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Zu wenig Löschwasser für Großbrände

Lockwisch Zu wenig Löschwasser für Großbrände

Wasserleitungen in Lockwisch haben zu wenig Druck / Wehrführer fordert Zisternen und Löschteiche.

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Laut Bürgermeister Reiner Behrens ist der Lockwischer See die einzige Löschwasserstelle in der Gemeinde Lockwisch. Bei einem Brand im Dorf Lockwisch und in Petersberg würde der mit Feuerschläuchen zu überbrückende Weg mehrere Kilometer betragen.

Quelle: Foto: Steffen Oldörp

Lockwisch. Die Löschwasserversorgung in der Gemeinde Lockwisch ist mangelhaft. Das sagt Wehrführer Michael Vohs, der es als seine Pflicht ansieht, die Einwohner darauf hinzuweisen. „In der Gemeinde haben wir eine ganz, ganz schwierige Löschwassersituation. Im Dorf Lockwisch und in Petersberg ist es sehr gravierend“, hebt Vohs den Zeigefinger. Ein Grund: Die Trinkwasserleitungen reichen zum Löschen nicht aus, sind zu klein, um ein Großfeuer zu bekämpfen. „Wir reden nicht von einem Mülleimer- oder Gartenlaubenbrand. Das kriegen wir bewältigt. Aber einen großen Einsatz nicht.“ Vohs erinnert daran, dass es in der Gemeinde viele Bauernhäuser und sogar eine Biogasanlage gibt. „Es ist genügend Potenzial für einen Großeinsatz da.“

Lockwischs Wehrführer fordert deshalb, dass dringend etwas passieren muss. „Die Gemeindevertreter müssen sich Gedanken machen, damit wir das ändern. Ich stehe dafür auch gerne beratend zur Verfügung.“ Viele Änderungsmöglichkeiten bei den Trinkwasserleitungen von 1970 gebe es laut Vohs nicht. „Deshalb müssen wir überlegen, ob wir in den Ortsteilen Zisternen anlegen.“

Eine andere Idee des Wehrführers: „Mit Eigentümern reden, damit wir Löschteiche anlegen können.“ Vohs weiß, dass beides für die Gemeinde mit viel Geld und Aufwand verbunden wäre. „Aber wir müssen unbedingt etwas machen“, warnt er und spricht über einen Brand im November des vergangenen Jahres in Gägelow. Damals ist ein Eigenheim bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Ein Mann, seine Frau und die Enkelkinder waren den Flammen nur knapp entkommen. Das Problem der Feuerwehrleute: Bei der Brandbekämpfung stand ihnen nicht genügend Löschwasser zur Verfügung. Der im Dorf gelegene Löschteich war seit Jahren ausgetrocknet und die eilig angezapften Hydranten hatten zu wenig Wasserdruck, um das Feuer effektiv bekämpfen zu können.

„Wenn so etwas hier in Lockwisch passiert, geht das vors Gericht, und dann sitze nicht ich da, sondern die Gemeindevertreter“, macht Vohs den Lokalpolitikern der Gemeinde ihre Verantwortung deutlich.

Zuständig für die Versorgung mit Löschwasser sind laut Gesetz nämlich die Gemeinden. Sie müssen sich nicht nur um die Pflege der Löschteiche kümmern, sondern auch Verträge mit Wasserversorgern abschließen, um örtliche Hydranten zu nutzen. So eine Infrastruktur aufrecht zu halten, kostet viel Geld. Gerade kleine Gemeinden scheuen solche Investitionen. Für Michael Vohs ein Spiel mit dem Feuer. Der Wehrführer betont, dass ihm der Brandschutz sehr am Herzen liege. Jahrelang sei glücklicherweise nichts passiert. „Aber es kann in jeder Sekunde losgehen. Und damit nichts Schlimmes wie in Gägelow passiert, sollten wir schleunigst vorbeugen“, sagt Vohs.

Lockwischs Bürgermeister Reiner Behrens nimmt die Warnung des Wehrführers sehr ernst. „Klar ist, dass wir etwas machen müssen. Wir wollen uns mit Herrn Vohs und dem Amt zusammensetzen und über die mangelnde Löschwasserversorgung diskutieren“, sagt er. Über einen Bau von Zisternen in Petersberg und Dorf Lockwisch oder die Reaktivierung alter Teiche könne Behrens noch nichts sagen. „Dazu müssen wir Gespräche führen. Wir müssen uns schlau machen, was der Bau einer Zisterne kostet“, sagt er. Auch andere Optionen, die der Bürgermeister noch nicht nennen möchte, sollen diskutiert werden. In der nächsten Woche soll es ein Treffen in der Gemeinde geben, um über die Löschwasserversorgung zu sprechen.

Steffen Oldörp

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