenbecken des Freizeitbades starb der junge Mann. Hinten ist die weiße, aufgerollte Abdeckplane zu sehen. Quelle: Sylvia Kartheuser
Wismar

Die genauen Umstände, wie es zu dem tragischen Unglück im Wismarer Freizeitbad „Wonnemar“ kommen konnte, sind weiter unklar. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat gestern die Obduktion des Verstorbenen veranlasst, um die genaue Todesursache zu klären. Am Sonnabendmorgen war unter der Abdeckfolie eines der drei Außenbecken die Leiche eines jungen Mannes gefunden worden (OZ berichtete gestern). Es handelt sich um einen 22-jährigen Wismarer.

„Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen ist der Verstorbene Freitagnacht außerhalb der Öffnungszeiten des Freizeitbades auf das Gelände gelangt“, sagte gestern Staatsanwältin Claudia Lange und bestätigte damit die Information, dass es sich bei dem Opfer um keinen Badegast gehandelt hat. Er habe sich vermutlich von außen unberechtigt Zutritt verschafft, indem er über den 2,50 Meter hohen Zaun geklettert ist. „Wir gehen davon aus, dass er im Außenbecken baden wollte“, sagte die Staatsanwältin weiter, „denn er trug nur eine Badehose. Seine Kleidung lag in der Nähe des Beckenrandes.“

Bereits jetzt stehe fest, dass es keine Anhaltspunkte für eine Fremdeinwirkung gibt. Die zweifelsfreie Todesursache soll heute durch eine Obduktion festgestellt werden, wie die Staatsanwältin mitteilte. Nach wie vor habe sie keine Erkenntnisse, ob der Verstorbene unter Alkoholeinfluss stand. „Das wird im Rahmen der Obduktion geprüft.“ Ob er sich allein oder möglicherweise mit mehreren jungen Leuten Zutritt zum „Wonnemar“-Gelände verschafft hatte, konnte die Staatsanwältin ebenfalls nicht sagen.

Die Mitarbeiter des Freizeitbades an der Bürgermeister-Haupt-Straße sind immer noch sehr betroffen wegen dieses Todesfalls. Es ist der erste seit Eröffnung des „Wonnemar“ vor fast 13 Jahren.

„Uns ist unklar, wie das passieren konnte. Zur Schließzeit um 22 Uhr wird die Plane über das Außenbecken gezogen, um die Wassertemperatur konstant bei 30 Grad zu halten. Da kommt man nicht ohne Weiteres drunter“, erklärte Marketing-Leiterin Madlen Roggentin gestern. Zuvor kontrolliert ein Mitarbeiter, ob sich wirklich kein Gast mehr in einem der Schwimmbecken aufhält. „Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen, um das Unglück aufzuklären. Bisher gibt es keine Indizien für Sicherheitslücken.“

Bei dem Außenbecken handelt es sich um das mit dem Strömungskanal. Es ist insgesamt rund 380 Quadratmeter groß. Der Tote wurde in dem Bereich gefunden, der 160 Quadratmeter misst (im Foto vorn). Das Wasser ist hier 1,25 Meter tief.

Gemeinsam mit der Polizei war nach dem grausigen Fund abgeklärt worden, ob die Wasserqualität beeinträchtigt ist. „Es gab keine Verunreinigung, wir konnten das Becken ab Sonnabendmittag guten Gewissens freigeben“, erklärte Madlen Roggentin.

Bis dahin war das Erlebnisbad wegen der polizeilichen Untersuchungen geschlossen gewesen. Der junge Mitarbeiter, der den leblosen Körper in dem Becken gefunden hatte, war am Wochenende vom Dienst befreit. „Er wurde und wird noch immer von uns betreut“, so Madlen Roggentin.

Wir haben keine Anhaltspunkte für eine Fremd- einwirkung.“Claudia Lange, Staatsanwältin in Schwerin

Haike Werfel

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