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Nordwestmecklenburg Zwei Kilometer mehr Gleis für den „Lütt Kaffeebrenner“
Lokales Nordwestmecklenburg Zwei Kilometer mehr Gleis für den „Lütt Kaffeebrenner“
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20:22 17.05.2018
Rainer Ulbrich (l.) und Michael Nagel von der Gleisbau Bautzen GmbH verschrauben am Klützer Bahnhof die Schienen mit den hölzernen Schwellen. Die so genannten Joche werden nach Reppenhagen transportiert und dann bis Gutow verlegt.

Die Strecke des „Lütt Kaffeebrenner“ in Klütz wird um zwei Kilometer verlängert. Aktuell montieren Mitarbeiter der Gleisbau Bautzen GmbH die Schienen an Holzschwellen. So entstehen auf dem Klützer Bahnhof sogenannte Joche, die dann in den nächsten Tagen zum bisherigen Gleisende in Hof Reppenhagen gebracht werden. Von dort wird in den nächsten Wochen das Gleis bis nach Gutow weiter gebaut. Damit wächst die Fahrtstrecke von etwa sechs auf dann acht Kilometer.

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Schienen werden vormontiert und bis nach Gutow verlegt.

Noch sind Rainer Ulbrich, Michael Nagel und ihre Kollegen aus Bautzen aber damit beschäftigt, jede Holzschwelle mit den Schienen zu verschrauben. „Ende Juli bieten wir wieder Fahrten mit der Dampflokomotive an“, sagt Eva Eckert, die für die Stiftung Deutsche Kleinbahnen am Klützer Bahnhof arbeitet. Ob dann aber schon die erweitere Strecke befahren werden kann, ist noch nicht sicher.

Etwa 20 Minuten dauert derzeit die Fahrt im „Lütt Kaffeebrenner“ von Klütz mit einem Halt in Stellshagen bis nach Hof Reppenhagen. Am Rande des kleinen Dorfes haben die Fahrgäste zehn Minuten Aufenthalt, bevor die Rückfahrt zum Klützer Bahnhof angetreten wird. „Die Gäste genießen vor allem die Natur“, sagt Eva Eckert. „Am liebsten sitzen auch alle im offenen Wagen, egal wie das Wetter ist“, sagt sie. Immer häufiger steuern Reisebusse mit größeren Gruppen den kleinen Bahnhof in Klütz an. Sie verbinden die Fahrt in der Schmalspurbahn mit Besuchen in Schloss Bothmer oder im Literaturhaus „Uwe Johnson“ und Ausflügen zum Strand. besonders beliebt sind Fahrten mit der Dampflok, wie sie jetzt am Pfingstwochenende wieder angeboten werden.

Ähnlich wie die bisherige Endstation in Reppenhagen hat auch Gutow kein Übermaß an touristischen Attraktionen zu bieten. „Aber es gibt dort die Kunsthalle des Galeristen Reinhard Conny Konzack, die an einzelnen Tagen besucht werden kann“, sagt Eva Eckert. Die Mitnahme von Fahrrädern, um den Ausflug nach der Fahrt in der Schmalspurbahn in Gutow fortzusetzen, ist bislang im „Lütt Kaffeebrenner“

nicht möglich. „Sie können nicht in den Wagen transportiert werden, ohne dass es Schäden gibt“, erklärt Eckert. Vielleicht denken die Betreiber der Schmalspurbahn aber noch über einen Fahrradwaggon nach.

Eröffnet wurde der „Lütt Kaffeebrenner“ im Sommer 2014. Betreiber Ludger Guttwein hatte damals prognostiziert, dass sich der Betrieb mit 10000 Fahrgästen im Jahr schon rechnen würde. Inzwischen werden pro Jahr fast 30000 Passagiere erreicht.

Kaum wurde bekannt, dass die Gleise des „Lütt Kaffeebrenners“ verlängert werden, meldeten sich schon in sozialen Netzwerken Fans, die sich eine Fortführung der Strecke bis nach Grevesmühlen wünschen.

Doch das wird voraussichtlich ein Wunsch bleiben.

Tatsächlich gab es das Gleis zwischen Klütz und Grevesmühlen bis 2006. Bereits 1905 nahm die „Großherzoglich-Mecklenburgische Friedrich-Franz Eisenbahn“ ihren Betrieb zwischen den beiden Städten auf.

Die Deutsche Bahn nutzte die Strecke von der Wende bis 1995. Danach nutzte die Klützer Ostsee-Eisenbahn das Gleis, um historische Züge dort fahren zu lassen. 2005 wurde aber der Betrieb eingestellt und 2006 die Gleise demontiert. Seitdem erinnerte bis 2012 nur noch der Bahndamm an die Verbindung. Von 2012 bis zur Eröffnung des „Lütt Kaffeebrenners“ 2014 wurde das heutige Schmalspurgleis gebaut.

Eine Verlängerung der Gleise ganz bis nach Grevesmühlen dürfte hauptsächlich am Bahnübergang über die B 105 scheitern. Er müsste von den Betreibern der Schmalspurbahn wieder erbaut und dann auch unterhalten werden. Das wäre mit einem immensen Aufwand und hohen Kosten verbunden.

Geschichte

Bereits 1905 wurde

die „Großherzoglich-

Mecklenburgische Friedrich-Franz

Eisenbahn“ eröffnet.

Im Mai 1995 befuhr die Deutsche Bahn AG das Gleis nach Grevesmühlen zum letzten Mal.

Im Juni 1997 nahm die Klützer Ostsee-Eisenbahn GmbH den Betrieb auf, der 2004 eingestellt wurde.

2006 wurden die Schienen mit einer Spurweite von 1435 Millimetern abgebaut.

2012 wurde das neue Gleis mit einer Spurbreite von 600 Millimetern für die Schmalspurbahn verlegt.

Am 20. Juni 2014

begann dann die neue Ära des „Lütt Kaffeebrenner“.

Malte Behnk

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