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Nordwestmecklenburg World Bowl und Hafengeburtstag
Lokales Nordwestmecklenburg World Bowl und Hafengeburtstag
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20:10 31.08.2018
Matthias Sievert mit Comedian Paul Panzer – das Foto entstand nach einer Gala, die der 47-Jährige moderiert hatte. Quelle: Fotos: Privat
Grevesmühlen

Matthias Sievert ist so etwas wie der gute Geist im Hintergrund des Piraten Open Airs, der Geschäftsführer des Unternehmens ist 47 Jahre alt, hat beeindruckend gute Beziehungen ins Showbusiness und ist seit vielen Jahren mit Dagmar Frederic befreundet. Sein Lebenslauf ist so bunt wie das ganze Theater in Grevesmühlen.

Der Neu-Warnower Matthias Sievert hat eine Reihe von großen Veranstaltungen moderiert.

Fan-Tag am 6. September

Die Stars des Piraten Open Airs hautnah erleben, das geht am 6. September beim Fan-Tag ab 16 Uhr auf dem Theater-Gelände. Und wer die traditionell etwas andere Vorstellung zum Abschluss erleben möchte, die Dernière steht am 8. September auf dem Plan ab 19.30 Uhr.

Intendant Peter Venzmer hat Sie in seinem Interview bereits als Nachfolger präsentiert. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.

Matthias Sievert: Vielen Dank, Peter und ich kennen uns seit 28 Jahren und haben vor einer Weile darüber gesprochen, was wann werden könnte. Das Theater lebt mit Peter Venzmer, die Geschichten, die er schreibt, seine Ideen, die Bühnenbilder – ich wäre dumm, ich würde sagen, ich brauche dich irgendwann nicht mehr. Und ich hoffe, dass er dem Theater noch sehr lange zur Verfügung steht, um eben die Geschichten weiterzuerzählen.

Es gibt also noch keinen Zeitplan für einen Wechsel?

Nein, den gibt es nicht. Wir arbeiten gern miteinander, er wird solange dabei bleiben, wie er kann und möchte. Und ich brauche ihn noch ganz lange.

Wie haben Sie sich kennengelernt?

Das war zu DDR-Zeiten. Ich komme aus Stralsund, bin dort geboren, Peter kommt von der Insel Rügen. Er war damals noch auf der Werft und hatte eine Veranstaltungsagentur aufgemacht. Ich habe schon damals als Moderator gearbeitet, war also ein Volkskunstschaffender mit Berufsausweis. Meine ersten Erfahrungen habe ich im Stralsunder Theater gesammelt. Aber ich habe vorher natürlich die Schule absolviert und dann eine Ausbildungs als Koch bei der Militär- und Handelsorganisation gemacht. Meine Mutter meinte, bevor ich Künstler werde, müsste ich noch einen ordentlichen Beruf lernen.

Und nebenbei habe ich moderiert.

Und sind dann zum Fernsehen gegangen?

Richtig, 1987 habe ich beim DDR-Fernsehen angefangen. Ich war dort Redaktionsassistent.

Was kann man sich darunter vorstellen?

Ich habe die Künstler betreut, Sendepläne geschrieben, man muss mit allen Gewerken reden, so dass eine Sendung funktioniert. Erst beim „Kessel Buntes“, später ging ich dann zu „Spiel, Spaß und alles singt“. Und dann habe ich irgendwann Peter Venzmer kennengelernt, weil der einen Moderator brauchte für eine Veranstaltung auf der Insel Rügen. Das war 1988.

Bei der Arbeit im Fernsehen haben Sie Dagmar Frederic kennengelernt.

Ja, das stimmt. Wir sind bis heute befreundet. Man musste, wenn man zu DDR-Zeiten als Künstler unterwegs sein wollte, von allem ein bisschen können. Also habe ich alle möglichen Kurse besucht, vom Ballettunterricht – das ist übrigens sehr harte Arbeit – bei Dagmar Frederic habe ich ein bisschen Singen gelernt, bei Helga Hanemann ein wenig Schauspielunterricht. Und diese Freundschaft mit Daggi hat bis heute gehalten, weil sie so ein Muttertier ist. Sie sagt dir sehr schnell, was sie meint. Aber sie ist auch wirklich so eine Gerechtikgkeitsfanatikerin, dass sie für dich durchs Feuer geht. Das habe ich bei großen ARD-Shows erlebt, dass, wenn einer aus dem Team schlecht behandelt wurde, sie sich davorgestellt hat und gesagt hat, so geht es nicht, sonst geh’ ich nach Hause.

Wir springen mal ein paar Jahre weiter: 2005 hat Peter Venzmer das Piraten Open Air in Grevesmühlen eröffnet, damals noch am Ploggensee. Was haben Sie damals zu der Idee gesagt?

Das ging schon vorher los. Wir hatten überlegt, in Waren an der Müritz ein Piratenland zu machen, so in etwa wie heute hier in Grevesmühlen. Das hat nicht funktioniert, dann war Wismar in der Wahl und Boltenhagen. Aber die damalige Wismarer Bürgermeisterin konnte sich das nicht vorstellen. Und dann rief mich Peter an, und erklärte mir, dass er das in Grevesmühlen machen würde und er bräuchte einen Produktionsleiter. Zu der Zeit war ich gerade auf Tournee mit der großen Staatsoper aus Polen, die auch jetzt gerade in Boltenhagen war. Das hatte ich seit 2002 gemacht, wir haben „Aida“, „Nabucco“ und „Carmen“ aufgeführt. Als dann das Angebot von Peter kam, habe ich gesagt, ok, dann keine Tourneen mehr, ich gehe nach Grevesmühlen.

Peter Venzmer ist ein Visionär, der für seine Ideen auch mal mit dem Kopf durch die Wand rennt. Konnten Sie sich vorstellen, dass das hier in Grevesmühlen funktioniert?

Gott sei dank setzt Peter seine Ideen auch um, das muss man einfach sagen. Dass es am Ende so gut funktioniert,  konnte ich mir damals nicht vorstellen. Aber Peter hat für die Sache gebrannt, wir waren vorher schon viele Jahre unterwegs und haben die Piratennummer auf Stadtfesten präsentiert. Allerdings viel kürzer natürlich.

Sie auch?

Ja, ich bin seit 1992 mit Peter unterwegs. 

Das heißt, Matthias Sievert ist auch als Pirat über die Bühne gelaufen?

Ich habe früher die Veranstaltungen moderiert und auch mal eine kleine Rolle übernommen. Aber hier spiele ich nicht mehr mit, weil das nicht funktionieren würde. Und nicht, weil es  für den Geschäftsführer nicht schicklich wäre, sondern einfach, weil ich es nicht schaffe. Ich kümmere mich um alle Probleme und suche nach Lösungen. Beim Weihnachtsmarkt in Potsdam bin ich als Märchenerzähler mit dabei, das mache ich gern und das macht auch Spaß. Und wenn das Theater Pause hat, dann moderiere ich auch andere Veranstaltungen wie beispielsweise die Silvestergala im Rostocker Barocksaal.

 

Montag ist regelmäßiger  Golf-Tag, wenn ich richtig informiert bin?

Seit zwei Jahren schaffen wir es, dass am spielfreien Montag Peter und ich auch frei haben. Ich kann unheimlich gut beim Segeln entspannen oder beim Golfen. Mein Partner und ich haben ein Segelboot, aber ich kann beim Golf am besten entspannen. 

Sie leben inzwischen auch hier, haben in der Region Wurzeln geschlagen.

Wir haben vor zwei Jahren ein Haus in Warnow gekauft. Und ich bin sehr glücklich, es ist ein wunderschönes Örtchen, wir wohnen (fast) direkt am See.

Was war das größte Ereignis, das Sie moderiert haben?

Ich habe den World Bowl 2004 in der Arena auf Schalke moderiert und wir haben die Opening-Show in der Arena gestaltet. Das war ein fantastisches Gefühl, wenn du zu 62000 Leuten sagst, sie sollen aufstehen und 62000 Leute erheben sich von den Sitzen. Und als wir in Hamburg das Seegefecht auf dem Hafengeburtstag präsentiert haben, habe ich das ebenfalls moderiert. Schiffe haben gegeneinander gekämpft, da waren knapp eine Million Besucher.

Dort haben Sie also Schiffe versenkt, liegen die noch auf dem Grund der Elbe?

Nein, die mussten wir wieder rausholen. Sie waren auch nicht richtig kaputt, das haben die Pyrotechniker schon so hinbekommen, dass sie anschließend wieder auftauchen. Wir haben so viele Veranstaltungen gemacht, in fast jeder Stadt in Deutschland. Über Peter Venzmer könnte man wirklich ein Buch schreiben, vielleicht passiert das ja zum 20-jährigen Theaterjubiläum.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dass das Piraten Open Air Theater noch lange bestehen bleibt und auch später unter meiner Leitung weiter ein wichtiger Wirtschaftsstandort und eines der bekanntesten Kulturhighlights unseres Bundeslandes bleibt.

Interview von Michael Prochnow

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