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Nordwestmecklenburg Zwischen Datenbrille und voll vernetztem Feuerwehranzug
Lokales Nordwestmecklenburg Zwischen Datenbrille und voll vernetztem Feuerwehranzug
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21:52 14.10.2015
Die praktische Anwendung der Datenbrille: Emely Farnow sieht durch die „Brille“ den Bauplan und kann so mit den Holzsteinen loslegen.
Wismar

Eine Socke, die dank digitaler Vernetzung nie ihren Partner verliert. Oder dank Datenchip sogar registriert, wie oft sie schon gewaschen wurde und dann dem Nutzer übers Smartphone mitteilt, dass er langsam neue kaufen müsste. Eine Datenbrille, die einen Bauplan direkt vor das Auge projiziert. Oder ein Feuerwehranzug, der die Vitaldaten des Feuerwehrmannes direkt an den Einsatzleiter schickt. All das zeigt die neue Sonderausstellung „Schöne schlaue Arbeitswelt“ im Wismarer Phantechnikum.

Die Übergänge zwischen technischer Spielerei, lebensrettender Innovation und gefährlicher Datenkrake sind fließend, das macht die Sonderausstellung deutlich, die aus der DASA — der Arbeitsweltausstellung in Dortmund — nach Wismar gekommen ist.

An fünf Stationen — drei im Erdgeschoss, zwei im Obergeschoss der regulären Ausstellung — wird der Blick in die Zukunft der Arbeitswelt gewagt. Mit vielen Innovationen, die so oder ähnlich längst Realität sind. Die Ausstellungsbesucher sollen mitmachen, ausprobieren, sich selbst ein Urteil bilden.

Etwa zur Google-Datenbrille. „Die kam vor einem Jahr auf den Markt und verschwand recht schnell wieder“, erzählt Uwe Tapper von der DASA. Die Innovation floppte — vielleicht, weil Datenschützer massive Bedenken äußerten. Doch es gibt auch Positives: „Wir können mit der Datenbrille Baupläne direkt zeigen“, ergänzt Uwe Tapper. Wenn ein Handwerker etwa beide Hände zum Arbeiten braucht, kann der Bauplan oder die Anleitung direkt vor sein Auge auf der „Datenbrille“ erscheinen. Die Ausstellungsbesucher können das ausprobieren und sollen so versuchen, aus Holzklötzen eine bestimmte Figur zu bauen. Nicht einfach.

Noch schwieriger, dafür aber sehr amüsant für Außenstehende, ist der Körperscanner. Eigentlich sollen dank seiner genauen Körpervermessung perfekte Büromöbel entstehen. Zu Demonstrationszwecken haben die Ausstellungsentwickler ein Spiel mit dem Körperscanner entwickelt: Man muss durch Formen kriechen oder springen, um — wie in einem Computerspiel — höhere Level zu erreichen.

Einen ernsten Hintergrund hat indes der gezeigte Feuerwehranzug. Er misst Puls und Blutsauerstoffgehalt des Trägers, registriert Schweiß und sendet die Daten an den Einsatzleiter, der dann entscheiden kann, ob sein Mann noch fit genug ist. „Das, was da gemessen wird, darf nicht gegen den Menschen genutzt werden“, macht Uwe Tapper aber auf die Gefahr aufmerksam. Denn was ist, wenn der Arbeitgeber oder die Krankenversicherung die Daten abruft. . .?

Die DASA
Die interaktive Schau wurde von der DASA in Dortmund entwickelt, Deutschlands größter Arbeitswelt-Ausstellung. Die DASA ist ein Museum der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Früher hieß sie Deutsche Arbeitsschutzausstellung, daher die Abkürzung. Auf 13 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden in Dortmund Arbeitswelten von gestern, heute und morgen präsentiert, dazu Sonderausstellungen wie jene, die nun in Wismar gezeigt wird. Noch bis zum 31. Januar 2016 ist sie hier zu sehen, das Phantechnikum ist derzeit immer dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Nicole Hollatz

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