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Ostholstein 100 Tage Bürgermeisterin: Viel Arbeit, keine Parteipolitik
Lokales Ostholstein 100 Tage Bürgermeisterin: Viel Arbeit, keine Parteipolitik
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00:00 08.01.2013
Tordis Batscheiders Büro: Blick auf den Neustädter Markt. Quelle: ser
Neustadt

Zum Frühstück liest sie die LN, ihr Büro im Rathaus betritt sie morgens um 7.45 Uhr. Dann werden E-Mails geprüft, erste Gespräche mit Vorzimmerdame Gudrun Dittmer und Hauptamtsleiter Jens Mildner geführt. Es folgen etliche Termine und Entscheidungen. Abends stehen Ausschusssitzungen, Empfänge und Jahreshauptversammlungen auf ihrem Programm. „Ich arbeite mindestens zwölf Stunden am Tag, meist sind es eher 14“, sagt Tordis Batscheider (51). Die SPD-Frau ist jetzt seit 100 Tagen Neustadts Bürgermeisterin.

Ein Rückblick: Tordis Batscheider betritt den Sitzungssaal des Rathauses. Applaus hallt durch den Raum. Jemand drückt ihr einen Strauß Blumen in die Hand. Auf einer Leinwand werden Wahlergebnisse präsentiert. Es ist der 20. Mai 2012. Soeben wurde bekannt, dass die 51-Jährige die Stichwahl gegen Jens Mildner (wurde von der CDU unterstützt) mit 78 zu 22 Prozent gewonnen hat. Ihren Dienst beginnt sie am 1. Oktober. Sie folgt auf Henning Reimann (parteilos).

Tordis Batscheider hat rund 250 Mitarbeiter unter sich. „Wir mussten uns erstmal kennenlernen und haben geschaut, wie wir zusammenarbeiten“, erinnert sich die 51-Jährige. Sie sei aber freundlich und offen aufgenommen worden. „Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht. Mein Ziel ist es, Lösungen im Team zu entwickeln.“

Da Tordis Batscheider SPD-Mitglied ist, gab es zunächst Vorbehalte. „Macht sie es parteiübergreifend?“ Die Frage habe zu Beginn ihrer Amtszeit im Raum gestanden. Heute beantwortet die Bürgermeisterin diese mit „Ja“. Sie erklärt: „Ich habe viele Gespräche mit Fraktionsvorsitzenden und Stadtverordneten geführt. Ich habe die Befürchtungen ausräumen können und arbeite mit allen Fraktionen.“ Das falle ihr nicht schwer, da es von allen Seiten immer wieder vernünftige Vorschläge gebe. Dies führt sie darauf zurück, dass alle Wert darauf legen, in erster Linie im Sinne der Bürger und der Stadt zu entscheiden. CDU-Fraktionsvorsitzender Friedrich-Karl Kasten bestätigt die gute Zusammenarbeit. „Ich war sehr angetan, wie sie an ihre Arbeit rangegangen ist. Sie hat erstmal zugehört und sich dann sachkundig gemacht.“

Dass Batscheider häufig bis zu 14 Stunden am Tag arbeitet, empfindet sie, die zuletzt als Pressesprecherin im Schweriner Landtag tätig war, als anstrengend aber nicht neu. „Mein vorheriger Job war auch kein ,9-to-5-Job‘. Ich kenne das.“ Zudem habe sie sich bewusst dafür entschieden, jede Ausschusssitzung zu besuchen und diverse Antrittsbesuche anzunehmen. „Ich möchte Termine nicht abarbeiten, sondern Probleme lösen. Es motiviert mich, die Stadt voranzubringen.“ Zudem gibt es Ereignisse, wie die Eröffnung einer Kunstausstellung, die sie nachhaltig beeindrucken: „Das schönste Erlebnis der ersten 100 Tage war, dass ich Armin Mueller-Stahl kennengelernt habe.“

Dass Tordis Batscheider all die Arbeit schafft, führt sie auf ihr Privatleben zurück. „Mein Mann ist sehr verständnisvoll.“ Zudem sei es schön mit Dackel „Hermann“ spazieren zu gehen, ein Buch zu lesen, zu saunieren und Sport zu machen.

All dies soll ihr Kraft geben: um den Neubau des Stadtteiltreffs am Westpreußenring voranzutreiben, sich im Verwaltungsrat der Tourismusagentur Lübecker Bucht zu engagieren und die Gegend rund um den Bahnhof weiterzuentwickeln.

Sebastian Rosenkötter

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