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Nordwestmecklenburg Zugverkehr fällt aus für fünf Wochen
Lokales Nordwestmecklenburg Zugverkehr fällt aus für fünf Wochen
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22:37 24.10.2017
Der Bahnsteig vor dem sanierten Bahnhofsgebäude. Quelle: LN
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Grevesmühlen

In Grevesmühlen kursieren bereits Gerüchte, dass die Sperrung mit der Sanierung der Bahnsteige im Zusammenhang steht. Die Bahn hatte im vergangenen Jahr angekündigt, den gesamten Bereich rund um die Schienen in Grevesmühlen umfassend zu sanieren, inklusive der Unterführung. Doch daraus wird vorerst nichts. Zumindest nichts Endgültiges. Wie Gisbert Gahler vom Regionalbüro Kommunikation der Bahn auf LN-Nachfrage verriet, würden vor allem das Gleisbett, die Gleise und die Weichen zwischen Bad Kleinen und Schönberg erneuert. Auch die Hoffnung, dass die Strecke elektrifiziert würde, hat sich vorerst zerschlagen. „Das Elektrifizieren der Strecke ist erst später vorgesehen.

Die Sperrung ist den Gleisarbeiten der DB-Netz AG geschuldet“, heißt es dazu. Zwar werden die alten Bahnsteige in Grevesmühlen teilweise abgerissen, aber laut dem Bahnsprecher werden lediglich Behelfsbahnsteige angelegt. Eine endgültige Sanierung ist zwar für 2018 in Planung. „Aber die Ausschreibungen haben sich als sehr schwierig erwiesen, so dass derzeit noch kein konkreter Zeitplan genannt werden kann.“ Laut dem Bahnsprecher sollen jedoch die Fundamente für die neuen Bahnsteige angelegt werden. Ein barrierefreier Zugang zum Bahnsteig soll in naher Zukunft ebenfalls entstehen. Derzeit haben Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe keine Chance, in Grevesmühlen in den Zug zu gelangen. Die Bahn verspricht Abhilfe: „Im Zusammenhang mit den Arbeiten wird auch die Reisendensicherungsanlage für mobilitätseingeschränkte Reisende wieder provisorisch hergerichtet. Auch hier ist dann eine technische Anlage geplant, mit der Reisende vom/zum Mittelbahnsteig gelangen können.“

Im Zuge der Sanierungsarbeiten sollen auch erste Vorkehrungen für den Umbau der beiden Bahnübergänge in der Rehnaer Straße und im Questiner Weg erfolgen. Vor allem im Questiner Weg entspricht die Schranke schon längst nicht mehr den Sicherheitsvorschriften. Die Inbetriebnahme, so teilt die Bahn mit, sei im nächsten Jahr geplant.

Der Schienenersatzverkehr wird laut offizieller Mitteilung die Fahrgäste von Bad Kleinen nach Grevesmühlen sowie bis nach Schönberg bringen. Die Busse erreichen Bad Kleinen 28 Minuten später als die ausfallenden Züge. In der Gegenrichtung fahren die Busse 28 Minuten früher in Bad Kleinen ab. Es verkehren Busse zwischen Grevesmühlen und Blankenberg sowie Direktbusse zwischen Grevesmühlen und Schwerin Hauptbahnhof.

Geschichte des Bahnhofs

Über 100 Jahre alt ist der Bahnhof in Grevesmühlen. Der erste Zug hielt hier an, als am 1. Juni 1870 die Eisenbahnstrecke Lübeck-Grevesmühlen-Bad Kleinen in Betrieb genommen wurde. 1905 kam dann eine zweite Bahnlinie nach Klütz hinzu, die aber schon seit einigen Jahren nicht mehr existiert. Denn nach dem damaligen Ende des Klützer Kaffeebrenners 2005, der heute wieder als Schmalspurbahn zwischen Klütz und Reppenhagen verkehrt, waren im Jahr darauf die Gleise abmoniert worden. Damit war das Aus dieser Bahnstrecke besiegelt.

 Michael Prochnow

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