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Nordwestmecklenburg Zuhören und Mut spenden: Telefonseelsorge sucht Helfer
Lokales Nordwestmecklenburg Zuhören und Mut spenden: Telefonseelsorge sucht Helfer
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18:22 21.05.2016
Wer bei der Telefonseelsorge anruft, kann sicher sein, dass seine Anliegen anonym behandelt werden. Quelle: Fotos: Johanna Hegermann, Norbert Wiaterek

Stress mit dem Partner, ein pubertierendes Kind, das Sorgen bereitet, Arbeitskollegen, die einem das Leben zur Hölle machen, Kummer über den Verlust eines lieben Menschen, Angst vor einer Krankheit: Es gibt viele Gründe, warum Menschen die kostenlosen Nummern 0800/1110111 und 0800/11 10 222 der Telefonseelsorge wählen.

Ehrenamtler sollten sich in fremde Lebenssituationen einfühlen können, aufgeschlossen, psychisch belastbar und flexibel sein.

Und hoffen, dass am anderen Ende der Leitung jemand sitzt, der Verständnis hat und einen guten Rat geben kann. „Wir versprechen nicht, dass wir helfen können. Aber wir versuchen, gemeinsam mit den Anrufern Lösungen zu finden. In vielen Fällen gelingt es“, sagt Uta Krause, Leiterin der Telefonseelsorge Schwerin. „Dann wird durch ein offenes Herz und Ohr manchmal wieder ein Licht der Hoffnung entzündet.“

21753-mal klingelte das Seelsorgetelefon, das rund um die Uhr besetzt ist, im vergangenen Jahr in der Landeshauptstadt. Dazu kommen noch viele Chat-Teilnehmer und E-Mail-Schreiber, die Kommunikationspartner suchen. „Es muss nicht gleich der geplante Suizid sein. Die Menschen melden sich auch, wenn sie Alltagssorgen haben“, weiß Krause. „Größtes Thema aber ist die Einsamkeit.“

Uta Krause sucht noch lebenserfahrene Frauen und Männer, die sich für das „verbindliche Ehrenamt“ interessieren, sich in der Dienststelle in Schwerin, die barrierefrei erreichbar ist, Zeit zum vorurteilsfreien Zuhören nehmen und Mut spenden. „Willkommen sind alle Menschen, die sich im sozialen Bereich betätigen möchten. Interessenten sollten sich in fremde Lebenssituationen einfühlen können, aufgeschlossen, psychisch belastbar und flexibel sein.“ Bislang sitzen meist Frauen an den Telefonen und Computern. Wichtig seien jedoch auch Männer, die anderen Männern zuhören und vielleicht Tipps geben können.

Vorteil für alle, die die Ausbildung absolvieren: „Man entwickelt sich dabei auch persönlich weiter, lernt viel, kann davon im Alltag profitieren“, meint Krause. Später sei es möglich, das erworbene Grundwissen bei Weiterbildungen und Supervisionen zu vertiefen und die Arbeit zu reflektieren.

Der Dienst am Telefon, so Uta Krause, wird als Bereicherung erlebt. „Es ist schön, wenn sich durch das anonyme Gespräch eine angespannte Situation löst und so aushaltbarer für die Anrufenden wird.

Oft wird ja auch gemeinsam gelacht. Die Menschen, die sich bei der Telefonseelsorge melden, nehmen die Ehrenamtler ein Stück weit in ihre eigenen Lebenswelten hinein. Durch das Vertrauen erfahren die Angerufenen von verborgenen Facetten unserer Gesellschaft. Das bereichert oder korrigiert auch manchmal das eigene Bild. Einige Anrufer beenden die Gespräche mit der Telefonseelsorge mit den Worten ,Danke, dass Sie mir zugehört haben. Das tat gut!’. Solche Momente hinterlassen auch bei den Seelsorgern ein gutes Gefühl. Sie spüren, wie wichtig dieser verborgene Dienst ist.“

Die beiden großen christlichen Kirchen stellen die Rahmenbedingungen der Telefonseelsorge. Die Dienststelle in Schwerin, die den westlichen Teil Mecklenburgs abdeckt, gibt es seit 25 Jahren.

Bis Ende Mai anmelden

86ehrenamtlich tätige Frauen und Männer engagieren sich derzeit bei der Telefonseelsorge Schwerin, darunter auch viele aus Nordwestmecklenburg. Der Dienst wird meist dreimal im Monat, jeweils vier Stunden lang, geleistet. Die Beauftragung gilt für drei Jahre.

Ein gutes Jahr dauert zuvor die kostenfreie Ausbildung in Schwerin. Die Teilnehmer treffen sich einmal pro Woche, abends. Außerdem gehören zwei Wochenenden sowie vier Freitag-Sonnabend-Einheiten dazu. Es gibt Vorträge und Rollenspiele.

25Jahre müssen die Auszubildenden mindestens alt sein. Der nächste Lehrgang startet im September dieses Jahres. Anmeldungen sind bis Ende Mai bei Uta Krause möglich: ☎ 0385/51 25 25, E-Mail: buero@ telefonseelsorge-schwerin.de.

Norbert Wiaterek

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