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Nordwestmecklenburg Zwischen Wodka und Chinesischer Mauer
Lokales Nordwestmecklenburg Zwischen Wodka und Chinesischer Mauer
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20:17 24.02.2016
Die Route der Transsibirischen Eisenbahn führt einmal quer durch Russland bis nach China. Rund 7000 Kilometer ist die Strecke lang.
Wismar Mit so einer Resonanz hat niemand gerechnet. Der Reisebericht von Familie Hoffmann aus Wismar sprengte am Dienstagabend alle Erwartungen. Innerhalb weniger Tage nach der Ankündigung waren die 200 Sitzplätze im Zeughaus ausverkauft. „Wir hätten 500 Karten verkaufen können“, schätzt Bibliothekschefin Uta Mach. Am Vortragsabend mussten viele Interessenten draußen bleiben. Deswegen gibt es eine zweite Veranstaltung.

Wir sind keine Eisenbahnfetischis- ten und haben nie gedacht, dass die Zeit im Zug so schnell vergeht.“Heiko Hoffmann,

Journalist

Der Journalist Heiko Hoffmann und seine Frau Kathrin entführten ihre Gäste auf die Route der „Transsibirischen Eisenbahn“. Im August waren sie mit den beiden Söhnen Scott (14) und Nick (19) 23 Tage unterwegs von Moskau bis Peking. Höchst amüsant und interessant beschrieben sie die Eindrücke während dieser über 7000 Kilometer.

„Wir möchten Sie zu so einer Reise animieren, aber man braucht gute Nerven“, erzählte Kathrin Hoffmann, die in der Stadtverwaltung Schwerin arbeitet. Flug- und Zugtickets waren schnell gebucht.

Komplizierter die Visa. „Deutsche Journalisten sind in China nicht gerne gesehen“, berichtete Heiko Hoffmann schmunzelnd.

Mit dem Flugzeug ging es in die Metropole Moskau, wo die Straßen mit ihren 12 Fahrspuren atemberaubend auf Wismarer wirken. Die Gäste lachten über den Familienschnappschuss im Moskauer Hostel — Frühstücken unter dem Wandgemälde mit Lenin drauf. Lenin gehörte zu den „running Gags“ des Abends, zu den immer wieder kehrenden Lachern. Wo die Hoffmanns alles Leninbilder gefunden haben! Kathrin und Heiko Hoffmann erzählten vom Alltag im Zug. Dem Leben auf engstem Raum und dem „Bahnsteigessen“. „Auf vielen Bahnsteigen warten Babuschkas darauf, ihre leckeren Speisen zu verkaufen“, berichteten die beiden von frischem Obst, Fleisch oder Fisch und natürlich den Piroggen. Zu trinken gab es unter anderem (aber nicht nur!) den hochprozentigen Wodka. Das russische Nationalgetränk war im Zug eigentlich streng verboten. Die Wismarer Reisenden wussten das nicht. Also ließen sie die deutsch-sowjetische Freundschaft wieder aufleben, stießen mit dem Russen Oleg oder mit Steve aus Wales und manch einer deutschen Zufallsbekanntschaft an. Die immer wiederkehrenden Bilder mit den kleinen Schnapsbechern sorgten für weitere Lacher.

Die Tour der Extreme führte durch Russland als größtes Land der Erde über die beeindruckende Menschenleere der Mongolei mit zwei Einwohnern pro km2, Mecklenburg-Vorpommern hat eine Einwohnerdichte von 69 Menschen pro km2 — bis nach China mit seinen Menschenmassen.

Dazwischen hatten Kathrin und Heiko Hoffmann viele kleine Anekdoten für die Wismarer aus der Masse an Eindrücken herausgesucht. Sie erzählten von der Herzlichkeit der Menschen, von der Gastfreundschaft unterwegs und den kleinen und großen Abenteuern wie dem „Duschen“ in der Ziegentränke bei der Autofahrt durch die Wüste Gobi. Das machte vielleicht nicht sauber, freute aber die mongolischen Ziegen. Oder wieso man auf die Chinesischen Mauer Ohropax mitnehmen sollte. Die Wismarer Reiseberichte könnten zur Tradition werden — die Familie reist gerne und viel. Das nächste Mal geht es nach Botswana, dort arbeitet Sohn Nick für ein Jahr an einer Schule.

Ihren Vortrag zur Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn halten sie noch einmal am 9. März um 19 Uhr im Steigenberger Hotel „Stadt Hamburg“ in Wismar,das den Raum dankenswerter Weise kostenlos für den guten Zweck zur Verfügung stellt. Der Eintritt von fünf Euro kommt dem Kiwanis-Club und der Wismarer Albanienhilfe zugute. Karten gibt es ab heute unter anderem unter ☎ 0 38 41/41 56 11.

Nicole Hollatz

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