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Ostholstein 100 Bäume gepflanzt: Neue Chance für den Schulwald
Lokales Ostholstein 100 Bäume gepflanzt: Neue Chance für den Schulwald
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22:22 29.10.2013
Pflanzaktion der 70 jungen Studenten der Kinder-Uni Fehmarn: Eine Chance für den Schulwald.
Burg a. F

Was wächst denn da? Na klar: Holunderbusch, Eiche und Schwarzerle. Oder auch Eberesche und Haselnuss. Wenn Kinder diese Bäume bereits voneinander unterscheiden können, kann eine Unterrichtsstunde oder gar ein ganzer Vormittag im Schulwald sogar ein richtiger Erlebnistag werden. Ein Naturraum zum Beobachten und Staunen — in dem die Schüler aber auch beherzt toben dürfen.

Doch der 1991 mit viel Engagement auf einem rund 4000 Quadratmeter großen Gelände eingerichtete Burger Schulwald liegt seit Jahren im Dornröschenschlaf. Unter der Regie von Günter Andersen einst liebevoll von Schülern gestaltet und gepflegt, droht er ganz zu verwahrlosen. Schlimmer noch: Das naturnahe Refugium mit heimischen Gehölzen ist seit Herbst 2012 aus Verkehrssicherungsgründen sogar komplett gesperrt. Rot-weiße Barrieren und Verbotsschilder statt Bohlenweg, Blumenwiese oder Waldhütte: Aus und vorbei?

Mit einer großen Aktion startete die Kinder-Uni Fehmarn einen ersten Rettungsversuch. Mit Erfolg: Rund 70 Mädchen und Jungen pflanzten am Ende der dreistündigen Aktion 100 Bäume. Beate Burow (Umweltrat Fehmarn) hatte sie zuvor ausgesucht. Gespendet wurden sie von der „Reimer-und-Magdalena-Jens-Stiftung“ aus Burg.

Der Semesterauftakt der Kinder- Uni begann wie gewohnt in der Mensa der Inselschule. Diesmal als Workshop, der zum Mitmachen anregte, so Barbara Bumann und Jutta Mitschein-Schewe als Veranstalterinnen. Die Waldpädagogen Undine Knappwost, Martin Klüver und Arne Friese vom Erlebniswald Trappenkamp zogen ihre jungen Zuhörer schon mit Eingangsfrage „Ist der Wald ein Klimaheld?" in den Bann. Sie hatten erste Antworten parat, es entstand ein Baumplakat, in Gruppen „bauten“ sie einen Baum nach. Nach einem Imbiss griffen sie dann zum Spaten.

Reimer Jens zeigte sich sehr beeindruckt von der Begeisterung der jungen Klimaschützer. Der Stiftungsrat hatte auf Initiative von Barbara Tscheuschner, Ehefrau des früheren Burger Bürgermeisters, diesen gesamten „Studientag“ finanziert. Wenigstens diese 70 Kinder wissen jetzt, wo sie „ihre“ Bäume finden werden: Holunderbusch, Eiche und Schwarzerle... Der erste Schritt zur Rettung des Burger Schulwaldes ist gelungen.

„Ein Stück lebenswerte Umwelt sichern.“
Barbara Tscheuschner

Gerd-J. Schwennsen

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