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Nordwestmecklenburg Zerkarien: Viertklässler schwimmen jetzt in Lübeck
Lokales Nordwestmecklenburg Zerkarien: Viertklässler schwimmen jetzt in Lübeck
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20:17 07.09.2013

Es scheint, als werde der Schönberger Badeteichverein das Thema Zerkarien einfach nicht los. Immer wieder bereiten die kleinen Tierchen dem Verein irgendwie Probleme. Das erste Mal vor zwei Jahren, da musste der Badeteich sogar geschlossen werden. Kurz vor den Ferien dieses Sommers klagten Kinder erneut über rote Pusteln. Die finanziellen Einbußen waren enorm, der Ruf des Vereins erneut beschädigt. Das gibt auch Hans-Peter Aurich vom Vorstand des Vereins unumwunden zu. Erst die Ergebnisse der Wasserproben durch das Gesundheitsamt des Kreises ließen die Badeteichmitglieder aufatmen. Laut Untersuchung der Experten gab es keine Zerkarien im Badeteichwasser. Durchatmen beim Badeteichverein also.

Doch jetzt geht es schon wieder um Zerkarien. Und zwar bei der Regionale Schule mit Grundschule in Schönberg. Die zieht jetzt Konsequenzen und wird den Schwimm-Unterricht für die Grundschüler nicht mehr im Badeteich durchführen, sondern ab sofort in die Schwimmhalle in der Ziegelstraße nach Lübeck fahren, sagt Schulleiterin Sabine Hoffmann. Schuld seien die Zerkarien 2011 gewesen. „Da gab es ja Probleme mit den kleinen Tierchen, sodass wir den Badeteich nur bedingt für den Schwimm-Unterricht nutzen konnten.“ Eltern hatten ihren Kindern das Schwimmen im Badeteich daraufhin untersagt, berichtet Sportlehrer Matthias Göbl. „Wir haben den Schwimmkurs komplett abgebrochen.“ Für die Schule ein Problem, denn das Grundschüler Schwimmen lernen, ist vorgeschrieben — vom Gesetzgeber. Die Bedenken von Sabine Hoffmann: „Ohne gesundheitliche Schädigungen kann der Schwimm-Unterricht in Schönberg nicht gewährleistet werden“, sagt die Schulleiterin vor dem Hintergrund, dass Schüler vor den Sommerferien erneut über rote, juckende Flecken geklagt hätten.

„Da die Ostsee sehr nahe ist, sind wir noch mehr angehalten, den Kindern das Schwimmen beizubringen.“ Deshalb habe sich die Schulleitung Gedanken gemacht, „wie wir es regelmäßig absichern können, dass die Kinder Schwimm-Unterricht bekommen.“ Die Lösung war die Schwimmhalle in Lübeck.

Das Problem: das Geld. Durch den Schwimm-Unterricht in der Hansestadt fallen zusätzliche Kosten für den Bustransfer an. Vor zwei Jahren lehnten die Stadtvertreter den Antrag der Schule deshalb noch ab. Die Schule ließ aber nicht locker, erklärte die Situation erneut und stellte wieder einen Antrag. Diesmal mit Erfolg. Seit diesem Schuljahr fahren die Schüler der vierten Klassen einmal pro Woche zum Schwimmunterricht in die Ziegelstraße. Künftig gibt es also keinen zweiwöchigen Blockunterricht im Badeteich mehr für die Schüler der 4. Klassen, sondern 15 Wochen lang einmal pro Woche. Die Nachhaltigkeit sei dadurch besser, sagt Matthias Göbl. „Jetzt können die Kinder besser Schwimmen lernen und wir werden mit ihnen bessere Ergebnisse erzielen“, ist er sich sicher. Denn in der Vergangenheit sei es vorgekommen, dass Schüler das Schwimmen wieder verlernt hätten.

Michael Heinze, Vorsitzender des Badeteichvereins, sieht es sportlich und verweist darauf, dass es eine sportpädagogische Entscheidung der Schule gewesen sei. „Na klar fehlen uns Einnahmen, aber nur geringe. Deshalb wird uns das als Verein nicht umbringen.“ Jetzt ist die Saison ohnehin so gut wie vorüber.

Steffen Oldörp

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