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Ostholstein 130 Jahre alt: Feuerwehr Neudorf feiert zwei Tage lang
Lokales Ostholstein 130 Jahre alt: Feuerwehr Neudorf feiert zwei Tage lang
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21:14 02.09.2017
Fahrzeugschau: 30 Meter hoch kann die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Eutin ausgefahren werden. Auf zehn Meter bringt’s „Ursula“. Quelle: Fotos: Ben

Zum Geburtstag lässt sich die Freiwillige Feuerwehr Neudorf nie lumpen. Auch zum 130-jährigen Bestehen wurde ein großes Zelt aufgebaut, in dem sich Freitag geladene Gäste zum Festkommers einfanden und gestern Abend ein zünftiges Oktoberfest stattfand. Zudem beschenkte sich die Wehr selbst mit einer eigenen Fahne.

Festkommers, Fahrzeugschau und Oktoberfest am Schützenweg in Eutin.

Über deren Symbolik hatte sich Andreas Riemke, Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes, seine Gedanken gemacht. „Eine Fahne vermittelt Zusammengehörigkeit und Kameradschaft“, sagte er. Sie stehe für die Sehnsucht der Menschen, andere um sich zu sammeln, die dasselbe Ziel haben und füreinander einstehen. „Sie ist ein Zeichen der Treue zur Heimat, edler Gewohnheiten und schöner Bräuche.“ Der Neudorfer Pastor Thomas Waack gab der neuen Fahne, über deren Anschaffung er seit einigen Wochen Bescheid wusste, aber zum Stillschweigen ermahnt worden war, den Segen und wünschte allen Feuerwehrleuten, dass sie stets wohlbehalten von ihren Einsätzen zurückkehren mögen.

1887 bis 2017 – eine Zeitspanne, in der sich die Welt tiefgreifend verändert hat. Wehrführer Ralf Klesny blickte beim Festkommers zurück auf die Gründung und Entwicklung der Neudorfer Feuerwehr, der er seit 2003 vorsteht. Drei Gerätehäuser wurden in 130 Jahren eingeweiht. 1905 waren die Männer stolz auf das erste. 1960 wurde wiederum ein neues Gerätehaus bezogen, seit 1985 existiert das jetzige in der Teichstraße. Die Wehr hat 25 Aktive.

„Auf dem Festplatz, auf dem wir jetzt feiern, wird ab 2018 Jahr das Eutiner Feuerwehrhaus errichtet. Auf der Sonnenkoppel werden Wohnhäuser gebaut. Wo können wir künftig ein Festzelt aufstellen? Und wo können wir unser Osterfeuer veranstalten?“, fragte Klesny in Richtung von Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) und Bürgervorsteher Dieter Holst (CDU).

Der Neudorfer Wehrführer erinnerte auch daran, dass im Januar 2009 Stadtvertreter ihre Zusage für den Fortbestand aller drei Eutiner Ortswehren – Eutin, Neudorf und Fissau-Sibbersdorf – gegeben hätten. „Meine persönliche Meinung ist allerdings, dass wir in zehn bis 15 Jahren nur noch Pflichtwehren haben werden“, sagte Ralf Klesny. DieserÄußerung trat der Bürgermeister in seinem Grußwort entgegen. „Ich denke nicht, dass es Pflichtfeuerwehren geben wird. Ich glaube, es wird uns gelingen, zu vermitteln, wie wichtig das Ehrenamt ist. Die Wertschätzung kommt ’rüber“, sagte Behnk. Er versicherte, dass Stadtvertretung und Ausschüsse hinter der Feuerwehr stünden – das zeige auch die Investition in ein neues Neudorfer Löschfahrzeug, das 406000 Euro kostet und gerade beschafft wird.

Auch Bürgervorsteher Dieter Holst zollte der Wehr „Respekt und Anerkennung für Ihre Leistungen. Werden Sie nicht müde in Ihrem Engagement“, bat er.

Klaus-Peter Lundius, stellvertretender Ortswehrführer in Eutin, wurde während des Festkommers’ mit dem Feuerwehrabzeichen in Bronze geehrt. Der stellvertretende Neudorfer Ortswehrführer Stefan Zein wurde zum Hauptlöschmeister drei Sterne befördert.

Mit einem Programm für Kinder sorgte die Neudorfer Wehr gestern Nachmittag selbst für beste Nachwuchswerbung. Auf dem Festplatz wurden Spiele, Löschübungen und Autoöffnungen angeboten. In einer kleinen Fahrzeugschau fand vor allem „IFA Multicar M 25 Ursula“ viel Beachtung. Das Gefährt mit Zehn-Meter-Leiter ist Eigentum von Elias Tippelt (29), Berufsfeuerwehrmann in Lübeck und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Hutzfeld-Brackrade. „Das Fahrzeug ist ein Ossi wie ich, Baujahr 1989. Die Leiter habe ich selbst montiert“, sagte er stolz.

ben

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